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Montag, 03 Oktober 2022 08:15

Das resiliente Unternehmen – Gewappnet für alle Unwägbarkeiten

Resiliente, also krisensichere Unternehmen unterscheiden sich von weniger resilienten Unternehmen vor allem durch flexible, agile Strukturen, um rasch und effizient in Krisensituationen agieren zu können. Und mindestens ebenso bedeutsam für die Resilienz eines Unternehmens sind wertschätzende, respektvolle und wertebasierte zwischenmenschliche Beziehungen.

Die gesamte Arbeitswelt ist in den letzten Jahren in hohem Maße komplexer und fragiler geworden. Globalisierung, ständig wechselnde Herausforderungen, die Digitalisierung und nicht zuletzt die Corona Pandemie sowie der Krieg in der Ukraine zeigen die Zerbrechlichkeit vermeintlich stabiler und verlässlicher Strukturen in nie erahnter Geschwindigkeit und bislang unvorstellbarem Ausmaß deutlich auf.


„Unverhofft kommt oft!“ In den letzten zwei Jahren werden viele diese Aussage unterschreiben, die bisher vor allem auf die Fortsetzung des Bewährten gesetzt haben. Auf eine weltweite Pandemie, einen Krieg oder eine Naturkatastrophe kann man sich eben nicht vollständig vorbereiten. Das heißt aber nicht, dass Unternehmen nichts tun können, um Krisen besser zu überstehen. Im Gegenteil – sie können sogar sehr viel tun. Unternehmen, die von Krisen – welcher Art auch immer – nicht vollständig aus der Bahn geworfen werden, sind resilient. Diese Unternehmen lassen sich durch Krisen nicht überwältigen – sondern finden wie Stehaufmännchen immer wieder in ihre Balance zurück.


Risikofrüherkennung


Zur guten Vorbereitung auf Krisensituationen zählen eine Früherkennung potenzieller Risiken und ein realistischer Blick auf die eigene Marktposition. Aktuelle Entwicklungen bezüglich der Kundenwünsche, Innovationen und Wettbewerbern sollten dem Management eines Unternehmens bewusst sein. Dementsprechend bewusst muss im Fall der Fälle auch gehandelt werden. Haben die Marktbeobachtung und das Risikomanagement nur eine Alibifunktion, ist es im Krisenfall schnell zu spät, um korrigierende Maßnahmen einzuleiten. Diese sollten möglichst vor dem Eintreten eines akuten Problems gestartet und externe Hilfe sollte, wenn nötig, rechtzeitig mit einbezogen werden.

Mut, neue Wege zu gehen


Sollte die Krise eintreten, ist Flexibilität gefragt. Bisherige Routinen und Lösungswege werden in Krisen oft obsolet. Eingeübte Verhaltensweisen sind nicht mehr möglich. Lieferanten- und Kundenbeziehungen ändern sich plötzlich. In solchen Situationen bedarf es eines hohen Maßes an Kreativität und Mut, neue Wege zu gehen. Je schneller ein Unternehmen in der Lage ist, auf neue Situationen zu reagieren, umso besser. In solchen Situationen geht es darum, das aktuell Gegebene anzuerkennen und sich mit seinem Handeln darauf einzustellen. Man sollte nicht vergessen die mit einer Krise manchmal verbundenen Chancen zu erkennen und zu nutzen. Nicht umsonst entstehen Innovationen oft in Krisenzeiten. Bei aller Flexibilität muss sich ein Unternehmen dabei immer der eigenen Werte und Ziele bewusst sein. Die Kunst ist, erfolgreich durch die Krise zu kommen, ohne seine Identität zu verlieren.

Unternehmenskultur


Eine wichtige Voraussetzung für die Resilienz eines Unternehmens ist auch die vorherrschende Kultur und die Zusammenarbeit in einem Unternehmen. Autoritäre Strukturen, fehlende Transparenz und eine negative Fehlerkultur werden sich spätestens in der Krise rächen. Entscheidend ist, dass Mitarbeiter es gewohnt sind, eigenständige Entscheidungen zu treffen und über die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit mitzubestimmen. Schätzen die Beschäftigten ihre Selbstwirksamkeit gering ein, wird es auch ihr Engagement in der Krise sein. Ebenso wichtig ist, dass Mitarbeiter aller Ebenen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und grundsätzlich optimistisch in die Zukunft schauen. Ohne Zukunftsorientierung fehlt die Energie für eine resiliente Krisenbewältigung.

Kapitaldienstfähigkeit


Entscheidend für ein resilientes Unternehmen ist zudem eine nachhaltige Kapitaldienstfähigkeit. Sie sollte daher oberstes Ziel sein. Für den Verschuldungsgrad und auch für Ausschüttungen an die Shareholder gilt: Eine positive mittelfristige Cash-Perspektive muss gesichert sein. Zusätzlich ist es sinnvoll, eine „Kriegskasse“ für Notfälle anzulegen, um einige Monate ohne externe Cash-Zuflüsse überleben zu können.

Fazit


Resilienz ist mehr als nur Krisenvorsorge, vielmehr hilft sie auch jenseits von Krisen innovativ und agil zu bleiben. Denn intakte und resiliente Wertschöpfungssysteme sind essenziell für den Unternehmenserfolg.

 

Autoreninfo

lifr-testFrank Lienhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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