Kanzlei Nickert //images.kanzleinickert.de/nickert-logo-fb.jpg KANZLEI NICKERT | Rechtsanwälte und Steuerberater, Offenburg, kompetent in Rechts-, Steuerberatung, Finanz-, Lohnbuchhaltung, spezialisiert auf Branchen Bau, Handel und Industrie. info@kanzlei-nickert.de
Rammersweierstraße 120 77654 Offenburg
Kanzlei Nickert 5 von 5 5 ratings.

kanzlei nickert logo

header-tax-blog-steuern

Mittwoch, 06 Juni 2012 10:17

Ist der Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage für die Privatnutzung des Kfz noch zeitgemäß?

Wer seinen Dienstwagen auch privat benutzen darf, muss diesen Vorteil versteuern. Sofern kein Fahrtenbuch geführt wird, erfolgt die Ermittlung des geldwerten Vorteils entweder nach der sogenannten Fahrtenbuchmethode oder pauschal nach der 1 %-Methode.

Als Bemessungsgrundlage kommt für die Privatnutzung und die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte oder Betrieb bei gekauften, geleasten und gemieteten Kfz für jeden Kalendermonat 1 % des inländischen Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattungen inklusive Umsatzsteuer zur Anwendung.

Ob die Pauschalbewertung der privaten Nutzung eines Firmenwagens verfassungsgemäß ist, wenn die Besteuerung nach dem inländischen Bruttolistenpreis bei der Erstzulassung bemessen wird, wird nun der BFH (Bundesfinanzhof) entscheiden (Az. VI R 51/11). Häufig liegt der von den Kfz-Herstellern angegebene Bruttolistenpreis deutlich über den handelsüblichen Verkehrspreisen. Insbesondere durch den Wegfall des Rabattgesetzes kommt es in der Praxis oftmals zu Preisabschlägen von bis zu 30 %. Betriebe kaufen im Regelfall kaum noch einen Pkw zu dem offiziell vom Automobilhersteller empfohlenen Preis. Aber auch wenn das Kfz lediglich geleast oder gemietet wird muss der Steuerzahler einen höheren geldwerten Vorteil versteuern.

TIPP der KANZLEI NICKERT:

Aufgrund des anhängigen Revisionsverfahrens sollten Einkommensteuerbescheide bis zur Entscheidung des BFH durch Einspruch offengehalten und das Ruhen des Verfahrens unter Bezugnahme auf das oben genannte Aktenzeichen beantragt werden.

Der Bruttolistenpreis beinhaltet nur die Sonderausstattung bei Erstzulassung, mit denen der Pkw bereits werkseitig ausgestattet wurde (BFH, Az. VI R 12/09). In Abhängigkeit zu den entstehenden Kosten wäre daher ggfs. zu überlegen, ob der Einbau von Extras nachträglich erfolgen sollte. Dadurch könnte der Gewinnzuschlag und der geldwerte Vorteil zumindest ein wenig gemindert werden.

Autoreninfo

lifr-testFrank Lienhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

 

Die von uns verwendeten Cookies sollen sicherstellen, dass Sie unsere Website optimal genießen können.
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Nutzung dieser Cookies einverstanden. Weitere Informationen zum Datenschutz