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Mittwoch, 26 März 2014 05:55

Erste Tätigkeitsstätte nach dem neuen Reisekostenrecht

Neu im Reisekostenrecht ist der Begriff „erste Tätigkeitsstätte". Bislang war von der „regelmäßigen Arbeitsstätte" die Rede. Dies ist jedoch nicht nur eine Änderung in der Begrifflichkeit, wie dieser Beitrag zeigen soll.

Erste Tätigkeitsstätte

Möglich ist nach der neuen Regelung, dass der Arbeitnehmer maximal eine erste Tätigkeitsstätte hat.

Das neue Reisekostenrecht (§ 9 Abs. 4 EStG) macht es möglich, dass der Arbeitgeber festlegt, wo die erste Tätigkeitsstätte des Arbeitnehmers ist. Diese erste Tätigkeitsstätte muss nicht beim eigenen Arbeitgeber sein. Es kommt darauf an, welcher ortsfesten Einrichtung der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist.

Ein Beispiel: Ein Außendienstmitarbeiter, der ständig bei verschiedenen Kunden unterwegs ist, hat seine erste Tätigkeitsstätte nicht bei den verschiedenen Kunden, er ist keinem der Kunden dauerhaft zugeordnet.

Ein weiteres Beispiel: Ist ein Leiharbeitnehmer z. B. länger als 48 Monate in einem Unternehmen eingesetzt, so kann er beim Entleiher die erste Tätigkeitsstätte haben.

Wenn keine solche erste Tätigkeitsstätte bestimmt ist, dann wird die Zuordnung nach bestimmten zeitlichen Kriterien vorgenommen wie z. B. wo arbeitet der Arbeitnehmer normalerweise täglich? Das bloße Abholen von Fahrzeugen/Material begründet aber keine erste Tätigkeitsstätte.

Die Zuordnung durch den Arbeitgeber z. B. im Arbeitsvertrag ist aber immer vorranging vor der zeitlichen Betrachtung und hat Sperrwirkung. Das häusliche Arbeitszimmer ist im Übrigen keine erste Tätigkeitsstätte.

Folgen der  Zuordnung

Ist das nur ein Austausch der Begrifflichkeiten? Nein, denn immer dann, wenn der Arbeitnehmer außerhalb seiner Wohnung und außerhalb seiner „ersten Tätigkeitsstätte" beruflich unterwegs ist, handelt es sich um eine Auswärtstätigkeit.

Die Auswärtstätigkeit hat zur Folge, dass  der Arbeitnehmer Verpflegungsmehraufwand geltend machen kann. Dieser beträgt seit 2014:

  •  Bei einer eintägigen Abwesenheit von mehr als 8 Std. = 12 €
  • Bei einer Abwesenheit von 24 Stunden = 24 €
  •  Bei mehrtägiger Auswärtstätigkeit für den An- und Abreisetag, auch bei weniger wie 8 Std. = 12 €

Die Wege zur ersten Tätigkeitsstätte können – wie bislang auch – bei der Steuererklärung nur mit der Entfernungspauschale geltend gemacht werden. Stellt der Arbeitgeber einen Dienstwagen zur Verfügung, sind die Wege zur ersten Tätigkeitsstätte als geldwerter Vorteil mit 0,03% des Listenpreises je Kilometer in Ansatz zu bringen.

TIPP der KANZLEI NICKERT:

Überprüfen Sie im Arbeitsvertrag, ob Sie festgelegt haben, wo der Arbeitsort ist. Falls hier nichts festgelegt ist, können Sie im Rahmen einer Zusatzvereinbarung Klarheit schaffen.

Auch bei der Mahlzeitengestellung und bei den Unterkunftskosten hat sich im neuen Reisekostenrecht etwas getan. Für Fragen hierzu steht Ihnen die KANZLEI NICKERT gerne zur Verfügung.

[Johanna Helmer]

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

 

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