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Montag, 07 April 2014 09:01

Magazin: Forderungsbewertung beim Jahresabschluss

Der Forderungsbestand eines Unternehmens bildet oftmals eine der wesentlichen Positionen der Bilanz. Daher sollte diese Position im Rahmen der laufenden Finanzbuchhaltung sowie bei den Jahresabschlussarbeiten kritisch unter die Lupe genommen werden. Inwieweit Forderungen als Liquiditätspolster einzustufen sind, zeigt sich erst in der Zukunft.

 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Geldansprüche des Unternehmens, die aufgrund der Veräußerung von Produkten bzw. Dienstleistungen entstanden sind. Eine Forderung entsteht somit, indem ein Unternehmen seinen Vertragspflichten aus einem gegenseitigen Vertrag (z. B. Kauf-, Werk- oder Dienstleistungsvertrag) nachgekommen ist und es die Ware geliefert bzw. die Leistung erbracht hat. Der Vertragspartner dieses Unternehmens ist jedoch seiner Zahlungspflicht für die angenommene Ware noch nicht nachgekommen.

Die Aktivseite der Bilanz ist in das Umlauf- und Anlagevermögen gegliedert. Zum Umlaufvermögen gehören die Forderungen, da diese von kurzfristiger Art sind und in der Regel eine Dauer von höchstens 12 Monaten haben.

Erstbewertung

Forderungen sind bei der Erstbewertung im Zuge der Bilanzierung höchstens zu den Anschaffungskosten anzusetzen. Die Anschaffungskosten entsprechen grundsätzlich dem Nennwert. Im Rahmen der Folgebewertung werden die Forderungen hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit überprüft.

Überprüfung der Bewertung

Forderungen stellen erst in der Zukunft zu realisierende und deshalb mit Unsicherheiten behaftete Vermögensgegenstände dar. Bei der Folgebewertung sind die Forderungen in 3 Wertkategorien einzuteilen: vollwerthaltige, zweifelhafte und uneinbringliche Forderungen.

  • Vollwertige Forderungen sind grundsätzlich mit dem Nennwert zu bewerten, da kein Zweifel besteht, dass die Forderungen beglichen werden.
  • Uneinbringliche Forderungen werden auf den Wert Null abgeschrieben, z. B. bei Verjährung des Anspruchs oder Insolvenz des Schuldners.
  •  Zweifelhafte Forderungen sind solche, die nicht vollumfänglich werthaltig sind. Sie werden einzelwertberichtigt, z. B. nach den Erfahrungen aus dem Mahnwesen oder bei mangelnder Zahlungsbereitschaft.

Einzelwertberichtigung

Ist im Bereich der Einzelwertberichtigung der Forderungen aufgrund der Zahlungsfähigkeit bzw. Zahlungswilligkeit des Schuldners ein Spielraum möglich, so sollte stets das Vorsichtsprinzip berücksichtigt, und somit ein geringerer Wert gewählt werden. Stehen Sicherheiten in der Verfügungsmacht des Gläubigers, sind diese ebenfalls mit zu berücksichtigen und mit der Forderung als Bewertungseinheit zusammen zu fassen.

Pauschalbewertung

Einzelwertberichtigungen für latent ausfallbedrohte Forderungen können im Rahmen einer sog. Pauschalbewertung vorgenommen werden, etwa nach den betrieblichen Erfahrungswerten z. B. aus dem Mahnwesen. Sinnvoll ist dies insbesondere bei einem großen Kundenkreis, bei dem die finanzielle und wirtschaftliche Lage der einzelnen Kunden bekannt ist.

"Speziell bei Forderungen aus laufenden Geschäften sollten die vertraglichen Vereinbarungen genau eingehalten und das Mahnwesen besonders konsequent betrieben werden – mit entsprechend positiven Liquiditätswirkungen."

[Carmen Kruss]

 

 

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

 

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