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Montag, 11 November 2019 12:44

Unsere Vision vom Rechnungswesen der Zukunft

Der Beitrag zeigt unsere Visionen zur Buchhaltung der Zukunft.

Heute lächeln wir über das, was vor 20 Jahren technisch noch in den Kinderschuhen steckte. Heute gehen wir jeden Tag mit einer Selbstverständlichkeit in die Nutzer-Welt der Digitalisierung hinaus. Vieles um uns herum können wir uns einfacher und leichter zu Nutzen machen als noch vor wenigen Jahren. Warum gilt das nicht auch für die „Buchhaltung der Zukunft“? Wir sind bei persönlichen Interessen experimentierfreudiger als bei der Entscheidung, ob und wann wir die Buchhaltung denn vollständig digitalisieren wollen. Warum eigentlich?

Ein Vergleich: der Start in den Tag – früher und heute

Nach dem Aufstehen im Morgenmantel Haustür auf, Zeitung holen. Nachbarn schnell grüßen, Filterkaffee aufgießen und nachsehen, was noch im Kühlschrank ist – für die laufende Woche Einkaufszettel schreiben. Liegengebliebene Post öffnen, Überweisungsträger ausfüllen und auf dem Weg zur Arbeit noch in der Bank einwerfen wollen, keinen Parkplatz finden, der Blutdruck steigt – zum Hausarzt muss man ja auch noch, alljährlichen Check planen – Terminvereinbarung dazu geht erst um 9 Uhr, vorher ist das Telefon ständig besetzt…

Die gute alte Zeit war mit Nebenaufgaben gefüllt, heute nutzen wir die Digitalisierung ohne Wenn und Aber, was geboten wird und zwischendurch. Was hat sich danach geändert?

Zeitung nach dem Aufwachen im Bett downloaden, am häuslichen Vollautomat nur noch eine Tasse Kaffee ziehen. Einkaufszettel schreiben entfällt, ist alles in der Kühlschrank-App mit dem Supermarkt verbunden – die App regelt die Bestellung automatisch. Die Lieferung kommt zum Wunschtermin nach Hause und die Bezahlung erfolgt per Lastschrifteinzug. E-Mail-Postfach abrufen, Online-Banking per QR-Code via Handy oder iPad auslösen.

Kein langes Warten mehr; Hochrechnungsanalyse der Bankkontobewegung einsehen – was wird in den laufenden 90 Tagen noch eingezogen? Zeit, den Arzttermin per Online-Terminbuchung noch zu regeln, Erinnerungshinweise zur Medikamenten-Einnahme bestätigen, Rezept per CallmyApo-App an die örtliche Apotheke mit Bringdienst hochladen. Die nächste Nachricht erscheint auf der Uhr am Handgelenk, kein Stau – nur 10 Minuten heute bis zur Arbeit, entspannter kann ein Tag nicht starten.

Tolle Sache, für die Buchhaltung der Zukunft ist das ebenso praktikabel. Momentan sind wir bei dem Thema „Buchhaltung der Zukunft“ noch in den Kinderschuhen. In 20 Jahren werden wir wahrscheinlich wieder darüber lachen, was man sich heute hat noch nicht vorstellen können.

Momentan machen wir uns über die Möglichkeit von Prozessautomatisierungen in der Buchhaltung Gedanken. In Zukunft wird dies Nebensache werden. Wir nutzen heute auch nicht mehr eine 8“-Diskette, sondern eine App oder den digitalen Upload vom Rechner aus. ERP-Systeme werden die Zukunft der Logistik zunehmend gestalten und für einen komplexen Prozessabbau in Unternehmen sorgen.

Zukunft

Künstliche Intelligenz wird in automatisierbaren Prozessen über kurz oder lang überlegen sein.

Die Einsicht der einfachen BWA mit Summen- und Saldenliste wie bisher wird entfallen. Neue Auswertungstools werden kommen, die die Digitalisierung dorthin bringt, dass diese bei Anfragen von Kunden und Lieferanten einen Einblick in deren Zahlenauswertung wiedergibt. Neben eigenem Zahlungsverhalten eines potentiellen Kunden und dessen Debi-/Kreditoren, Umsatzsparten, Produktportfolio und daraus resultierenden Renditen. Man wird ganz anders als bisher darüber Informationen erhalten, ob Geschäftsbeziehungen mit dem neuen Gegenüber attraktiv sein werden und wo die Gefahren liegen.

Neben dem Einsatz von ERP-Systemen werden durch Datenanalysen von Lieferanten z. B. auch Lieferschwierigkeiten von Rohwaren als Frühwarnsystem eingebunden. Lieferengpässe können durch Prognosen gesteuert und alternative Zulieferer weltweit gefunden werden.

Neben den Zahlenanalysen, die übrigens nicht mehr zeitverschoben, sondern dann tagesaktuell (bzw. irgendwann stündlich) auswertbar sein werden, werden Prognosen erzeugt, z. B. auch Informationen zu Vertriebspartnern auf der ganzen Welt. Deren Netzwerk und weitere tiefgreifende Informationen über Kunden und Lieferanten des eigentlich neuen potentiellen Geschäftspartners nehmen statt Transparenz endlich Gestalt an.

Die künstliche Intelligenz wird definierte Ziel-Parameter eines Unternehmens im System analysieren und das passende Gegenüber auf den Plan rufen. Kontakte auf Plattformen wie z. B. Xing werden plötzlich ersetzbar, wie früher die guten alten „gelbe Seiten“, weil die Buchführungssysteme ihr eigenes Netzwerk schaffen werden.

Aus Verkauf von Produktstückzahlen hin über automatisierte Prognosen auf die Entwicklung eines Unternehmens kann durch künstliche Intelligenz künftig die Ableitung von über- oder unterdurchschnittlichem Wachstum gegenüber anderen Unternehmen abgeleitet werden – ganz anders als das bisherige Prozedere.

Wir müssen nicht mehr „Zurück in die Zukunft“ spielen. Die Entwicklungen in der Marktwirtschaft mit Vergleichsunternehmen werden besser vergleichbar, Entwicklungen an der Börse fließen zeitnaher mit in die Prognosen ein. Durch Beobachtung von Datenströmen und Märkten lernt Künstliche Intelligenz Schlussfolgerungen zu ziehen und genauere Prognosen aufzustellen.

Für kleinere und mittlere Unternehmen werden Chancen möglich, sich Partnern auf der ganzen Welt kurzfristiger anzuschließen. Was bisher mit einem unmessbaren Aufwand nicht kalkulierbar umsetzbar war, wird in Zukunft durch Globalisierung und Künstliche Intelligenz auf einen Nenner gebracht. Egal, ob Wachstum oder Nischenfindung: Mit Algorithmus-Filterungen wird sich die Buchhaltung in ein neues Zeitalter entwickeln.

Bislang erfolgen Meetings meist persönlich – noch selten über Videokonferenz. Auch das wird sich verändern. Die Digitalisierung hat z. B. in der medizinischen Behandlung Wurzeln gefasst: Mittlerweile können bei Patienten mittels einer 3D-Kamera Krankheitsbilder aus der Ferne diagnostiziert werden.

Unternehmen werden in der Zukunft smarte Tools und ERP-Systeme benötigen, mit denen man immer und von überall aus arbeiten kann und die persönliche Entlastung schaffen. Mehr Zeit für neue Ideen werden geschaffen. Produktionserweiterungen benötigen Sicherheit in Entwicklungsprognosen bei Investitionsfragen mit einem sicheren Zugriff auf Planzahlen und stetige Prognose-Auswertung – unter Anbindung aller Beteiligten an einem durchgängig praktischen digitalen Netzwerk-System.

Neben all den Visionen steht momentan noch als offene Frage jene der Datenanonymisierung entgegen: Insbesondere, wie man in 20 Jahren mit Anonymisierungsdiensten bei der Produktentwicklung gegenüber der Konkurrenz und der jetzigen Umgangsform mit dem Datenschutz verfahren wird.

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Autoreninfo

kuan testAnke Kutschki-Günther

Steuerberaterin

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