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Mittwoch, 01 April 2009 15:58

Traumauftrag, aber die Vergütung bleibt aus?

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Lassen Sie sich zumindest bei wirtschaftlich bedeutenden Geschäften nach Möglichkeit Sicherheiten von Ihrem Vertragspartner einräumen. Sorgen Sie für klare, eindeutig dokumentierte Vertragsabsprachen und rechnen Sie Ihre Leistung zeitnah ab. Bleiben Sie hartnäckig „am Ball", wenn Ihr Vertragspartner in Verzug gerät. Denn in der Regel werden die Gläubiger, die dem Schuldner wegen ihrer dauernden Mahnungen am lästigsten sind, als erste ihr Geld oder wenigstens einen Teil davon erhalten.

Die anfängliche Begeisterung über einen „Traumauftrag" schlägt manchmal jäh in ihr Gegenteil um, wenn die Vergütung auf sich warten lässt oder gar ganz ausbleibt. Zahlungsverzug bzw. -ausfall lassen sich zwar nicht immer verhindern, aber einige Punkte gibt es in diesem Zusammenhang schon zu beachten:

Vor dem Vertragsabschluss sollten Sie sich kritische Gedanken über die Leistungsfähigkeit Ihres künftigen Vertragspartners machen. Das ist natürlich vor allem wichtig, wenn sich ein bedeutender, für Sie mit hohen Aufwendungen verbundener Auftrag anbahnt. Dann sollten Sie Ihr finanzielles Risiko durch Sicherheiten „abfedern". Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Sicherheiten werthaltig sind und auch rechtswirksam bestellt werden. Der erst auf dem Lieferschein aufgedruckte Satz, „Die gelieferte Ware bleibt bis zum vollständigen Ausgleich unserer Forderung unser Eigentum" wird Ihnen z. B. als „Sicherheit" keineswegs sicher weiterhelfen.

Achten Sie darauf, klare und eindeutige vertragliche Absprachen zu treffen, die Sie aus Beweisgründen möglichst schriftlich dokumentieren. Wer klare Vereinbarungen getroffen hat und nachweisen kann, kann spätere Versuche, die Vergütung mit vorgeschobenen Gründen herunterzuhandeln, besser abwehren. Am besten legen Sie auch von vorneherein das Datum fest, bis zu dem gezahlt werden muss, damit klar ist, dass bzw. ab wann Verzug eintritt.

Verschaffen Sie sich Klarheit darüber, wer genau Ihr Vertragspartner werden will. Sollen es z. B. die Eheleute Schmitt sein, oder „nur" Herr oder „nur" Frau Schmitt? Will die Einzelfirma Fritz Müller bei Ihnen bestellen, oder die unter der gleichen Adresse ansässige Fritz Müller GmbH? Das ist nicht immer offensichtlich und wenig ist ärgerlicher, als wegen solcher (vermeintlich) Kleinigkeiten einen Prozess zu verlieren.

Wenn Sie Ihre Leistung erbracht haben, sollten Sie Ihre Rechnung, die den formellen Anforderungen (UStG) genügen muss, zeitnah erstellen. Zum einen werden Sie vor Rechnungsstellung keine Zahlung erhalten, so dass Sie zinslosen Kredit gewähren, zum anderen geben Sie Ihrem Kunden sonst Zeit, Ihre Forderung zu vergessen.

Zahlt Ihr Kunde dann ohne Grund nicht pünktlich, ist Ihre Hartnäckigkeit gefragt. „Lästige" Gläubiger bekommen ihr Geld oder wenigstens einen Teil davon meist als erste. Mahnen Sie schon bald nach Ablauf der Zahlungsfrist in regelmäßigen, relativ kurzen Abständen – sowohl schriftlich (aus Beweisgründen) als auch mündlich/ telefonisch. Letzteres wird Ihrem Schuldner sicherlich noch unangenehmer sein als Ihnen – schließlich muss er sein Verhalten erklären. Auf diesem Weg erfahren Sie auch am ehesten, warum die Zahlung ausbleibt. Dieses Wissen kann Ihnen zwar eventuell später schaden, wenn ein Insolvenzverwalter Ihre Vergütung zurückfordert, andererseits ermöglicht es Ihnen, sinnvoll zu reagieren. Denn bei einem gutwilligen Schuldner, der vielleicht zur Ratenzahlung bereit ist, ist natürlich ein anderes Vorgehen angebracht, als bei dem, der gewohnheitsmäßig erst auf anwaltliche Mahnung oder Mahnbescheid hin zahlt.

„Der erst auf dem Lieferschein aufgedruckte Satz, „Die gelieferte Ware bleibt bis zum vollständigen Ausgleich unserer Forderung unser Eigentum" wird Ihnen z. B. als „Sicherheit" keineswegs sicher weiterhelfen."

[Rechtsanwältin Bettina Kriegel]

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