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Mittwoch, 01 April 2009 23:49

Finanzkrise und Risikomanagement

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Die Finanzkrise wirft derzeit ihre dunklen Schatten auf die Wirtschaft. Jedoch werden nicht alle Unternehmen in gleicher Weise durch sie betroffen. Dies ist auch eine Frage der Vorbereitung eines Unternehmens auf eine Krisensituation. Das Erkennen, Bewerten und die Stratiegie zur Vermeidung oder Minimierung potentieller Risiken werden unter dem Begriff des Risikomanagments zusammengefasst. Der Beitrag gibt einen Überblick über die maßgeblichen Bestandteile eines Risikomanagementsystems. Nur wer die Risiken des eigenen Unternehmens kennt, kann frühzeitig auf diese reagieren.

Die Finanzkrise ist in der realen Wirtschaft angekommen. Die Folgen werden uns voraussichtlich auch noch die nächsten Monate oder vielleicht Jahre beschäftigen. Ein Unternehmer hier in Deutschland wird die Ursache der Krise und deren Folgen als „höhere Gewalt" empfinden, die außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegt.

Was die Ursachen betrifft, kann dem uneingeschränkt zugestimmt werden. Die Krise wurde durch die Immobilienkrise in den USA ausgelöst. Banken hatten im großen Stil sog. Subprime-Kredite vergeben, also an Kreditnehmer mit geringer Bonität. Da jede kreditgebende Bank einen Kredit mit Eigenkapital hinterlegen muss, wurden Kreditforderungen in großem Stil verbrieft, von einer Ratingagentur bewertet und an andere Banken und Investoren zu einem dem Rating entsprechenden Preis weiterverkauft, um das notwendige Kapital für immer neue Kredite zu beschaffen. Doch immer mehr Kreditnehmer konnten ihre Kreditraten nicht mehr bedienen. Weil über Weiterverkauf der Kredite diese in aller Welt verstreut waren, weitete sich die Krise auf die ganze Welt aus. Die Auswirkungen dieser Krise treffen jedoch einzelne Branchen und innerhalb der jeweiligen Branche auch die einzelnen Unternehmen unterschiedlich stark: Das Risiko hat sich nicht bei allen Unternehmen in gleicher Weise realisiert.

Unternehmen sind unterschiedlich auf Risiken vorbereitet. Die Erfassung und Bewertung von Risiken und deren Steuerung wird unter dem Begriff „Risikomanagement" zusammengefasst. Das sieht – in Grundzügen – wie folgt aus:

Unternehmen sehen sich verschiedenen Risiken ausgesetzt, z.B. Unternehmensrisiken, Kreditrisiken, Lieferantenrisiken, Kundenausfallrisiko, versicherungstechnische sowie technische Risiken. Die Aufzählung ließe sich beliebig erweitern. Viele Unternehmer nähern sich diesem Thema nur zaghaft und zu oberflächlich.

Was passiert, wenn morgen mein größter Kunde Insolvenz anmeldet? Kann ich problemlos weiterproduzieren, wenn die Insolvenz morgen meinen größten Lieferanten trifft? Gibt es eine Nachfolgelösung für mein Unternehmen? Ist die Finanzierung für eine erforderliche Investition gesichert? Wie entwickelt sich die Branche? Habe ich eine Ertrags- und Liquiditätsplanung, die mir Auskunft über den voraussichtlichen Geschäftsverlauf der nächsten Monate gibt?

Nicht jeder dieser Punkte würde das Unternehmen mit der gleichen Auswirkung treffen. Deshalb müssen die Risiken im Einzelfall für das Unternehmen bewertet und die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines bestimmten Risikos bestimmt werden. Beides ist dann Grundlage für die zur Risikominimierung zu definierenden Maßnahmen, die in einem konkreten Maßnahmenplan niederzulegen sind. Schließlich ist die Umsetzung der Maßnahme zu kontrollieren. Der Risikomanagementprozess ist kein einmaliges Ereignis. Er ist ein sich ständig wiederholender dynamischer Prozess, der die aktuellen Entwicklungen eines Unternehmens und dessen Umfeld aufnimmt und diese im Risikomanagementprozess umsetzt. Mit einem guten Risikomanagementsystem wird ein Unternehmen nicht jedes Risiko ausschließen können, so z.B. die vorab erwähnte Finanzkrise. Die Auswirkungen können jedoch abgemildert werden.

In diesem Fall sollte Krise auch als Chance verstanden werden. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die Unternehmen
im Vergleich zur Konkurrenz gestärkt aus der Krise hervorgehen, die ihre Hausaufgaben vorher gemacht hatten.

„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben!"
(Einstein, Albert)

[Rechtsanwalt Matthias Kühne]

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