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Montag, 03 August 2015 16:24

Magazin: Sanierungsaspekte in der Baubranche

Die erfolgreiche Sanierung von Bauunternehmen bedarf kurzfristiger, mittelfristiger und langfristiger Maßnahmen. Hier sind immer bauspezifische Besonderheiten zu beachten, die fundierte Branchenkenntnisse voraussetzen.

Sowohl die Schärfung der betriebswirtschaftlichen Instrumente als auch die Entwicklung einer nachhaltigen Unternehmensstrategie sind unausweichlich notwendig, ein krisengeschütteltes Bauunternehmen für die Zukunft fit zu machen. Gerade dies ist das Ziel der Unternehmenssanierung.

Die wirtschaftliche Schieflage eines Unternehmens wird oftmals erst im Stadium der Liquiditätskrise wahrgenommen. Untersucht man jedoch die Krisenursachen, stellt man häufig fest, dass der Liquiditätskrise bereits Erfolgs- sowie auch strategische Krisen vorangegangen sind.

Erfahrungsgemäß weigert sich die Geschäftsführung zu lange, existenzielle Probleme beim Namen zu nennen und beherzt unpopuläre Sanierungsmaßnahmen umzusetzen. Damit raubt man dem Krisenunternehmen den entscheidenden Erfolgsfaktor: Zeit. Erforderlich ist, frühzeitig eine Lagebeurteilung durch eine Erfolgsanalyse, eine Liquiditätsplanung und ein Sanierungskonzept durchzuführen.

Wesentliche Faktoren der Sanierung von Bauunternehmen

Entscheidend ist auch, ob die Summe der Anzahlungen mit dem tatsächlichen Bautenstand übereinstimmt. Ebenso die Bewertung des Kerngeschäfts, d. h. der Baustellen im Einzelnen nach Leistung, Herstellkosten, Budgets, Risiko und Bauleiterkompetenz. Außerdem muss die Akquisitionsstärke genau unter die Lupe genommen werden.

Für die erfolgreiche Sanierung sind weiter folgende Fragen zu klären: Welche Ergebnisse liefern die wichtigsten Kunden? Welche deckungsbeitragsstarken Marktpotentiale können erschlossen werden? Wie werden die Auftragspotentiale und die sich daraus ergebenden Umsätze und Ergebnisbeiträge sowie die Cashflows eingeschätzt? Werden Bauherrenrisiken übernommen, wie Planungs-, oder Baugrundrisiken, die nicht entsprechend vergütet werden? Besteht ein transparentes Projektcontrolling und Kostenmanagement?

Die finanzwirtschaftliche Sanierung können Sie i.d.R. nur mit Hilfe der Gläubigerbanken oder anderer gewichtiger Gläubiger auf den Weg bringen. Neben den Gläubigern sind auch die Subunternehmer wichtige Akteure. Auch diese sollten Sie für ein Sanierungskonzept gewinnen.

Zeiträume der Sanierung

Im Fokus der Sanierung von Bauunternehmen stehen letztlich 3 Zeiträume.

  • Kurzfristig: Umsetzung von Kostenreduzierungspotenzialen,
  • Langfristig: Entwicklung einer marktfähigen Strategie zur nachhaltigen Unternehmenssicherung und
  • Mittelfristig: Aufbau und die Schärfung der betriebswirtschaftlichen Werkzeuge.

Betriebswirtschaftliche Werkzeuge zur Sanierung von Bauunternehmen

4 zentrale betriebswirtschaftliche Werkzeuge gilt es dabei zu verbessern:

  • Bauunternehmen können nicht oder nur sehr bedingt über die finanzwirtschaftlichen Instrumente der Gewinn- und Verlustrechnung gesteuert werden. Benötigt wird zusätzlich eine funktionierende Kosten- und Leistungsrechnung, die transparent Auskunft über die Baustellenergebnisse gibt.
  • Die Kalkulation muss von der statischen Angebots- bzw. Vertragskalkulation in eine dynamische Arbeitskalkulation überführt werden. Es darf nicht sein, dass das Ergebnis einer Baustelle erst mit der Erstellung der Schlussrechnung im Bauunternehmen bekannt wird.
  • Eine Unternehmensplanung auf Ergebnis- und Liquiditätsebene muss eingeführt werden.
  • Sind die o. g. Instrumente synchronisiert, fließen sie in eine rollierende Planung ein, mit monatlich oder quartalsweise aufgestellten Plan/Ist-Vergleichen und Prognosen zum Geschäftsjahresende.

Mit diesen Maßnahmen wird eine enorme Transparenz im Bauunternehmen geschaffen, die mit dem Vertrauen und der Kooperation der Gläubiger/Partner eine erfolgreiche Sanierung ermöglicht.

„Der Mut der Verantwortlichen, frühzeitig das Ruder herumzureißen und eigene Fehler einzugestehen ohne sich zu demontieren, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine erfolgreiche Sanierung."

[Frank Lienhard, Carmen Kruß]

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