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Cornelius Nickert
Montag, 28 Oktober 2019 11:48

Supply Chain – Risiken bei der Unterbrechung von Lieferketten

Die Wirtschaft hat sich in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg stark entwickelt. Unternehmen versuchen auch heute noch, nur diejenigen Leistungsschritte selbst zu übernehmen, die aus ihrer Sicht eine optimale Wertschöpfung erzeugen.

Dementsprechend werden Leistungsschritte, die nicht die erwartete Wertschöpfung erzielen, an Lieferanten übertragen, die die Leistung schneller, besser oder günstiger machen können. Hinzu kommt, dass eine hohe Fertigungstiefe oft mit einem deutlich ansteigenden Kapitaleinsatz verbunden ist, weshalb das Unternehmen die eigene Kapitalbindung bei Outsourcing reduzieren kann.

Supply Chain Risk ist Folge des Outsourcings

Die Folge des Outsourcings ist, dass eine Lieferkette (Supply Chain) entsteht, die teilweise über eine Vielzahl von Schritten verbunden ist. Wenn nun aber die Bevorratung zugunsten einer geringeren Kapitalbindung reduziert wird, können bei Lieferengpässen Versorgungsprobleme entstehen, die im Extremfall zum Bandstillstand führen können.

Aufgrund der Vernetzung der Wirtschaft und der bestehenden Lieferketten besteht die Gefahr, dass Produktionsrisiken der Zulieferer auf die nachfolgenden Produzenten überspringen können. Dieses Risiko hat sich in den letzten Jahren so erhöht, dass sich seit etlichen Jahren das Supply Chain Risk zum weltweit führenden Wirtschaftsrisiko entwickelt hat. Allerdings hat zuletzt das Cyber Crime Risiko aufgeholt und liegt mit dem Supply Chain Risiko beim Allianz Risk Barometer zusammen auf Platz 1 der Top Risiken.

Supply Chain Risiko auch für Mittelständler

Supply Chain Risiko hört sich nach Risiken für die ganz großen Unternehmen an. Es betrifft aber auch mittelständische Unternehmen. Überprüfen Sie, von wem Sie Lieferungen oder Leistungen beziehen. Bitte denken Sie nicht nur an die klassischen Lieferanten, sondern denken sie an jegliche externen Leistungen, die Sie in Anspruch nehmen, z. B. IT-Dienstleistungen in der Cloud.

Risiken beobachten

Sie sollten, ausgehend von Ihrem Geschäftsmodell, die kritischen Leistungsbezüge ermitteln. Auf wen kann man in keinem Fall verzichten? Sodann sollten Sie diese Geschäftspartner überwachen. Hierzu gehört neben der Analyse der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Jahresabschlüsse im EHUG, Bonitätsabfragen z. B. Creditreform etc.) auch die technische Absicherung. Gegebenenfalls müssen Sie dies von Ihrem Lieferanten erfragen, z. B. wie er seine IT gegen Cyber Crime absichert und welche Konzepte er vorhält, um z. B. bei einer Verschlüsselung die Daten wiederzugewinnen.

Wie mit Risiken umgehen

Haben Sie einzelne Risiken ermittelt, stellt sich die Frage, wie man sinnvoll mit den Risiken umgeht. Hierzu gibt es mehrere Ansätze: Man kann für den Geschäftspartner eine Back-up-Lösung bereithalten, also permanent einen Ersatzlieferanten vorhalten. Außerdem könnte man den Leistungsbezug auf mehrere Lieferanten verteilen. Zum Schluss könnte man die eigene Fertigungstiefe erhöhen, um weniger von Lieferanten abhängig zu werden.

Tipp der KANZLEI NICKERT

Schauen Sie sich gerade auch als Mittelständler Ihre Lieferanten und Geschäftspartner an und überprüfen Sie diese auf Leistungsrisiken. Insoweit gilt auch hier: Nicht immer ist der billigste Lieferant der Beste oder anders: „Wer billig kauft, kauf zweimal.“

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Autoreninfo

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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