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Montag, 05 Oktober 2020 13:29

Sonderzahlungen im Lohn wegen Corona

Sonderzahlungen für Beschäftigte werden in der Corona-Krise unter gewissen Voraussetzungen steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt. Mit dieser Steuer- und Beitragsfreiheit sollen die besonderen und unverzichtbaren Leistungen der Beschäftigten während der Corona-Krise anerkannt werden.

Sonderzahlung bis maximal 1.500 €

Durch das BMF-Schreiben vom 9.4.2020 können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern aufgrund der Corona-Krise eine Sonderzahlung bis max. 1.500 € steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen. Bedingung ist dafür lediglich, dass die Zahlung dem Arbeitnehmer zwischen dem 1.3.2020 und dem 31.12.2020 zufließt.

Die Zahlung muss zusätzlich zum Lohn erfolgen und darf nicht durch eine Gehaltsumwandlung oder Verrechnung mit anderen Vergütungsbestandteilen, wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, vorgenommen werden. Auch eine vertragliche Lohnerhöhung darf hiervon nicht beeinflusst werden.

Zur Zahlungsform gibt es keine Einschränkung seitens des Gesetzgebers: Die Zahlung kann in Teilbeträgen oder in einem Betrag erfolgen. Ebenso kann es sich dabei sowohl um eine Geldzuwendung, als auch um einen Sachbezug handeln.

Die Sonderzahlung kann zwischen den Arbeitnehmern variieren. Es besteht kein Rechtsanspruch darauf und die Höhe kann individuell für jeden Arbeitnehmer gesondert bestimmt werden. Das Gleichbehandlungsgesetz sollte aber aus arbeitsrechtlicher Sicht im Auge behalten werden.

Bei der Sonderzahlung handelt es sich um einen Freibetrag. Eine eventuell höhere Sonderzahlung ist möglich. Sie ist allerdings lediglich bis zu einem maximalen Betrag von 1.500 € steuer- und betragsfrei. Der übersteigende Betrag ist wiederum ganz normal steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Auch für geringfügig Beschäftigte ist eine Sonderzahlung wegen Corona bis maximal 1.500 € unschädlich für deren Sozialversicherungsstatus.

Da auch die Sozialversicherung in diesem Zusammenhang auf ihre Beiträge verzichtet, ist es für Arbeitgeber eine einmalige Gelegenheit, seinen Arbeitnehmern etwas Gutes zu tun: Bis eine Nettoauszahlung von 1.500 € dem Arbeitnehmer zufließt, muss der Arbeitgeber im Normalfall in etwa das Doppelte auf den Lohn draufschlagen. Hier entstehen für den Arbeitgeber nur die Kosten in Höhe der Sonderzahlung, ohne jegliche Nebenkosten.

Eine weitere Sonderzahlung wegen Corona ist der sog. Pflegebonus. Hier wird eine zusätzliche Prämie für Arbeitnehmer in der Pflege in Höhe von 1.000 € seitens des Arbeitgebers bezahlt, die von der Pflegeversicherung wiederum erstattet wird.

Die beiden Sonderzahlungen können für Arbeitnehmer in der Pflege unabhängig voneinander bezahlt werden.

Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto des Mitarbeiters aufzuzeichnen.

Eine Anrechnung für geleistete Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld fällt nicht unter diese Steuerbefreiungen. Auch hier hat der Gesetzgeber nochmal nachgelegt.

Arbeitgeberzuschuss zum Kurzarbeitergeld

Zum 5.6.2020 wurde beschlossen, dass der Arbeitgeberzuschuss zum Kurzarbeitergeld für den Zeitraum vom 1.3.2020 bis 31.12.2020 steuerfrei ist, soweit er nicht zusammen mit dem Kurzarbeitergeld 80 % des ausgefallenen Bruttoentgelts übersteigt. Hier folgt die Steuer der bereits bestehenden sozialversicherungsrechtlichen Regelung. Der übersteigende Betrag ist aber wiederum der Lohnsteuer und der Sozialversicherung zu unterwerfen.

Auch dies ist eine gute Möglichkeit, dem Arbeitnehmer eine Finanzspritze zukommen zu lassen. Allerdings unterliegt der Zuschuss zum Kurzarbeitergeld, wie auch das Kurzarbeitergeld selbst, dem Progressionsvorbehalt. Dieser wird sich in der Einkommenssteuererklärung bemerkbar machen.

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Autoreninfo

Verena WittVerena Witt

Steuerfachangestellte

staatl. gepr. Finanzassistentin

Fachassistentin Lohn und Gehalt

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