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Montag, 10 Februar 2020 08:21

Steuerliche Risiken

Jedes unternehmerische Handeln ist grundsätzlich mit nicht unerheblichen Risiken verbunden. Aufgabe des Managements ist es u. a., mithilfe geeigneter Methoden diese Risiken zunächst zu erkennen, sie sodann zu bewerten und durch geeignete Methoden zu minimieren.


Regelmäßig liegt der Fokus der Unternehmensleitung aber auf strategischen und operativen Risiken. Hierbei wird oft übersehen, dass auch im steuerlichen Bereich erhebliche Risiken lauern, die mitunter gravierende finanzielle Konsequenzen haben können.


Ursachen für steuerliche Risiken

Steuerliche Risiken lassen sich auf unterschiedliche Ursachen zurückführen. Sie entstammen der möglichen Verwirklichung steuerlicher Tatbestände auch ohne die Absicht und gegen den Willen des Steuerzahlers, aus den Schwierigkeiten, sich einen vollständigen Überblick über das komplexe Steuerrecht zu verschaffen und Zweifelsfälle korrekt zu entscheiden, aus Änderungen von Gesetzen, Rechtsprechung und Verwaltungsauffassungen, die vergangene unternehmerische Dispositionen beeinträchtigen, sowie aus Korrekturmöglichkeiten bereits ergangener Steuerbescheide.

Betriebsprüfung

Diese Korrekturmöglichkeiten schlagen sich nicht selten in der Betriebsprüfung nieder. Das steuerliche Risiko wirkt sich hierbei nicht nur in einer möglichen Nachzahlung, sondern zudem auch in deren Verzinsung aus, die – fernab des tatsächlichen Zinsniveaus – bei 6 % pro Jahr liegt. Nachdem der regelmäßige Prüfungszeitraum 3 Jahre beträgt, kann bereits die Verzinsung einer Steuernachforderung für sich genommen bereits ein nicht zu unterschätzendes finanzielles Risiko darstellen.

Steuerliche Ansatz- und Bewertungswahlrechte

Weitere steuerliche Risiken einer Betriebsprüfung liegen in den sog. steuerlichen Ansatz- und Bewertungswahlrechten. Auch steuerliche Grauzonen, generelle Unklarheiten über die Behandlung steuerlicher Sachverhalte sowie bewusste Abweichungen von der Meinung der Finanzverwaltung bergen das Risiko einer Andersbewertung und damit einer Steuernachzahlung im Rahmen einer Betriebsprüfung.

Umsatzsteuer

Weitere steuerliche Risiken sind bei der Umsatzsteuer anzusiedeln. Das größte Risiko liegt dabei im unberechtigten Abzug der Vorsteuer bei nicht ordnungsgemäß ausgestellten Eingangsrechnungen. Gerade bei Einzelunternehmern bereitet auch die Abgrenzung von privaten und betrieblichen Aufwendungen regelmäßig Schwierigkeiten.

Steuerschätzung wegen vernachlässigter Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten

Das steuerliche Risiko im Rahmen einer Betriebsprüfung setzt sich bei der nicht ordnungsgemäßen oder gar fehlenden Dokumentation fort. Denn ist es dem Betriebsprüfer nicht möglich, aus den vorgelegten Unterlagen die steuerlichen Sachverhalte nachzuvollziehen, so ist er berechtigt, eine Hinzuschätzung bei der Gewinnermittlung vorzunehmen. Erfahrungsgemäß fällt diese Schätzung immer höher aus als die zutreffende Besteuerung.

Steuerstrafrechtliche Risiken

Spätestens seit dem Fall Hoeneß ist es allgemein bekannt, dass im steuerlichen Bereich auch erhebliche straf- und bußgeldrechtliche Risiken lauern.

Dem Unternehmen stehen aber auch verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, mit denen steuerliche Risiken vermieden oder gemindert werden können. Hierzu zählen u.a. das umsichtige Vorgehen bei der Auslösung von Steuersachverhalten, verschiedene Möglichkeiten der Vertragsgestaltung, die systematische und gezielte Beschaffung von Informationen, die Verzögerung oder Vorverlagerung von Handlungen, die Einholung verbindlicher Auskünfte oder die Beauftragung Dritter.

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei vor allem aber auch dem internen Kontrollsystem, das zur Haftungsvermeidung auch der Leitungsorgane unerlässlich erscheint.

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Autoreninfo

lifr-testFrank Lienhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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