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Sonntag, 01 August 2010 02:09

Gewerbesteuer-Basics für die Rechtsformwahl

Die Gewerbesteuer ist eine Steuer, die als Gewerbeertragsteuer auf die objektive Ertragskraft eines Gewerbebetriebes erhoben wird. Die Gewerbesteuer trägt maßgeblich zur Finanzierung der Gemeinden bei und ist ihre wichtigste originäre Einnahmequelle. Die Gewerbesteuer hat als Steuergegenstand den im Inland geführten Gewerbebetrieb. Unter einem Gewerbebetrieb ist eine Tätigkeit zu verstehen, die:

  • selbständig
  • nachhaltig
  • mit Gewinnerzielungsabsicht unternommen wird
  • eine Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt
  • und nicht als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft oder einer selbständigen Arbeit anzusehen ist.

Die Pflicht zur Gewerbesteuer beginnt bei Einzelunternehmern und Personengesellschaften, wenn alle Voraussetzungen zur Annahme eines Gewerbebetriebes erfüllt sind, bei Kapitalgesellschaften(z.B. GmbH) mit der Eintragung ins Handelsregister und bei Vereinen mit der Aufnahme des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes. Wenn die Bruttoeinnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Vereins35.000 € im Kalenderjahr nicht übersteigen, unterliegt der Geschäftsbetrieb des Vereines nicht der Gewerbesteuer. Die Berechnung der Gewerbesteuer wird anhand des Gewinns aus Gewerbebetrieb ermittelt. Bei diesem Berechnungsverfahren werden gewisse Ausgaben dem Gewinn hinzugezählt und andere Aufwendungen von diesem gekürzt. Falls im Vorjahr ein Verlust vorlag, so kann dieser beschränkt vom Gewinn abgezogen werden. Daneben gibt es Freibeträge, die abhängig von der Unternehmensform des Gewerbebetriebs den Gewinnmindern können. Einzelunternehmer und Personengesellschaften dürfen einen Freibetrag von 24.500 € und Vereine einen Betrag von5.000 € abziehen. Für Kapitalgesellschaften gibt es dagegen keinen Freibetrag.

Auf den daraus berechneten verbleibenden Gewerbeertrag ist die Steuermesszahl von3,5 % anzuwenden. Diese wurde mit der Reform2008 für alle vereinheitlicht. Der Hebesatz, der bei den Gemeinden unterschiedlich hoch ist(z.B. in Offenburg 380 %, in Lahr 350 % und in Freiburg 400 %), wird zum Abschluss auf den Steuermessbetrag angewandt und führt somit zur fälligen Gewerbesteuer. Obwohl die Gemeinde für die Erhebung der Gewerbesteuer zuständig ist, geht die Gewerbesteuererklärung an das Finanzamt. Dort wird der Steuermessbetrag ermittelt und der Gemeinde in der Form des sog. Steuermessbescheidsübergeben. Diese wendet ihren eigenen Hebesatz an und teilt die fällige zu zahlende Steuer dem Steuerpflichtigen mittels Gewerbesteuerbescheid mit.

„Beim Einzelunternehmer und der Personengesellschaft gibt es einen Freibetrag – bei der GmbH nicht."

Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer. Grundlage für die Ermittlung der Gewerbesteuer ist der Gewinn aus dem Gewerbebetrieb. Auf den endgültigen Gewerbeertrag wird die einheitliche Steuermesszahl von 3,5 % angewandt. Durch den unterschiedlich hohen Hebesatz in den Gemeinden wird die endgültige Gewerbesteuerzahllast durch den Gewerbesteuerbescheid festgesetzt.

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

 

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