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Dienstag, 05 Mai 2015 15:09

Die neue DIN 31000

Die Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens ist eine der Kernaufgaben der Geschäftsleitung. Hierzu hat das Unternehmen eine Strategie zu entwerfen und zur Umsetzung dergleichen Entscheidungen zu treffen.

Die Entwicklung ist mit Chancen und Risiken behaftet. Die permanente Erfassung und Bewertung der Einzelrisiken und deren Auswirkung auf die Gesamtrisikosituation ist Bestandteil des systematischen Risikomanagements.

Der Gesetzgeber hat die Wichtigkeit eines Risikomanagementsystems schon früh erkannt. Durch das KonTraG werde in das Aktiengesetz die Verpflichtung aufgenommen, ein Risikomanagementsystem vorzuhalten. Diese Regelungen finden nicht nur auf die Aktiengesellschaft Anwendung, sondern sind entsprechend auf die GmbH zu übertragen.

Wie das Risikomanagementsystem konkret auszugestalten ist, lässt das Gesetz offen. Die ISO 31000 gibt den handelnden Personen Leitlinien an die Hand, wie ein Risikomanagementsystem konkret auszugestalten ist.

Blick in die Zukunft

Risiken, aber auch Chancen sind negative bzw. positive Abweichungen zu einer geplanten zukünftigen Entwicklung. Das Risikomanagementsystem richtet sich deshalb immer auf zukünftige Entwicklungen. Ziel ist es, sich auf Risiken angemessen vorzubereiten und Vorkehrungen für deren Bewältigung zu treffen.

Bestandsgefährdende Risiken

Ziel der Geschäftsleitung eines Unternehmens ist es immer, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Eine Gesellschaft scheitert dann, wenn diese nicht mehr in der Lage ist, am Markt zu agieren und spätestens dann, wenn Insolvenzreife eingetreten ist. Das ist bei Gesellschaften dann der Fall, wenn die Gesellschaft zahlungsunfähig geworden ist, d.h. ihre fälligen Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen kann, oder wenn der Tatbestand der Überschuldung erfüllt ist.

Liquidität sicherstellen

Eine wichtige Aufgabe des Risikomanagements ist es, eine Verknüpfung zwischen der Chancen- und Risikobetrachtung und der Ertrags- und Liquiditätssituation des Unternehmens herzustellen. Ein Risikomanagementsystem, das dies nicht leistet, hängt gleichsam in der Luft. Die Geschäftsleitung wird sich immer die Frage stellen müssen, ob die Liquidität vorhanden ist, mögliche Chancen und Risiken zu tragen.

Integrierte Unternehmensplanung

Eine Verknüpfung wird sich nur dann herstellen lassen, wenn Chancen und Risiken mit Eintrittswahrscheinlichkeiten belegt und quantifiziert werden. Durch die Bildung von Szenarien können Best- und Worstcase-Szenarien abgebildet werden. Durch die Verknüpfung der Ertrags-, Bilanz- und Liquiditätslage im Rahmen einer integrierten

Unternehmensplanung kann der Liquiditätsbedarf, der zur Deckung der Chancen und Risiken erforderlich ist, abgebildet werden. Durch stochastische Methoden können mit Hilfe einer Monte-Carlo-Simulation sämtliche erkannten Chancen und Risiken im Rahmen eines sog. Erwartungswertes verdichtet werden.

Aufnahme der integrierten Unternehmensplanung in die ISO 31000

Die Verfasser der ISO 31000 haben die Wichtigkeit einer Unternehmensplanung grundsätzlich erkannt. Derzeit wird diskutiert, ob die Vorhaltung einer integrierten Unternehmensplanung als verbindliches Kernelement in die ISO aufgenommen wird. Eine abschließende Fassung liegt noch nicht vor.

[Matthias Kühne]

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