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Freitag, 09 Dezember 2011 14:29

Basel III - Folgen für die Mittelstandsfinanzierung

Mit dem Ziel, das global vernetzte Finanzsystem zu stabilisieren, hat der Basler Ausschuss das Konzept Basel III erarbeitet. Die Regelungen sollen bereits am 1.1.2013 in Kraft treten.

Basel III wird international einheitliche Liquiditätsvorschriften für die Banken in Gestalt von 2 Kennziffern, die Coverage Ratio und Stable Funding Ratio, einführen. Diese Liquiditätsvorschriften sind die Reaktion auf die Probleme die bei Liquiditätsaufstellung während der Finanzkrise. Ebenso sollen für Unternehmenskredite die Kreditinstitute zukünftig mehr qualitativ besseres Eigenkapital zur Absicherung eines Kreditausfalls zurücklegen. Dies hat zur Folge, dass diese die Kreditkapitalausstattung verbessern müssen.

Auswirkung von Basel III auf die Unternehmensfinanzierung

Grundsätzlich wirken die Regelungen des Ausschusses zu Basel III in erster Linie auf die Kapitalausstattung der Banken. Da in Deutschland die Banken einen wesentlichen Baustein der Unternehmensfinanzierung bilden, wird sich die Regelungen von Basel III mittelbar auch auf die Unternehmensfinanzierungen der Unternehmen auswirken.

Nach Einschätzung des Bankenverbands werden zukünftig gerade Betriebe mit mittlerem Rating (somit die meisten KMU), aufgrund der eingeschränkten Risikoübernahmemöglichkeiten der Kreditwirtschaftlich durch Basel III, mit höheren Finanzierungskosten oder Anforderungen an Sicherheiten zu rechnen haben. Auch die Finanzierungen, die per se risikoreicher sind - wie Existenzgründungen, Unternehmensnachfolge, Innovationen -, werden voraussichtlich schwerer. Gerade auch die verschärften Liquiditätsvorschriften der Banken werden dazu führen, dass die Banken für gewährte Firmenkredite ebenso verstärkt Fristenkongruent refinanzieren müssen. Das heißt, die Banken selbst werden sich langfristig, und damit teurer, refinanzieren. Dies wird sich gerade auf die Konditionen langfristiger Unternehmenskredite auswirken. Diese werden voraussichtlich in Zukunft nicht nur schwieriger zu bekommen sein, sondern auch teurer werden.

Was kann ein Unternehmen tun?

1. Langfristige Planung
Unternehmen sollten bereits jetzt sich über langfristige Entwicklungen Gedanken machen um eine etwaigen Finanzierungsbedarf rechtzeitig festzustellen. Hierzu bedarf es einer langfristigen strategischen Planung, die in einer integrierten Planung (Ertrags-, Bilanz-, und Liquiditätsplanung) abgebildet wird.

2. Gegebenenfalls Anpassungen der Finanzierungsstruktur
Bereits jetzt ist die gesamte Finanzierungsstruktur eines Unternehmens auf den Prüfstand zu stellen. Neben der Einplanung von Investitionen oder Ersatzinvestitionen ist darauf zu achten, dass das Unternehmen ausgewogen, d.h. Fristenkongruent finanziert ist.

3. Optimierung des Rating
Über die Optimierung des Ratings lassen sich nicht nur jetzt, sondern gerade auch unter den Regelungen von Basel III nicht nur leichter, sondern auch durch verbesserte Zinskonditionen Finanzierungen erlangen.

4. Langfristige Kredite, Förderkredite
Gerade aufgrund des historischen niedrigen Zinsniveaus, gerade auch im Bereich der öffentlichen Förderkredite, sind Unternehmen in der Lage, langfristige Investitionen zu einem günstigen Zinssatz durchzuführen.

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Autoreninfo

kuma-testMatthias Kühne

Rechtsanwalt, Betriebswirt (IWW), Fachanwalt für Insolvenzrecht, CVA (Certified Valuation Anlalyst EACVA)

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