Kanzlei Nickert //images.kanzleinickert.de/nickert-logo-fb.jpg KANZLEI NICKERT | Rechtsanwälte und Steuerberater, Offenburg, kompetent in Rechts-, Steuerberatung, Finanz-, Lohnbuchhaltung, spezialisiert auf Branchen Bau, Handel und Industrie. info@kanzlei-nickert.de
Rammersweierstraße 120 77654 Offenburg

kanzlei nickert logo

Montag, 31 August 2020 07:00

Risiko Zombie-Unternehmen

Der Begriff Zombie-Unternehmen ist derzeit in aller Munde. Diese Unternehmen werden aktuell und auch gerade in Bezug auf Corona noch einmal mehr an Bedeutung gewinnen. Daher ist es wichtig zu wissen: Was ist ein Zombie-Unternehmen und welche Konsequenzen hat es bzw. kann es haben, wenn Sie ein Zombie-Unternehmen als Geschäftspartner haben.

Was ist ein Zombie?

Was ist eigentlich ein Zombie? Der Duden sagt: ein wiederbelebter Toter. Sucht man bei Wikipedia nach einer Antwort, so stößt man hier auf die Beschreibung: Untoter, wandelnde Leiche.

Der Zombie in der Ökonomie

Wie kommt dieser Begriff nun in die Ökonomie und vor allem: Was versteht man hier unter einem Zombie-Unternehmen? Zombie-Unternehmen sind nach dem ökonomischen Verständnis Unternehmen, die nur deswegen überlebensfähig sind, weil es an den Finanzmärkten günstiges Geld bzw. Geld zu nicht üblichen Konditionen gibt und die sich nur aufgrund dieser Tatsache überhaupt (noch) über Wasser halten können.

Oder anders ausgedrückt: Ein Zombie-Unternehmen ist ein Unternehmen, das nachhaltig seine Eigenkapital-Kosten nicht mehr verdienen kann.

Dabei ist Vorsicht geboten und genaues Hinsehen erforderlich: Ein Zombie-Unternehmen kann durchaus regelmäßig Gewinne erzielen – aber eben keine Gewinne, die ausreichend sind, um das Eigenkapital ausreichend zu verzinsen.

So entdecken bzw. erkennen Sie ein Zombie-Unternehmen

Wie erkennen Sie dann aber ein Zombie-Unternehmen? Ein Zombie-Unternehmen können Sie als solches identifizieren, indem Sie:

  1. die Bilanzen des Unternehmens durchsehen
  2. Ratings des Unternehmens ansehen, wenn es denn welche gibt
  3. sich Bonitätsauskünfte, z. B. bei der Creditreform, einholen.

Zombie-Unternehmen zeigen nachhaltig und anhaltend schlechte Kennzahlen. Insbesondere die Zins-Tilgungsdeckung, die Zinszahlungen mit dem freien Cashflow ins Verhältnis setzt, ist hier eine aussagekräftige Größe. Eine weitere gute Analysegröße kann der dynamische Verschuldungsgrad sein.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie mit einem Zombie-Unternehmen in Geschäftsbeziehung stehen?

Zombie-Unternehmen können Ihnen sowohl auf Kundenseite als auch auf Lieferantenseite begegnen. Abhängig davon, welche Art von Geschäftsbeziehung Sie also zu einem Zombie haben, sollten Sie daher unterschiedliche Punkte beachten.

Der Zombie als Kunde

Kritisch ist der Zombie als Kunde, weil insbesondere folgende Risiken für Sie bestehen:

  1. Risiko, dass der Kunde von heute auf morgen ausfällt und Sie infolgedessen einen Absatzeinbruch erleiden.
  2. Risiko, dass offene Forderungen nicht mehr bezahlt werden.
  3. Anfechtungs-Risiko: Wenn das Zombie-Unternehmen in der Vergangenheit schleppend gezahlt hat, kann der spätere Insolvenzverwalter die Zahlungen über die Anfechtung wieder zurückholen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind solche Anfechtungen sogar über Jahre zurück in die Vergangenheit möglich.

Unser Tipp, wenn Sie ein Zombie-Unternehmen in der Kundschaft haben: Sie sollten überlegen, ob Sie eine Forderungsausfallversicherung abschließen, soweit das noch geht, oder ob Sie das Geschäftsvolumen bewusst reduzieren oder sogar die Geschäftsbeziehung ganz beenden.

Der Zombie als Lieferant

Kritisch ist der Zombie aber auch als Lieferant: Hier besteht zum einen das Risiko, dass der Lieferant von heute auf morgen ausfällt. Zum anderen müssen Sie das Risiko im Blick haben, dass das Zombie-Unternehmen in Insolvenz geht und der Insolvenzverwalter von quasi jetzt auf nachher die Preise anhebt oder sogar gar nicht mehr liefert.

Tipp der KANZLEI NICKERT

Informieren Sie sich daher regelmäßig über Unternehmen, mit denen Sie in einer nicht unerheblichen Geschäftsbeziehung stehen – egal ob als Kunde oder als Lieferant.

Autoreninfo

nian-testAnne Nickert

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht

Wir verwenden zum Teilen der Inhalte sogenannte "Shariff"-Schaltflächen. Mit Shariff können Sie Social Media nutzen, ohne Ihre Privatsphäre unnötig aufs Spiel zu setzen. Das c't-Projekt Shariff ersetzt die üblichen Share-Buttons der Social Networks und schützt Ihr Surf-Verhalten vor neugierigen Blicken. Weitere Informationen zu Shariff finden Sie unter https://www.heise.de/ct/artikel/Shariff-Social-Media-Buttons-mit-Datenschutz-2467514.html.

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

Die von uns verwendeten Cookies sollen sicherstellen, dass Sie unsere Website optimal genießen können.
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Nutzung dieser Cookies einverstanden. Weitere Informationen zum Datenschutz