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Dienstag, 04 August 2015 13:57

Magazin: Sanierungsaspekte in der Industrie

Industrieunternehmen erbringen ihre Leistungen – neben dem Einsatz der Mitarbeiter – im Wesentlichen durch Maschinen. Deshalb ist in den Unternehmen dieser Branche in der Regel ein hoher Kapitaleinsatz notwendig.

Viele Unternehmen haben sich darüber hinaus zu einem Systempartner entwickelt, d.h. ihre Leistungserbringung geht über die Herstellung einzelner Komponenten für den Endkunden hinaus. Das Wissen über die Produktion, gerade der Abläufe / Prozesse, und das Wissen bezüglich einzelner Kunden ist oftmals „nur" in den Köpfen der Mitarbeiter „dokumentiert".

Bei der Sanierung eines Industriebetriebs ist die Berücksichtigung branchenbedingter Besonderheiten daher unausweichlich. Auch bzw. gerade in der Industrie gilt der Leitsatz:

„Je früher eine Sanierung beginnt, desto größer sind die Erfolgschancen."

Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der vorhandene Maschinenpark über Jahre gewachsen ist und speziell auf die zu produzierenden Produkte ausgerichtet ist.

Eine schnelle Drehung bzw. Erweiterung des Produktportfolios ist deshalb oftmals nicht möglich, da dafür ein ausreichendes Liquiditätspolster und Zeit notwendig sind. Ein solches Vorhaben stellt dessen ungeachtet auch für ein gesundes Unternehmen eine Herausforderung dar.

Liquiditätsengpass

Ist der Sanierungsfall eingetreten, ist in vielen Fällen bereits schon nicht mehr ausreichend Liquidität vorhanden. Deshalb wird der Spielraum zur Einleitung von Gegenmaßnahmen mit jedem Monat, mit dem die Sanierung später beginnt, kleiner. Eine Drehung im Produktbereich würde kurzzeitig zu weiteren reduzierten Liquiditätszuflüssen führen, da die neuen Produkte erstmal in der Produktion platziert werden müssten. Für neue Produkte sind infolgedessen auch neue Werkzeuge, ggf. sogar neue Maschinen notwendig.

Bei einem Sanierungsfall kann es aber auch so sein, dass die Produkte am Markt noch erfolgreich sind, doch mit dem vorhandenen Maschinenpark nicht mehr wettbewerbsfähig produziert werden können. Es wird deutlich, dass die Krisenanalyse bei dem kränkelnden Unternehmen einzelfallbezogen erfolgen muss.

Know-how retten / Systemlieferant erhalten

Die Unternehmenssanierung ist heutzutage in vielen Fällen nicht nur für das betroffene Unternehmen selbst, sondern auch für die mit diesem Unternehmen in Verbindung stehenden Partner wichtig. Der Ausfall eines Systemlieferanten kann auch mit erheblichen Folgen für die vor- und nachgelagerten Unternehmen der Wertschöpfungskette einhergehen.

So z.B., wenn der Kunde auf die Lieferung des Gesamtsystems angewiesen ist und bei einem Ausfall kein schneller Ersatz gefunden werden kann bzw. der zweite Lieferant die dann erforderlichen Mengen nicht innerhalb kürzester Zeit produzieren und liefern kann.

Somit haben an der Sanierung in der Regel auch viele Partner ein Interesse, da nur durch die Rettung des Unternehmens das Know-how und damit der Lieferant / Kunde gerettet werden kann.

Sanierungsgutachten

In dem im Rahmen der Sanierung zu erstellenden Sanierungsgutachten ist eine detaillierte Unternehmensanalyse zu dokumentieren. Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass die Problembereiche – sei es leistungs- oder finanzwirtschaftlich, ggf. auch organisatorisch – deutlich werden. Zur Überwindung der Krise sind Maßnahmen zu definieren.

Die Umsetzung dieser eindeutig definierten Maßnahmen muss dazu führen, dass die Sanierung des Unternehmens, also die Wiedererlangung der nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit, erreicht werden kann.

„Um die richtige Medizin (Maßnahmen) für die Behandlung (Sanierung) eines Industrieunternehmens einsetzen zu können, ist die Erstellung eines detaillierten Krankheitsbilds (Unternehmensanalyse) des Unternehmens unabdingbar."

 

Weiterführender Beitrag der KANZLEI NICKERT zum Thema:

Kernkompetenzen des Industriebetriebs

[Sebastian Broß]

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