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Frank Lienhard
Montag, 20 Juni 2011 14:02

Gewerblicher Grundstückshandel bei Überschreitung der Drei-Objekt-Grenze

Die Unterscheidung zwischen der steuerpflichtigen gewerblichen Tätigkeit und für die Einkommensteuer nicht relevanten privaten Vermögensverwaltung, wird im Bereich des gewerblichen Grundstückshandels durch die sogenannte „Drei-Objekte-Grenze konkretisiert.

Danach liegt in der Regel ein steuerpflichtiger gewerblicher Grundstückshandel vor, sofern mehr als drei Objekte innerhalb eines engen zeitlichen Zusammenhangs von in der Regel 5 Jahren ab der Anschaffung veräußert werden. Der 5-Jahres-Zeitraum ist dabei nicht im Sinne einer starren Begrenzung zu verstehen. Eine (geringfügige) Überschreitung kann insbesondere bei Vorliegen anderer Anhaltspunkte unbeachtlich sein (vgl. BFH, Urteil v. 8.9.2004). Selbständiges Objekt im Sinne der Drei-Objekt-Grenze ist grds. jedes selbständig veräußerbare und nutzbare Immobilienobjekt (Grundstück, grundstücksgleiches Recht oder Recht nach dem Wohnungseigentumsgesetz), und zwar unabhängig von seiner Größe, seinem Wert und anderen Umständen.

Nach einem am 8.6.2011 veröffentlichten Urteil des Bundesfinazhofes (Az.: IV R 44/08) ist die zur Abgrenzung der Vermögensverwaltung vom gewerblichen Grundstückshandel dienende Drei-Objekt-Grenze überschritten, wenn der Kaufvertrag zwar über einen unabgeteilten Miteigentumsanteil abgeschlossen wurde, das Grundstück jedoch in derselben Urkunde in Wohneinheiten und Gewerbeeinheiten aufgeteilt wurde, von denen dem Erwerber mehr als drei Einheiten zugewiesen wurden.

TIPP der KANZLEI NICKERT:

Im Hinblick auf die Drei-Objekte-Grenze ist besondere Vorsicht geboten, um nicht in die Gewerblichkeit zu fallen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat erneut zu verstehen gegeben, wie eng er den Objekt- Begriff im Rahmen des gewerblichen Grundstückshandels auslegt.

Autoreninfo

lifr-testFrank Lienhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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