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Montag, 15 August 2016 17:13

Unternehmen reagieren zu spät auf Krisen

Eine Studie zum deutschen Restrukturierungsmarkt des Instituts für Unternehmenssanierung und -entwicklung sowie der Hochschule Heidelberg  bescheinigt, dass ein Großteil von Krisenunternehmen erst kurz vor der Insolvenz geeignete Maßnahmen gegen die Krisenursachen einleitet.

Infolgedessen besteht nur ein kleiner und zeitlich begrenzter Handlungsspielraum, um die Krise zu überwinden. Zudem benötigen diese späten Handlungen deutlich mehr Ressourcen, die wiederum an anderen Stellen fehlen.

Unternehmenskrise als Chance

Unternehmen entwickeln sich im Lauf der Zeit leider nicht immer positiv. Gelegentlich sind sie mit negativen Ereignissen konfrontiert, die dann zu einer Unternehmenskrise führen können. Solange ein Unternehmen keine Maßnahmen gegen die Krisenursachen einleitet, verschärft sich die Unternehmenskrise im Zeitablauf. Jedoch ist eine Krise per se nichts Schlechtes. Denn in jeder Krise steckt eine Chance, eine Chance auf Neuausrichtung!

Stadien der Unternehmenskrise

Literatur und Praxis charakterisieren eine Unternehmenskrise durch 6 Krisenstadien. Diese Stadien entwickeln sich i.d.R. aufeinander aufbauend. Oft handelt es sich um einen schleichenden Prozess, bei dem das nachgelagerte Krisenstadium die logische Konsequenz der Krisenursachen des vorhergehenden Stadiums ist.

So hat z. B. ein Handyhersteller vor 8 Jahren den Trend zu Smartphones nicht erkannt und weiterhin „normale“ Handys produziert. Dieser Hersteller setzte auf die falsche Strategie (Strategiekrise). Im Lauf der Zeit hat der Hersteller weniger Handys verkauft (Absatzkrise), was wiederum den Ertrag schmälerte (Erfolgskrise) und zum Verkauf des Unternehmens führte (Liquiditätskrise).

Krisenauswirkungen

Mit jedem weiteren Stadium intensiviert sich die Krise und die Insolvenzwahrscheinlichkeit steigt zunehmend. Demgegenüber verringert sich der Handlungsspielraum für das Unternehmen. Folglich fällt es dem Unternehmen umso schwerer, die Krise zu meistern und eine erfolgreiche Sanierung einzuleiten.

Zeitpunkt von Gegenmaßnahmen

Leider reagieren laut der Erhebungen des Instituts für Unternehmenssanierung und -entwicklung und der Hochschule Heidelberg rund 65 % der teilnehmenden Unternehmen erst kurz vor der Insolvenz – in der Liquiditätskrise – bzw. bei Vorliegen der Insolvenzreife auf die anhaltende Unternehmenskrise. Somit bindet ein Großteil der Unternehmen erst zu diesem „späten“ Zeitpunkt erfahrene Sanierungsberater ein.

Für diese Unternehmen besteht zum einen ein geringeres Zeitfenster, um auf die Krise zu reagieren und zum anderen nur ein kleiner Handlungsspielraum. Dementsprechend benötigen diese Unternehmen einen größeren Aufwand/mehr Ressourcen, um die Krise zu überwinden – so schwinden die Erfolgsaussichten.

Tipp der KANZLEI NICKERT

  • Versuchen Sie schon in einer frühen Phase, die anschwellende Krise wahrzunehmen und nötige Schritte einzuleiten.
  • Nehmen Sie sich Zeit und identifizieren Sie eine Fülle von Krisenursachen. Denn jede nicht behobene Ursache kann zu einem späteren Zeitpunkt eine Krise entfachen.
  • Sollten Sie eine Krise identifiziert haben, empfiehlt es sich, krisenerfahrene Personen/Partner hinzuzunehmen. Denn diese haben sich schon mit der besonderen Unternehmenssituation – der Krise – auseinandergesetzt und wissen, was steuerlich, rechtlich und betriebswirtschaftlich zu erledigen ist.
  • Spätestens sobald Sie einen Liquiditätsengpass verspüren, sollten Sie sich einer Insolvenzreifeprüfung unterziehen.
  • Als Geschäftsführer (einer GmbH) haben Sie stets die Pflicht, über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens Bescheid zu wissen. Insbesondere ob die GmbH in der Lage ist, die fälligen Verbindlichkeiten zum Stichtag zu begleichen. Ansonsten können Sie persönlich haften. Daher ist es anzuraten, auch typische Krisensymptome zu prüfen oder Früherkennungssysteme aufzubauen.
  • Die obige Studie bestätigt, dass insbesondere in der Liquiditätskrise und bei der Insolvenzreife der Einsatz von erfahrenen und etablierten „Wissensträgern“ ein erfolgsversprechender Faktor bei der Krisenbeseitigung ist.
  • Eine Unternehmenssanierung ermöglicht dem Unternehmen/Unternehmer eine Neuausrichtung auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen. Darüber hinaus werden unternehmensweite Schwachstellen und Krisenursachen ermittelt und mit Maßnahmen behoben. Die wichtigen Prozesse werden optimiert und unter Umständen ist es möglich, sich von langfristigen und nachteiligen finanziellen Verpflichtungen zu lösen.

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[Benjamin Schilling]

 

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