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Donnerstag, 26 Juli 2012 16:39

Magazin: Risikostrategie in Unternehmen

 

„Die Ablehnung eines Risikos ist für das Unternehmen das größte Risiko“
Reinhard Mohn, deutscher Unternehmer und Stiftungsgründer (Bertelsmann)

Jeder Tag ist mit Risiken verbunden. Durch die Aufnahme, Gewichtung und Erfassung der Risiken mit einer anschließenden Strategieentwicklung kann man jedoch eine gewisse Transparenz erreichen, um das Unternehmen auch in schwierigem Umfeld sicher steuern zu können.

Risiken werden erfahrungsgemäß stärker gewichtet als Chancen, was im Grunde für eine kritische Grundhaltung spricht und nicht schlecht ist. In unserem letzten Magazin (Ausgabe 1-2012) haben wir die TOP10 Risiken im Mittelstand unter die Lupe genommen. Der aktuelle Beitrag verlässt den Fokus der Einzelrisikenbetrachtung und zielt mit seinen Inhalten auf die Entwicklung einer Risikostrategie im Unternehmen ab.

Rendite und Risiko sind untrennbar miteinander verknüpft

Einfach ausgedrückt geht mit hohen Renditen oftmals auch die Eingehung höherer Risikopositionen einher. Die Rahmenbedingungen des unternehmerischen Handels sind unter Risikogesichtspunkten heute oftmals noch schwieriger als in der Vergangenheit. Die Wirtschaft unterliegt stärkeren Schwankungen, schnelleren Zyklen und die Produktlebenszyklen werden immer kürzer.

Zuerst hat im Rahmen des Entwicklungsprozesses einer Risikostrategie die Identifikation von Risiken zu erfolgen, um infolgedessen eine Risikomessung durchführen zu können. Nur Risiken, die identifiziert, gemessen und bewertet werden, können gesteuert werden. Wichtig ist dabei die Beachtung der Zusammenhänge der Einzelrisiken, um eine realistische Bewertung vornehmen zu können.

Durch eine quantitative Bewertung wird ein Schadenserwartungswert ermittelt, der sich aus der Multiplikation der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Schadenshöhe des einzelnen Risikos ergibt.

Inhalte eines kompletten Risikotragfähigkeitskonzeptes sind:

  • Risikostrategie
  • Risikoidentifikation
  • Risikomessung
  • Risikosteuerung
  • Risikoüberwachung
  • Risikobericht

Die Risikostrategie kann im Gesamtzusammenhang als Orientierungs- bzw. Richtgröße für unternehmerisches Handeln verstanden werden. Betrachtet man als Produktionsunternehmen z. B. die Gefahr eines Brandes, so kann man aufgrund von Erfahrungswerten von einer minimalen Eintrittswahrscheinlichkeit ausgehen. Beim Eintritt jedoch ist mit einer enormen Schadenshöhe zu rechnen. Einem solchen Risiko kann z. B. durch den rechtzeitigen Abschluss einer Versicherung entgegentreten werden.

Durch die Risikostrategie Chancen transparenter – auch unter Risikogesichtspunkten – wahrnehmen

Unterschieden werden muss auch zwischen existierenden, erkannten und zukünftigen Risiken. Das Eingehen von Chancen und die rechtzeitige Auseinandersetzung mit Risiken kann dabei teilweise auch als Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz genutzt werden. Denn die Risikoneigung und die Kontrollmechanismen des Unternehmens haben bei der Festlegung der Risikostrategie besondere Bedeutung und setzen den Rahmen, sodass man Chancen wahrnehmen kann.

In die Entscheidung über die Risikosteuerung/-überwachung muss außerdem einbezogen werden, wie viel Risiko ein Unternehmen selbst tragen kann und welche Risiken auf Dritte abgewälzt werden müssen.

Ein funktionierendes Frühwarnsystem, das meist auf einem aussagekräftigen Kennzahlensystem beruht, soll warnen, wenn bestimmte Indikatoren Werte überschreiten. Extremer Handlungsbedarf besteht auf jeden Fall, wenn durch ein Risiko bzw. durch das Zusammenwirken von mehreren Risiken der Fortbestand des Unternehmens auf dem Spiel steht.

Mittelständler werden künftig aller Voraussicht nach noch mehr (z. B. durch Banken) die Fragen hören: „Haben Sie in Ihrem Unternehmen ein angemessenes Risikomanagementsystem integriert?“

Das Eingehen von Risiken ist für gewinnorientierte Unternehmen unvermeidlich. Durch eine transparente Behandlung sollten die Unternehmen jedoch mit den Risiken besser umgehen können und für sich selbst Vorteile nutzen können. Viele Unternehmer halten deshalb den Aufbau eines geeigneten Systems in den nächsten Jahren für eine der wichtigsten Aufgaben. Diese Zielsetzung haben sie zum einen aus Existenzsicherungsgesichtspunkten und zum anderen aus der Erzielung von Wettbewerbsvorteilen.

Die Umsetzung eines Risikomanagementsystems ist in der Regel nicht einfach und zeitaufwendig. Für die Fahrt mit Ihrem Unternehmen in Richtung Zukunft kann es aber nur von großem Vorteil sein, sich rechtzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Autoreninfo

Sebastian BroßSebastian Broß

Steuerberater, Diplom-Betriebswirt (FH), *CVA (Certified Valuation Analyst), IACVA, Teamleiter BWL

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