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Frank Lienhard
Mittwoch, 19 Mai 2021 14:44

Risikofrüherkennung bei Geschäftspartnern

Ist der Geschäftspartner in finanzielle Schwierigkeiten geraten und droht eine Insolvenz, dann ist es für die Gläubiger regelmäßig zu spät, um Zahlungen aus offenen Forderungen noch zu erhalten.

Vorbeugend sollte daher ein Augenmerk darauf gelegt werden, frühzeitig Anzeichen einer schwierigen finanziellen Situation des Geschäftspartners zu erkennen, damit Forderungsausfälle vermieden werden können.

Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf eine Zahlungsunfähigkeit hindeuten können. Nicht immer muss dies jedoch sofort ein Grund zur Beunruhigung sein. Denn nicht jede Zahlungsunfähigkeit führt zwingend zur Insolvenz. Sollten allerdings mehrere Anzeichen gleichzeitig und wiederholt auftreten, drängt es sich auf, schnell zu handeln.

Anzeichen durch ein verändertes Bestell- und Zahlungsverhalten

Für die Beurteilung ist dabei auf ein verändertes Bestell- und Zahlungsverhalten zu achten. Nutzt der Geschäftspartner z. B. plötzlich sein Zahlungsziel voll aus und macht keinen Gebrauch mehr von einem gegebenenfalls eingeräumten Skontoabzug oder kommt es häufig zu „Blitzbestellungen“, bei denen auffällig viel bestellt wird, dann kann dies ein Anzeichen dafür sein, dass bei anderen Lieferanten eine Liefersperre besteht.

Zahlt der Geschäftspartner in bar, kann dies wiederum ein Anzeichen für eine vorliegende Kontopfändung sein. Anzeichen für eine Krisensituation ist ferner, wenn der Geschäftspartner nach längeren Zahlungszielen für Lieferungen fragt oder wenn Teilzahlungen anstelle der fälligen Gesamtzahlung geleistet werden. Regelmäßig kommt es in Krisensituationen auch zu Überschreitungen von Zahlungszielen, die die Mahnstufe auslösen.

Anzeichen durch ein auffallendes Verhalten des Geschäftspartners

Kommt zu den vorgenannten Anzeichen kumulativ noch ein auffälliges Verhalten des Geschäftspartners dazu, indem er z. B. Lieferungen reklamiert, um die Fälligkeit der Zahlung hinauszuschieben oder erfolgt die Mängelanzeige erst nach der ersten Mahnstufe, dann sollte dies zu vorbeugenden Maßnahmen führen.

Dies gilt ebenso, wenn mündliche Zahlungszusagen nicht eingehalten werden oder der Kunde mehrfach Rechnungskopien oder Liefernachweise anfordert. Tritt zudem noch die Bitte um eine Ratenzahlung auf, sollte dies zum Anlass genommen werden, die Bonität des Geschäftspartners genauer unter die Lupe zu nehmen.

Betriebliche Anzeichen

Regelmäßig kommt ein Anzeichen selten alleine. Deshalb sollte auch darauf geachtet werden, ob Niederlassungen geschlossen werden, der Geschäftspartner seine Bankverbindung ändert, das Unternehmen umfirmiert, ein Personalwechsel in Geschäftsleitung und/oder Buchhaltung festzustellen ist bzw. der Ansprechpartner häufig wechselt.

Krisenfrüherkennung durch die Buchhaltung

Einige der genannten Anzeichen treten schleichend auf; andere fallen erst auf, wenn es bereits zu spät ist. Nichtsdestotrotz kann die eigene Buchhaltung einen enormen Beitrag zur Krisenfrüherkennung leisten. Viele Auffälligkeiten können dort relativ früh war genommen werden und sollten somit den Stein ins Rollen bringen.

Bonitätsauskunft

Mit einer Bonitätsauskunft wird die Möglichkeit eröffnet, die Liquidität der Kunden genauer zu prüfen. Insbesondere Angaben zur Ausfallwahrscheinlichkeit sowie Hinweise zum Krediturteil sind wichtige Informationen für die weitere Vorgehensweise.

Tipp der KANZLEI NICKERT

Bereits bei den ersten Anzeichen einer Krise des Vertragspartners sollten Maßnahmen wie z. B. die Vereinbarung von Eigentumsvorbehaltsrechten veranlasst werden. Weitere Infos hierzu finden Sie im Blog „Die Rechte der Gläubiger in Krise und Insolvenz“ 

Die Insolvenz eines Geschäftspartners kann für das eigene Unternehmen erhebliche Ausfälle zur Folge haben. Mehr denn je sollten sich Unternehmen mit der Risikofrüherkennung beschäftigen, um im Krisenfall – sei es auf der Kunden- oder der Lieferantenseite – vorbereitet zu sein.

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Autoreninfo

lifr-testFrank Lienhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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