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Donnerstag, 19 November 2020 11:52

Steuerliche Erleichterungen für Unternehmer bei Investitionen und Verlusten

Für Unternehmer gelten 2020 steuerliche Erleichterungen bei Investitionen und bei Verlusten. Möglich machen das das die Corona-Steuerhilfegesetze.

Investitionen: Verlängerte Zeiträume

Das Einkommensteuergesetz erlaubt Unternehmen, den steuerlichen Aufwand für bereits geplante Investitionen vorwegzunehmen, und zwar bis zu einer Höhe von 40 % der Aufwendungen.

Grundsätzlich: 3 Jahre

Grundsätzlich gilt hierfür ein Zeitraum von 3 Jahren. Innerhalb dieser sog. Investitionsfrist muss das entsprechende Wirtschaftsgut dann auch angeschafft bzw. hergestellt werden.

Die Folge einer Nicht-Anschaffung bzw. Nicht-Herstellung ist, dass der ursprüngliche Abzugsbetrag im Veranlagungsjahr der Bildung rückgängig gemacht werden muss. Zusätzlich fallen Nachzahlungszinsen auf die Steuernachzahlung in Höhe von 6 % pro Jahr an.

Neu durch das 2. Corona-Steuerhilfegesetz: 4 Jahre

Corona-bedingt konnten und können einige Unternehmen nun Investitionen, die sie ursprünglich für 2020 geplant hatten, nicht tätigen. Ihnen soll die Neuregelung des 2. Corona-Steuerhilfegesetzes helfen: Bei Investitionsabzugsbeträgen, bei denen 2020 die 3-Jahres-Frist abläuft, ist diese Frist nun auf insgesamt 4 Jahre verlängert.

Das bedeutet, dass entsprechende Unternehmer nun anstatt bis zum 31.12.2020 bis zum 31.12. 2021 Zeit für ihre Investition haben.

Diese Verlängerung der Frist soll den Unternehmen Liquidität verschaffen bzw. deren Liquidität nicht dadurch strapazieren, dass sie nun 2020 zwingend noch eine Investition tätigen müssen, um keine rückwirkende Auflösung des Investitionsabzugsbetrags samt Verzinsung auszulösen.

Die weitere gute Nachricht ist: Es ist kein Nachweis erforderlich, dass die Nichtinvestition Corona-bedingt ist.

Erweiterter Verlustrücktrag

Auch bei den steuerlichen Verlusten verschafft der Gesetzgeber Unternehmern in 2020 einen größeren Gestaltungsspielraum: Die Möglichkeiten zum Verlustrücktrag wurden erweitert.

Grundsätzlich: 1 Mio. Euro bzw. 2 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung

Grundsätzlich gilt, dass negative Einkünfte eines Jahres, also Verluste, mit positiven Einkünften des Vorjahres verrechnet werden können, sog. Verlustrücktrag. Hier gilt laut Einkommensteuergesetz ein Höchstbetrag von 1 Mio. Euro bei Einzelveranlagung bzw. 2 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung.

Neu für Verluste aus 2020 und 2021: 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung

Verluste der Veranlagungszeiträume 2020 und 2021 können nun in höherem Umfang mit Verlusten aus dem jeweiligen Vorjahr verrechnet werden: Für juristische Personen (über den Verweis in § 8 Abs. 1 Satz 1KStG) bzw. bei Einzelveranlagung sind nun 5 Mio. Euro verrechenbar – bei Zusammenveranlagung sind es 10 Mio. Euro.

Wurden die Steuern für die Vorjahre diesbezüglich bereits gezahlt, kommt es insoweit zu Steuererstattungen.

Ab 2022 gelten dann beim Verlustrücktrag wieder die „alten“ Höchstgrenzen.

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Autoreninfo

nian-testAnne Nickert

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht

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