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Cornelius Nickert
Montag, 20 April 2020 12:25

Corona: Das Problem bei den KfW-Finanzierungen

Die KfW ist in der Covid-19-Pandemie bereit, kurzfristig mit Liquidität zur Verfügung zu stehen. Das ist als Sofortmaßnahme gut und wichtig. Man sollte aber die späteren Auswirkungen betrachten, die die Sofortmaßnahmen mit sich bringen.

Vereinfachtes Beispiel zu einer KfW-Finanzierung während der Corona-Krise

Zur Vereinfachung soll folgendes vereinfachtes Beispiel (ohne Steuern) dienen:

Ein Unternehmen erzielt 25 Mio. € Umsatzerlöse. Es handelt sich um ein reifes Unternehmen, das aus früheren und besseren Zeiten noch eine gute Eigenkapitalausstattung mitbringt. Unterstellt, die Abschreibung ist mit den Tilgungen auf Bankdarlehen gleichzusetzen, ergibt sich das untenstehende Bild der Gewinn- und Verlustrechnung. Das Unternehmen erwirtschaftet einen kleinen Gewinn von rund 400 T€.

Im Jahr 2020 schlägt die Corona-Pandemie zu, der Umsatz bricht ein. Das Unternehmen erwirtschaftet Verluste. Die Verluste resultieren im Wesentlichen aus den sonstigen Kosten und aus erhöhten Abschreibungen (Wertberichtigung, Warenbestand). Alle anderen Kosten können anteilig zum Umsatzeinbruch reduziert werden (was eine sehr optimisitsche Annahme ist). Um die Liquidität aufrecht zu erhalten, finanziert das Unternehmen 3 Mio. € “KfW-Finanzierung”. Das Darlehen ist ab dem zweiten Jahr in 4 Jahren zu tilgen, Zinsaufwand 30 T€ pro Jahr.

Das Unternehmen benötigt ein Umlaufvermögen (ohne Geldbestände) von 3 Mio. €. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen neigen sich dem Ende zu. Es stehen Reinvestitionen von 10 Mio. € an.

In den Jahren 2021 ff. erwirtschaftet das Unternehmen wieder die Ergebnisse aus dem Jahr 2019.

 Tabelle 1

Wenn man sich die Situation anschaut, erkennt man ohne Weiteres, dass die Verlustfinanzierung kurzfristig die Eigenkapitalquote senkt. Da mit dem Darlehen keine renditebringenden Vermögensgegenstände akquiriert wurden, führt dies zu einer kurzfristigen geringen Verschlechterung der Rentabilität und ab Einsetzen der Tilgung zu einem Aufzehren der Liquidität. Gleichzeitig wird die frei erwirtschaftbare Liquidität für den Abbau der Schulden benötigt. Es bleibt also kein bzw. wenig Spielraum für Investitionen. Das Problem ist also nur in die Zukunft verschoben.

Nicht alle Unternehmen sind mit einer solchen Eigenkapitalausstattung versehen. Schaut man sich das Szenario mit einer immer noch hohen Eigenkapitalquote von knapp 30 % an, erkennt man ohne Weiteres, dass die wirtschaftliche Entwicklung in die Insolvenz führt.

 Tabelle 2

Plan B: (vorläufige) Eigenverwaltung, Schutzschirm, Insolvenzplan und ggf. EU-Restrukturierungsrahmen

Was ist nun zu tun? Vielleicht kann sich das Unternehmen nach Überwinden der Corona-Krise an aufgeschobenen Aufträgen zumindest teilweise erholen. Eine “sichere Bank” dürfte dies aber nicht sein. Unternehmen, die über die KfW Verluste finanzieren, sollten sich daher einen Plan B zurechtlegen. Der Gesetzgeber stellt hierzu die Instrumente (vorläufige) Eigenverwaltung, Schutzschirm und Insolvenzplan und in Kürze hoffentlich den EU-Restrukturierungsrahmen zur Verfügung.

Haben Sie Bedarf? Sind Sie in einer ähnlichen Situation? Sprechen Sie uns gerne rechtzeitig an.

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nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Insolvenzrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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