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Montag, 28 November 2011 08:45

Überblick über die Unterschiede der Handels- und Steuerbilanz bezogen auf die einzelnen Bilanzpositionen

Zwischen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz bestehen Unterschiede in Ansatz und Bewertung  der einzelnen Bilanzpositionen. Durch das Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG) wurden diese Unterschiede  zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz noch vergrößert. Eine grundsätzliche Darstellung der Unterschiede erfolgte bereits in unserem Kanzleimagazin. Die folgende  Darstellung soll Ihnen nun einen kurzen Überblick verschaffen. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Bilanzposten auf. *

Bilanzposition

Handelsbilanz

Steuerbilanz

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen wird mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Dieser Wert ist gegebenenfalls um die Abschreibung zu vermindern.

Das Anlagevermögen wird mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Dieser Wert ist gegebenenfalls um die Absetzung für Abnutzung  zu vermindern.

Der Unterschied besteht unter anderem in der unterschiedlichen Berechnung der Herstellungskosten.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Der Ansatz erfolgt mit den Anschaffungskosten.

Auch hier erfolgt der Ansatz mit den Anschaffungskosten.

Die Unterscheidung liegt in den Abschreibungsmöglichkeiten.

Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände

Es wird in der Handelsbilanz unterschieden zwischen Forschungskosten und Entwicklungskosten.

Die Forschungskosten stellen Aufwand dar, sie werden nicht in der Bilanz aktiviert.

Die Entwicklungskosten können unter bestimmten Voraussetzungen aktiviert werden, es besteht ein Aktivierungswahlrecht.

Es besteht in der Steuerbilanz ein Aktivierungsverbot.

Entgeltlicher Geschäfts- und Firmenwert

Es besteht eine Aktivierungspflicht. Der Wert ist über die individuelle voraussichtliche Nutzungsdauer abzuschreiben.

Auch hier besteht eine Aktivierungspflicht.  Es ist jedoch lediglich eine lineare Abschreibung über 15 Jahre möglich.

Vorräte

Es ist der Anschaffungs- oder Herstellungswert anzusetzen. Die Abschreibung ist hiervon abzuziehen.

Zur Vereinfachung der Bewertung sind bestimmte Vereinfachungsverfahren zulässig:

  • Bewertung nach dem Festwert
  • Gruppenbewertung mit gewogenem Durchschnitt
  • Bewertung nach Verbrauchsfolgen( Lifo und Hifo Verfahren)

Es ist der Anschaffungs- oder Herstellungswert anzusetzen. Die Absetzung für Abnutzung ist hiervon abzuziehen.

Zur Vereinfachung der Bewertung sind bestimmte Vereinfachungsverfahren zulässig:

  • Bewertung nach dem Festwert
  • Gruppenbewertung mit gewogenem Durchschnitt
  • Bewertung nach Verbrauchsfolgen (hier ist allerdings nur das Lifo Verfahren anwendbar.)

Forderungen

Forderungen sind grds. mit den Anschaffungskosten anzusetzen.

Es gilt das strenge Niederstwertprinzip: ist der tatsächliche Wert geringer, so muss der niedrigere Wert angesetzt werden.

Forderungen sind grds. mit den Anschaffungskosten anzusetzen.

Steuerrechtlich kann der niedriger Teilwert bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung angesetzt werden.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet. Es erfolgt keine Abzinsung.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet. Bei nicht verzinslichen Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten erfolgt eine Abzinsung mit 5,5 %.

Rückstellungen

Die Rückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, wobei zukünftige Preissteigerungen berücksichtigt werden. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind die Rückstellungen mit dem Marktzins abzuzinsen.

Die Rückstellungen werden mit den Wertverhältnissen am Bilanzstichtag bewertet. Künftige Preissteigerungen werden nicht berücksichtigt. Die Abzinsung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr und bei verzinslichen Rückstellungen erfolgt, unabhängig vom Marktzins, mit 5,5%.

 

* Die Tabelle ist nicht abschließend.

[Lisa Riehle]

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

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