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Donnerstag, 30 Januar 2020 07:00

Der Umgang mit Großschadensereignissen

Das Unternehmen ist mit kleineren und größeren Risiken konfrontiert. Wichtig ist es, diese Risiken zu identifizieren, die möglichen Auswirkungen zu analysieren und gemeinsam mit der Unternehmensführung sachgerechte Maßnahmen zu definieren. Gerade hier können mögliche Schadensgroßereignisse eine wichtige Rolle spielen. Sie sind zwar typischerweise selten, können das Unternehmen aber bei Realisierung in ihrer Existenz bedrohen.

Identifikation von Risiken

Die Identifikation von Risikopositionen ist eine wichtige Basisaufgabe des Risikomanagements. Die Informationsbeschaffung ist vielfach die schwierigste Phase des Gesamtprozesses. Es werden nur die Risiken bewertet, die vorher auch erkannt wurden. In Bezug auf sehr seltene Schadensgroßereignisse besteht auf dieser Ebene die Gefahr, dass diese schlicht vergessen werden.

Bewertung der Risiken und Erwartungswert

Die identifizierten Risiken müssen im anschließenden Prozessschritt detailliert analysiert und bewertet werden. Ziel sollte dabei ein sinnvolles und möglichst für alle Risikokategorien anwendbares Risikomaß sein. Zum einen ist die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos zu definieren. Zum anderen aber auch die monetären Folgen bei Realisierung eines Risikos.
Der Erwartungswert berechnet dann den Schaden, der durchschnittlich innerhalb eines Jahres in Folge eines Risikos zu erwarten ist. Dazu werden Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos miteinander multipliziert. Der Erwartungswert zeigt damit, mit was im Mittel zu rechnen ist.

Aggregation der Einzelrisiken

Eine Voraussetzung für die Bestimmung des „Gesamtrisikoumfangs“ mittels Risikoaggregation stellt die Verbindung von Risiken und Unternehmensplanung. Es wird deutlich, dass letztendlich jedes Risiko auf eine Plangröße der GuV einwirkt und dort Planabweichungen auslösen kann. Die Aggregation der Einzelrisiken zu einem Gesamtrisikoumfang erfolgt durch eine sog. Monte-Carlo-Simulation. Diese liefert eine große „repräsentative Stichprobe“ der risikobedingt möglichen Zukunftsszenarien des Unternehmens.

Umgang mit Schadensgroßereignissen

Nun stellt sich die Frage, wie mit möglichen, aber sehr unwahrscheinlichen Schadensgroßereignissen umzugehen ist, die allerdings – sofern diese eintreten – das Unternehmen in eine existenzbedrohende Lage bringen würden. Als Beispiel ist hier an einen Großbrand mit der hierdurch bedingten Zerstörung des vollständigen Anlagenvermögens zu denken. Bei einem unterstellten Eintritt alle 100 Jahre könnte als eine Alternative daran gedacht werden, dieses Risiko aufgrund der geringen Eintrittswahrscheinlichkeit vollständig auszublenden.
Die andere Extremposition könnte darin bestehen, den Eintritt des existenzbedrohenden Risikos jedes Jahr zu unterstellen, um Vorsorgemaßnahmen zum Schutz des Unternehmens und dessen Überlebensfähigkeit zu definieren. Beide Extreme sind im Hinblick auf die obigen Ausführungen nicht sachgerecht. Es besteht kein Bedürfnis, aus der obigen Logik auszubrechen.

Versicherung gegen Risikorealisierung

Aufgabe des Risikomanagements ist es, das Unternehmen vor existenzbedrohenden Situationen zu schützen und das Unternehmen hiergegen zu sichern. Gerade im Hinblick auf existenzbedrohende, aber sehr seltene Ereignisse besteht die Gefahr, dass bei vorzeitiger Realisierung des Risikos das Unternehmen trotz Berücksichtigung des Erwartungswertes im Risikomodell nicht in der Lage wäre, die Folgen zu tragen. Deshalb sollte sich das Unternehmen gegen die Folgen solcher existenzbedrohender Großereignisse versichern. Vorliegend wäre das neben der Feuerversicherung des Anlagevermögens auch eine Betriebsunterbrechungsversicherung.

Fazit

Auch seltenen, aber existenzbedrohenden Schadensgroßereignissen ist mit den Methoden des Risikomanagements zu begegnen. Sofern das Unternehmen allerdings nicht in der Lage ist, die sich im Fall der Realisation des Risikos ergebenden Folgen zu tragen, sind besondere Maßnahmen zur Risikoabwälzung zu treffen.

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Autoreninfo

kuma-testMatthias Kühne

Rechtsanwalt, Betriebswirt (IWW), Fachanwalt für Insolvenzrecht, CVA (Certified Valuation Anlalyst EACVA)

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