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Mittwoch, 09 Januar 2013 07:21

Arbeitnehmerrabatte als Lohnvorteil

In vielen Firmen erhalten Arbeitnehmer vom Arbeitgeber einen Rabatt auf die hergestellten Produkte und Dienstleistungen. Bislang sahen die Finanzämter diesen Rabatt in voller Höhe als „geldwerten Vorteil“ an, welchen man verteuern musste.

Nun klagte ein Arbeitnehmer eines Autohauses. Er hatte von seinem Arbeitgeber ein Neufahrzeug deutlich unter dem Listenpreis erworben. Aus Sicht der Finanzämter war dieser Rabatt einkommenspflichtiger Lohn.

Mit seinem Urteil hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Arbeitnehmer, wenn sie von ihrem Arbeitgeber verbilligt Produkte und Dienstleistungen beziehen, darauf keine Lohnsteuer entrichten müssen. Zumindest nicht, wenn der gewährte Preisnachlass gleich oder niedriger ausfällt wie ein gewährter Rabatt des Arbeitgebers an Endkunden. Dies war in der oben genannten Klage des Autohausangestellten der Fall.

Denn wenn "normalen" Kunden solche Rabatte eingeräumt werden, sei nicht erkennbar, aus welchen Gründen die Arbeitnehmer den gleichen Nachlass als Arbeitslohn versteuern sollten. An dieser Stelle musste auch das Finanzamt einräumen, dass es nicht erklären kann, welche "lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteile" die Mitarbeiter in solchen Fällen eigentlich bekommen.

Steuerrechtlich relevant sind hier überhaupt nur die Rabatte, die über die Hälfte des üblichen Kunden-Rabatts hinausgehen. Dieser Restbetrag muss zwar versteuert werden, davon werden aber 4% zugunsten des Arbeitnehmers abgezogen; außerdem bleiben jährlich 1080 € steuerfrei (§8 (3) EStG).

(AZ: VI R 30/09 und AZ: VI 27/11; Urteil vom 26.7.2012)

[Johanna Helmer]

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