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Montag, 25 November 2013 07:23

Magazin: Rückstellungen

 

Für alle im Unternehmen bestehenden Abteilungen (Einkauf, Vertrieb, Führung, Personal, Forschung, Entwicklung) muss der Begriff „Rückstellungen" und die Frage nach deren Erforderlichkeit ein ständiger Begleiter sein. Die dafür verantwortlichen Personen müssen ihre Tätigkeiten auf bestehende Risiken und eine etwaige Inanspruchnahmen prüfen. Diese „Prüfungsergebnisse" sind evtl. in der Finanzbuchhaltung, den Planungsrechnungen und dem Jahresabschluss zu berücksichtigen.  

Die Position „Rückstellungen" ist im Jahresabschluss zu finden. Es ist ein Begriff aus dem Rechnungswesen und stellt einen Schuldposten dar. D.h. dem Unternehmen ist bekannt, dass es in Zukunft eine Schuld zu bezahlen hat, deren Höhe und Fälligkeitszeitpunkt aber noch unbekannt sind. Grob typisiert kann man von Rückstellungen für

  • ungewisse Verbindlichkeiten
  • drohende Verluste aus schwebenden Geschäften
  • bestimmte Aufwendungen

sprechen.

Rückstellungen im Handelsrecht und im Steuerrecht

Die Bilanzierung einer Rückstellung muss nach dem Prinzip der Vorsicht erfolgen. Der Unternehmer hat seine Risiken und vorhersehbaren Verluste aus seiner Geschäftstätigkeit im Jahresabschluss auszuweisen. Er ist vor allem gegenüber seinen Gläubigern verpflichtet, seine Rechnungslegung im Jahresabschluss nach der tatsächlichen Vermögens- und Schuldenlage darzulegen. Dies umfasst der Grundsatz der „Bilanzklarheit und Bilanzwahrheit".

Fremdkapitalseite

Hierzu darf die Position Rückstellung auf der Fremdkapitalseite nicht mit zu geringen Werten bilanziert werden. Das Vorsichtsprinzip fordert den Unternehmer auf, seine Rückstellungen nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zu berechnen.

Grundsätzlich sind die handelsrechtlichen Normen auch für die Aufstellung der Steuerbilanz maßgebend, soweit das Steuerrecht nicht eigene Sondervorschriften vorsieht.

Handelsrechtlich müssen Rückstellungen mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag ausgewiesen werden, inkl. Wertsteigerung und Verteuerung. Steuerrechtlich werden die Verbindlichkeiten mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Bei einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind die Rückstellungen zudem abzuzinsen: im Handelsrecht mit dem Marktzinssatz der Bundesbank, im Steuerrecht zu einem verbindlichen Zinssatz von 5,5 %.

Rückstellungen und Eigenkapital

Rückstellungen muss der Kaufmann zwingend im Fremdkapital ausweisen, damit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für seine Firma korrekt dargestellt wird. Deshalb tragen Rückstellungen in der Bilanz zur Schmälerung des Eigenkapitalanteils bei.

Banken bewerten die Bonität eines Unternehmens bei höherer Eigenkapitalquote besser. Der Ausweis von Rückstellungen spielt also auch bei der Kreditvergabe eine wichtige Rolle.

Auflösung von Rückstellungen

Rückstellungen dürfen grundsätzlich nur aufgelöst werden, soweit der Grund für die Rückstellung entfallen ist. Die Auflösung wiederum ist i.d.R. erfolgswirksam über Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen zu buchen.

Rückstellungen nach internationalen Standards

Bei den Rückstellungen nach internationalen Standards (IFRS oder US-GAAP) ergeben sich gegenüber den handelsrechtlichen Rückstellungen einige Unterschiede. Während nach HGB in der Handelsbilanz sowohl Aufwands-, als auch Schuldrückstellungen bilanziert werden dürfen, ist nach IFRS und US-GAAP nur der Ansatz von Schuldrückstellungen erlaubt.

Außerdem muss der Eintritt der Verpflichtung sehr wahrscheinlich sein, d.h. nach IFRS größer als 50 % und nach US-GAAP sogar größer als 70 %. Hier zeigen sich wesentliche Unterschiede in der Rechnungslegung zwischen HGB und internationalen Standards, weshalb der Ausweis von Rückstellungen nach deutschem Handelsgesetz in der Regel auch höher ausfällt als nach US-GAAP oder IFRS.

 

[Frank Lienhard & Beate Störr]

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

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