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Freitag, 07 August 2015 15:21

Haftung des GmbH-Geschäftsführers für Risikogeschäfte

Der Geschäftsführer einer GmbH haftet im Innenverhältnis gegenüber der GmbH für Schäden aus Pflichtverletzungen, § 43 Abs. 2 GmbHG.

Im Zusammenhang mit fehlgeschlagenen Risikogeschäften des Geschäftsführers stellt sich hier regelmäßig die Frage, ob bzw. inwieweit die Gesellschaft den GmbH-Geschäftsführer in Haftung nehmen kann.

Überprüfung unternehmerischer Entscheidungen

So gibt es der Rechtsprechung zufolge folgende Leitlinien für die Überprüfung unternehmerischer Entscheidungen – demnach hat der GmbH-Geschäftsführer:

  • Die Pflicht zur tatsächlichen und umfänglichen Wahrnehmung der mit der Unternehmensführung verbundenen Aufgaben.
  • Die Pflicht, unternehmerische Entscheidungen sorgfältig vorzubereiten.
  • Die Pflicht, Entscheidungen am Unternehmenswohl auszurichten (insbesondere keine unangemessenen Risiken zu Lasten der Gesellschaft einzugehen).
  • Die Pflicht, im Rahmen der Unternehmensleitung alle möglichen und zumutbaren Strategien der Risikoreduzierung zu Gunsten der Gesellschaft zu nutzen.

Was ist ein nicht unangemessenes, also ein „erlaubtes Risiko“?

Da jede wirtschaftliche Tätigkeit untrennbar auch mit dem Eingehen von Risiken verbunden ist, wird dem GmbH-Geschäftsführer insoweit ein gewisser Handlungsspielraum zugebilligt. Hierbei ist entscheidend, das Verhältnis Risiko zu Gewinnchance zu betrachten. So ist das „erlaubte Risiko“ z. B. dann überschritten, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Fehlschlags des Geschäfts überwiegt. Oder auch dann, wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos zwar gering ist, die fehlgeschlagene Maßnahme aber das Unternehmen in seinem Bestand gefährden würde.

Das „erlaubte Risiko“ ist auch dann überschritten, wenn es an einer ausreichenden Risikominimierung fehlt. Das kann z. B. dann der Fall sein, wenn der Geschäftsführer bei Exportgeschäften nicht für eine ausreichende Sicherung der Kaufpreiszahlung sorgt, wie z. B. eine angemessene und handelsübliche Bankbürgschaft. Die Folge wäre in einem solchen Fall, dass eine Pflichtverletzung i. S. d. § 43 Abs. 2 GmbHG vorliegt und der Geschäftsführer der Gesellschaft gegenüber zum Schadenersatz verpflichtet ist.

Absicherungsmöglichkeiten des Geschäftsführers

Der Geschäftsführer hat Möglichkeiten, einer möglichen Haftung entgegenzuwirken. So entfällt nämlich eine Haftung seinerseits, wenn er eine entsprechende Weisung der Gesellschaft einholt bzw. die Gesellschafter eine bestimmte Geschäftsführungsmaßnahme billigen.

Tipp der KANZLEI NICKERT:

Zur Absicherung kann auch eine D&O-Versicherung (directors and officers liability insurance) abgeschlossen werden. Das ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die die Gesellschaft für den Geschäftsführer abschließen kann.

Autoreninfo

nian-testAnne Nickert

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht

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