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Montag, 04 November 2013 08:03

Insolvenzbedingte Kosten im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens / Eigenverwaltungsverfahren

Die Sanierung eines Unternehmens im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens bzw. im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Neben der operativen Sanierung des Unternehmens fordern die Verfahren auch die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Besonderheiten. Hierzu gehört auch der Die Begleitung der Unternehmen durch erfahrene Beratung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.    

Die Vorbereitung und die Durchführung des Verfahrens ist mit insolvenzbedingten Zusatzkosten belastet. Diese verteilen sich wie folgt:

 

1. Kosten des Sachwalters:


Wie der Insolvenzverwalter wird der Sachwalter auf Grundlage der Insolvenzverwaltervergütungsforderung (InsVV) bezahlt. Bezugspunkt für die Gebührenrechnung ist die freie Insolvenzmasse. Der Sachwalter erhält 60 % der Vergütung eines Insolvenzverwalters. Je nach Aufgabenstellungen kann der Sachwalter Zuschlaggründe geltend machen, beispielsweise aufgrund der Durchführung von Insolvenzgeldvorfinanzierungen für mehr als 20 Mitarbeiter.

2. Beratungskosten:


Neben den Kosten des Sachwalters für Honoraransprüche fällt die Begleitung des Unternehmens durch einen erfahrenen Berater an. Die Höhe der Gebühren richten sich hier auch nach den konkreten Umständen des Verfahrens.

Auch für die Bescheinigung nach § 270b InsO, dass keine Zahlungsunfähigkeit besteht und eine Sanierung des Unternehmens nicht offensichtlich aussichtslos ist, ist ein separates Honorar einzuplanen. Die Bescheinigung nach § 270b InsO ist zwingende Voraussetzung eines Schutzschirmverfahrens. Je nach Aufbereitung der Unterlagen und der Aussagekraft des von Unternehmensseite erstellten Grobkonzepts sind hier Kosten ab 3.000 Euro. Bei mittleren Unternehmen ist mit Kosten von mindestens 8.000 € bis 10.000 €zu rechnen.

Besonderheit der KANZLEI NICKERT: Nach Erstellung der Bescheinigung und nach einer ersten Analyse des Verfahrens bieten wir unseren Mandanten einen Pauschalpreis für den voraussichtlichen Leistungsumfang an (Begleitung während des Verfahrens einschließlich Erstellung eines Insolvenzplanes; weitere Leistungen nach Absprache). Der Pauschalpreis kann gegebenenfalls von einer Erfolgskomponente belegt werden. Im Gegensatz zu einer Stundensatzvereinbarung sind die Kosten deshalb von vorneherein plan-und kalkulierbar.

3. Kosten für die Bewertung des Anlagevermögens:


Im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens ist das Unternehmen verpflichtet, gemäß §§ 151 ff. ein Vermögensverzeichnis und ein Verzeichnis der Anlagegegenstände einzureichen. Das Anlagevermögen ist zu Fortführung- und Zerschlagungswerten zu bewerten. Die Bewertung des Anlagevermögens durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen ist für die Transparenz im Verfahren sehr wichtig. Die Kosten belaufen sich üblicherweise auf ca. 1 bis 1,5 % des Mittelwertes zwischen Zerschlagung- und Fortführungwerten. Im Einzelfall kann die Vergütung nach oben oder unten abweichen.

4. Sonstige Dienstleistungen:


Im Einzelfall sind je nach Aufgabenstellungen zusätzliche Berater hinzuzuziehen. Beispielsweise bei Sanierungsmaßnahmen im operativen Bereich. Teilweise werden auch weitere externe Dienstleistern in Anspruch genommen, beispielsweise für die Durchführung der Insolvenzgeldvorfinanzierung. Diese Kosten sind zusätzlich zu berücksichtigen.

5. Gerichtskosten:


Das Eigenverwaltungsverfahren löst Gerichtskosten aus. Wie die Kosten des Insolvenzverwalters bzw. Sachwalters richten sich diese nach der Höhe der freien Insolvenzmasse.

6. Zusätzliche besondere Kosten:


Im Einzelfall können Kosten für die streitige Durchsetzung von Anfechtungsansprüchen oder weiteren Haftungsansprüchen entstehen. Die hierfür anfallenden Kosten sind gesondert zu vergüten und nicht den Kosten des Sachwalters bzw. des verfahrensbegleitenden Beraters enthalten. Ebenso können Klagen einzelner Gläubiger zur Feststellung von Insolvenzforderungen zur Insolvenztabelle zusätzliche Kosten auslösen.

Tipp der KANZLEI NICKERT:

Ein Schutzschirmverfahren bzw. (vorl.) Eigenverwaltungsverfahren bedarf sorgfältiger Vorbereitung. Hierzu gehört auch die Kalkulation der Kosten. Eine solche Kostenkalkulation ist nur auf Grundlage eines detaillierten Projektplanes möglich.

 

Autoreninfo

kuma-testMatthias Kühne

Rechtsanwalt, Betriebswirt (IWW), Fachanwalt für Insolvenzrecht, CVA (Certified Valuation Anlalyst EACVA)

HINWEIS

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