Kanzlei Nickert //images.kanzleinickert.de/nickert-logo-fb.jpg KANZLEI NICKERT | Rechtsanwälte und Steuerberater, Offenburg, kompetent in Rechts-, Steuerberatung, Finanz-, Lohnbuchhaltung, spezialisiert auf Branchen Bau, Handel und Industrie. info@kanzlei-nickert.de
Rammersweierstraße 120 77654 Offenburg

kanzlei nickert logo

header-tax-blog-steuern

Katharina Zapf
Freitag, 16 Dezember 2016 10:04

Steuerschuldnerschaft bei Bauleistungen

In der Regel ist der Unternehmer, der die Leistung erbracht hat, Steuerschuldner der Umsatzsteuer für von ihm erbrachte Leistungen. In bestimmten Fällen, so auch bei Bauleistungen, wurde die Steuerschuldnerschaft durch Einführung des § 13 b UStG auf den Leistungsempfänger übertragen.

War dieses Verfahren zunächst auf den Leistungsbezug von ausländischen Unternehmern begrenzt, wurde mittlerweile der Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger bei Bauleistungen eingeführt.

Zum 1.1.2002 wurde für bestimmte Leistungen gem. § 13b UStG der Übergang der Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempfänger (LE) eingeführt. Dies ist ebenfalls unter dem Begriff Reverse-Charge-Verfahren bekannt. Zu diesen Leistungen zählen auch die sog. Bauleistungen.

Bauleistungen

Bauleistungen sind Werklieferungen und sonstige Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen. Der Begriff des Bauwerks umfasst aber nicht nur Gebäude, sondern auch sämtliche aus Baustoffen mit baulichem Gerät gefertigten Anlagen, die mit dem Boden verbunden sind oder auf diesem aufgrund ihrer Schwere ruhen.

Beispiele für solche Bauleistungen sind der Einbau von Fenstern und Türen, Bodenbelägen, Aufzügen oder sonstigen Ladeneinbauten. Nicht zu den Bauleistungen zählen Planungs- und Überwachungsleistungen, sowie reine Materiallieferungen oder Reinigungsleistungen.

Voraussetzung für den Übergang der Steuerschuldnerschaft auf den LE ist, dass dieser Unternehmer ist und selbst Bauleistungen erbringt. Außerdem muss der LE die erbrachte Leistung selbst zur Erbringung einer Bauleistung verwenden. Dies betrifft in erster Linie Fälle, in denen ein Subunternehmer für andere Bauunternehmer Leistungen erbringt.

Nettorechnung des leistenden Unternehmers

Als Folge daraus stellt der leistende Unternehmer eine Nettorechnung aus. Diese muss die Angabe „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ enthalten (§ 14a Abs. 5 UStG). Der leistende Unternehmer ist verpflichtet, innerhalb von 6 Monaten nach Ausführung der Leistung eine Rechnung auszustellen. Außerdem muss die Rechnung sowohl vom Unternehmer als auch vom LE 10 Jahre lang aufbewahrt werden.

Gemäß § 13b Abs. 5 Satz 6 UStG geht zwar die Steuerschuld auch dann auf den LE über, wenn dieser die Bauleistung für seinen privaten Bereich bezieht. Der BFH setzt für den Übergang der Steuerschuldnerschaft jedoch voraus, dass die empfangene Bauleistung für eine eigene (Ausgangs-)Bauleistung verwendet wird. Eine Bauleistung, die für den privaten Bereich empfangen wird, kann daher nach aktueller Rechtsprechung nicht mehr zur Umkehr der Steuerschuldnerschaft führen.

Entstehung der Steuer

Die Steuer entsteht bei der sog. Sollversteuerung, also der Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten, mit Ausstellung der Rechnung, spätestens aber mit Ablauf des Veranlagungszeitraums, in dem die Bauleistung ausgeführt wurde. Bei Abschlagszahlungen, also wenn das Entgelt vor der Leistungserbringung bezahlt wird, entsteht die Steuer mit dem Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem das Entgelt vereinnahmt wurde.

Die Leistung wird vom LE dadurch versteuert, dass er die empfangene Bauleistung in seiner Umsatzsteuer-Voranmeldung anmeldet. Die Höhe der Steuer muss vom LE auf Grundlage der Rechnung des Leistenden selbst berechnet werden. Die Bemessungsgrundlage ist der in der Rechnung ausgewiesene Betrag. Sofern er ebenfalls zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, kann er den Betrag in gleicher Höhe als Vorsteuer abziehen.

Weiterführende Infos der KANZLEI NICKERT zum Thema

Whitepaper Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers bei Bauleistungen 

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

 

Die von uns verwendeten Cookies sollen sicherstellen, dass Sie unsere Website optimal genießen können.
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Nutzung dieser Cookies einverstanden. Weitere Informationen zum Datenschutz