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Dienstag, 04 Dezember 2012 09:25

Magazin: Nettolohnoptimierung

Der demografische Wandel verändert nicht nur unsere Gesellschaftsstruktur, auch die Arbeitswelt ist in einem ständigen Umbruch. Der Mangel an Fachkräften ist immer häufiger Thema in den Nachrichten. In diesen Zeiten qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte zu finden und auch zu halten wird immer schwieriger.

Dabei gibt es für den Arbeitgeber (AG) viele Möglichkeiten, im Lohnbereich den Mitarbeiter zu binden und zu motivieren und gleichzeitig die Lohnkosten für das Unternehmen zu senken: Stichwort Nettolohnoptimierung.

Lohn und Zuwendungen an Arbeitnehmer (AN) unterliegen grds. der Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht. Die Folge: Der AG hat neben den reinen Lohnkosten auch noch den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung (SV) zu tragen und der AN bekommt von seinem Brutto ein viel kleineres Netto ausbezahlt.

Der Gesetzgeber fördert jedoch viele Lohnbausteine. Zum einen gibt es steuerfreie Einnahmen, zum anderen gibt es Einnahmen, die der Pauschalsteuer unterliegen. Zudem sind diese Einnahmen oftmals sozialversicherungsfrei. Die wichtigsten Formen der Nettolohnoptimierung möchten wir ihnen im Folgenden aufzeigen.

Ein großer Punkt innerhalb der Nettolohnoptimierung sind die Sachbezüge: das sind vor allem Gutscheine, Mahlzeitengestellung, Betriebsveranstaltungen, Tankkarten u.v.m.

Diese Sachzuwendungen bleiben im Rahmen einer monatlichen Freigrenze von 44 € inkl. USt steuer- und sozialversicherungsfrei. Sobald der Betrag 44 € übersteigt, wird der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig. Diese 44 €-Grenze gilt nicht für die Überlassung von Firmenwagen, für Sachbezüge wie Unterkunft und Beköstigung sowie für die verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen.

Erhält der AN vom AG teilentgeltlich oder unentgeltlich Waren oder Dienstleistungen, die der AG nicht überwiegend für den AN herstellt oder erbringt, besteht die Möglichkeit des Rabattfreibetrags: das sind 1080 € pro Jahr. Dieser Betrag ist steuer- und beitragsfrei. Übersteigt der Wert der Ware oder Dienstleistung den Betrag von 1080 €, so ist der übersteigende Wert inkl. USt steuer- und beitragspflichtig.

Bei bestimmten Sachzuwendungen an AN ist der Sonderfall der Pauschalierung nach § 37b EStG zu beachten.

Eine große finanzielle Belastung für AN sind die laufenden Kosten des eigenen PKWs bzw. die Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Hier gibt es für den AG einige Möglichkeiten, seinem AN etwas Gutes zu tun.

Ein allzeit beliebter Lohnbestandteil ist die private KFZ-Nutzung betrieblicher Fahrzeuge: Beim AN wird lediglich der Sachbezugswert, also 1% vom Bruttolistenpreis des Fahrzeugs, versteuert und verbeitragt und weitere 0,03 % vom Bruttolistenpreis pro Entfernungskilometer für die Fahrten Wohnung-Arbeitsstätte. Der AN spart dadurch die monatliche Leasingrate bzw. die Anschaffungskosten, sowie die laufenden Unterhaltskosten wie Benzin, Reparaturkosten, Steuer und Versicherung. Sämtliche Kosten für den Unterhalt trägt der AG.

Selbstverständlich kann mit dem AN auch eine Zuzahlung zu den monatlichen Kosten vereinbart werden, was immer noch ein großer finanzieller Vorteil für den AN ist.

Eine weitere finanzielle Unterstützung in diesem Bereich ist die Übernahme der Kosten vom AG für ein sog. Jobticket, bei dem die oben bereits erwähnte Sachbezugsgrenze von 44 € zur Anwendung kommen kann oder die Gewährung von km-Geld, das der pauschalen Lohnsteuer unterworfen wird.

Hier nun noch ein paar Stichworte für weitere steuerbegünstigte Lohnbestandteile: Betriebliche Altersvorsorge, Arbeitskleidung, Kindergartenzuschuss, Gesundheitsförderung, Sonntags-, Nacht- und Feiertagszuschläge, Reisekosten, Fortbildungskosten, AG-Darlehen, PC oder Telefonnutzung u.v.m.

Es gibt für den AG also viele Möglichkeiten, das Netto des AN zu optimieren und ihn so an das Unternehmen zu binden und ihn gleichzeitig zu motivieren. Bei den einzelnen Gestaltungsvarianten sind jedoch bestimmte Voraussetzungen und Besonderheiten sowie Einschränkungen zu beachten, die in diesem Artikel nicht alle aufgezeigt werden konnten. Möchten Sie netto-optimierend tätig werden, ist es zu empfehlen, sich gründlich beraten zu lassen, damit Ihre Lohngestaltung bei der nächsten Prüfung auch wirklich anerkannt wird. Unsere Personalabteilung steht Ihnen gerne zur Verfügung.

„Mehr Netto vom Brutto – und Ihre Arbeitnehmer sind glücklich…“

 

[Verena Witt; Lisa Riehle]

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

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