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Dienstag, 01 Dezember 2009 12:23

Geschenke und Geschenkgutscheine

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Bitte beachten Sie, dass sich in diesem Fall die Rechtssprechung geändert hat. Wir verweisen auf einen neueren Beitrag, der hier zu finden ist.

Gerade zur Weihnachtszeit gewähren viele Firmen ihren Geschäftspartnern bzw. Mitarbeitern Geschenke. Der deutsche Fiskus gibt sich allerdings ausgesprochen sparsam, wenn es um die steuerliche Abzugsfähigkeit von Geschenken geht.

Geschenke an Geschäftspartner etc.

So sind Geschenke an Geschäftspartner, Lieferanten etc. nur dann als Betriebsausgaben abziehbar, wenn diese 35 € pro Empfänger nicht übersteigen und aus betrieblichem Anlass getätigt wurden. Ist der schenkende Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt, ist der Nettobetrag maßgeblich; anderenfalls ist die Umsatzsteuer in die Wertgrenze von 35 € mit einzubeziehen. Bei Überschreiten dieser Grenze ist der gesamte Aufwand nicht abzugsfähig. Zudem darf auch die Vorsteuer nicht geltend gemacht werden.

Zu beachten ist, dass die 35 € pro Kalenderjahr gelten. Wer also einem Lieferanten schon zu Ostern 2009 ein Präsent von 20 € ins Nest gelegt hatte, darf jetzt höchstens weitere 15 € unter den Weihnachtsbaum legen

Im Rahmen einer Pauschalbesteuerung (s.u.) besteht allerdings die Möglichkeit, auch höherwertige Präsente zu verschenken. Hierbei spielt die Wertgrenze von 35 € dann keine Rolle.

Geschenke an Arbeitnehmer

Wenn Arbeitgeber Sachgeschenke an Mitarbeiter verteilen wollen, bietet sich dafür zunächst die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 44 € an. Sofern diese Grenze im Dezember noch nicht für andere Sachleistungen an den Mitarbeiter genutzt worden ist, können bis zu diesem Wert Sachgeschenke steuer- und sozialversicherungsfrei überlassen werden. Wird das Sachgeschenk anlässlich der Weihnachtsfeier übergeben, bleibt es bis zu einem Wert von 40 € steuerfrei. Der Betrag für das Geschenk wird allerdings in die Prüfung der 110 € - Grenze für Betriebsveranstaltungen einbezogen. Für Feier, Essen und Trinken bleibt somit nur noch der Restbetrag übrig.

Gutschein

Um die Sachbezugsfreigrenze von 44 € gerade auch zu Weihnachten auszuschöpfen, kann der Arbeitgeber den Mitarbeitern Gutscheine ausgeben, die bspw. dazu berechtigen, an einer ortsansässigen Tankstelle zu tanken. Die Tankstelle rechnet die eingelösten „Benzingutscheine" anschließend mit dem Arbeitgeber ab.

Um den Steuervorteil zu erhalten, ist es erforderlich, den Warengutschein nur über einen ganz konkret bezeichneten Gegenstand, z.B. 40 Liter Superbenzin, ohne Angabe eines Geldbetrages auszugeben. Auf Buch- oder CD-Gutscheinen
darf dementsprechend nur der Titel erscheinen. Ist auf dem Warengutschein neben der bezeichneten Ware oder Dienstleistung ein anzurechnender Betrag oder Höchstbetrag angegeben (z.B. 40 Liter Superbenzin, höchstens im Wert von 44 €), ist kein steuerfreier Sachbezug, sondern steuerpflichtiger Barlohn anzunehmen. Gleiches gilt, wenn der Gutschein auf einen Euro-Betrag lautet (Wertgutschein), wie dies z.B. bei einem City-Gutschein der Fall wäre.

Wurde mehr getankt als im Gutschein ausgestellt wurde, darf der Warengutschein nicht eingelöst werden. Zur Erhaltung des Steuervorteils muss in diesem Fall der Arbeitnehmer die gesamte Tankfüllung selbst bezahlen. Der Gutschein kann beim nächsten Tanken benutzt werden. Eine entsprechende Mitarbeiterinformation ist anzuraten.

Unerlässlich bei Geschenken wie bei Gutscheinen ist, dass die Rechnung immer auf den Arbeitgeber ausgestellt wird.

Pauschalbesteuerung

Bitte beachten Sie, dass er hierzu einen neuen Blogbeitrag gibt "Keine Pauschalbesteuerung bei Aufmerksamkeiten an Geschäftspartner".

Für Geschenke bis 10.000 € pro Person an Geschäftspartner etc. und an eigene Mitarbeiter gibt es zudem die Möglichkeit der pauschalen Steuerübernahme mit einem Steuersatz von 30 % in Höhe der Anschaffungskosten zzgl. Soli und Kirchensteuer. Wird das Wahlrecht der Pauschalierung genutzt, ist es für alle in einem Jahr gewährten Zuwendungen einheitlich auszuüben. Es ist lediglich eine Trennung zwischen Arbeitnehmern und Dritten erlaubt. Es können also Kundengeschenke pauschal besteuert werden, während Geschenke an Arbeitnehmer der normalen Besteuerung unterworfen werden.
In die jeweilige Gruppe sind alle Geschenke mit Ausnahme von sog. Streuwerbeartikeln mit Anschaffungskosten von max. 10 € einzubeziehen.

Der Schenker muss den Beschenkten schließlich noch über die Durchführung der Pauschalbesteuerung (zumindest mündlich) informieren.

Aufzeichnungspflichten

Bei Aufwendungen für ein Geschenk muss buchhalterisch eine gesonderte Aufzeichnung erfolgen. Wird dies unterlassen, ist ein Abzug der Aufwendungen und der darin enthaltenen Vorsteuer nicht zulässig. Dies gilt unabhängig davon, ob der Unternehmer bilanziert oder eine Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellt. Wie generell bei Betriebsausgaben muss eine ordnungsgemäße Rechnung vorhanden sein. Als Besonderheit kommt hinzu, dass hierauf der Name des Beschenkten vermerkt sein muss.

Und was geht nicht?

Zu Weihnachten kommt nicht die Steuerbefreiung für Aufmerksamkeiten in Betracht. Diese Begünstigung gilt nur für persönliche Ereignisse, wie z.B. Hochzeiten oder Geburtstage. Für den Fiskus ist Weihnachten kein derartiges Ereignis.

Präsente an Geschäftspartner etc. sind als Betriebsausgaben bis zu einem Wert von 35 € pro Person und Jahr voll abzugsfähig und damit steuerfrei. Geschenke an Mitarbeiter können bis 44 € steuer- und sozialversicherungsfrei überlassen werden. Die Alternative ist die pauschale Besteuerung.

Und: Haben Sie Fragen, bevor Sie schenken, dann rufen Sie uns an!

„Wer bei betrieblichen Zuwendungen wichtige Punkte außer Acht lässt, hat schnell den Fiskus ganz oben auf der Geschenkliste stehen. "

[Rechtsanwalt Frank Lienhard]

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

 

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