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Donnerstag, 14 Juli 2011 14:46

Magazin: Der Zeitplan für Ihre Unternehmensnachfolge

Für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist eines wichtig: Sie sollte gut, rechtzeitig und vor allem umfassend geplant sein. Denn was hilft es Ihnen, wenn Ihre Unternehmensnachfolge zwar super steueroptimiert ist, die Bewertung Ihres Unternehmens aber reichlich zu wünschen übrig lässt? Oder: Sie haben einen juristisch einwandfreien Unternehmenskaufvertrag ausgehandelt, bei der zeitlichen Vorgehensweise aber leider die Vorgaben des einkommensteuerlichen Freibetrags völlig außen vor gelassen?

Mit dem folgenden Überblick möchten wir Ihnen eine Hilfestellung darüber geben, welche Punkte Sie beim Thema Unternehmensnachfolge in welchem Zeitstadium beachten sollten.

1. Analyse

Im Rahmen der Situationsanalyse Ihres Unternehmens ermitteln Sie zunächst den wirtschaftlichen Status. Aus rechtlicher Hinsicht spielen hier insbes. das Erbrecht, das Bankrecht sowie das Gesellschaftsrecht eine wichtige Rolle. Steuerlich sind hier insbes. das UmwStG (bringt eine Unternehmensumwandlung Vorteile für die anstehende Unternehmensnachfolge?), die laufenden Steuern (EStG und KStG) sowie die aperiodischen Steuern (ErbStG) maßgebend.

Bereits jetzt könnte sich anbieten, im Rahmen eines Risikomanagements Vorsorge über ein Testament (das Sie nach erfolgter Übergabe dann nochmals anpassen sollten) oder eine Vorsorgevollmacht zu treffen. Es gibt viele Unternehmensnachfolgen, die gestuft über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren ablaufen.

2. Planung

In der Planungsphase ist zunächst wichtig, eine Entscheidung darüber zu treffen, wie und wo ein Nachfolger für das eigene Unternehmen gesucht wird: In der eigenen Familie, im eigenen Unternehmen oder ein unternehmensfremder Dritter? Es müssen Lösungsvarianten erarbeitet und vor allem auch bewertet werden. Ein potentieller Nachfolger kann bereits hier mit in die Planung einbezogen werden. Wichtig ist an dieser Stelle eine Analyse dahingehend, ob eine sofortige vollständige Übergabe sinnvoll ist oder besser eine Übergabe in Stufen (z. B. zunächst nur der operative Betrieb und später die als Altersvorsorge dienende Betriebsimmobilie).

3. Erbrechtliche Lösung samt Umsetzung und nachgelagerter Betreuung

Die erbrechtliche Lösung kann sowohl direkt nach der Analyse Ihres Unternehmens in Betracht kommen, als auch erst  „über den Umweg“ der Planung. Hier sind neben den Vorgaben des Gesellschaftsrechts und des Steuerrechts vor allem auch mögliche Probleme bei der Finanzierung zu durchdenken. Was die Umsetzung betrifft, sollten Pro und Kontra von Testament und Erbvertrag gegeneinander abgewogen werden. Außerdem sollte an die Bestimmung eines Testamentsvollstreckers gedacht werden. Auch die Möglichkeit, eine Stiftung zu gründen, sollte hier gedanklich durchgespielt werden.

4. M & A

Kommen Sie in der Planungsphase zu dem Ergebnis, der Verkauf Ihres Unternehmens ist die beste Lösung, so wird jetzt wichtig, einen möglichen Verkaufszeitpunkt zu bestimmen und das Unternehmen in der Zwischenzeit so aufzustellen, dass es einen größtmöglichen Wert für den erwerbenden Unternehmer darstellt. Das sichert Ihnen als Übergeber einen angemessenen Kaufpreis.

5. Konzept

Sobald Sie sich theoretisch im Klaren darüber sind, welchen Weg Sie bei Ihrer Unternehmensnachfolge einschlagen möchten, ist ganz wichtig, dies auch ganz konkret in einem Konzept festzuschreiben. Ein detaillierter „Fahrplan“ über die weiteren Schritte ist jetzt unausweichlich.

6. Umsetzung

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die konkreten Verträge auszuhandeln und an eine Begleitung zum Notar zu denken. In der Umsetzungsphase ist zudem wichtig, die Handelsregisterein- und umtragungen im Blick zu behalten. Spätestens jetzt müssen Sie sich auch um die Gestaltung gegenüber der Finanzverwaltung kümmern.

7. Nachgelagerte Betreuung

Auch über die nachgelagerte Betreuung sollten Sie sich Gedanken machen: Macht es Sinn, Regelungen für Kontrollaufgaben, wie z. B. Aufsichtsrats- oder Beiratstätigkeiten zu treffen? Oder auch für nachgelagerte (gesellschaftsrechtliche) Treuhandschaften. Darüber hinaus sollten Sie sich jetzt auch überlegen, ob Sie Regelungen zur Überwachung Ihrer Sicherheiten treffen möchten.

Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, Ihr Testament (aus Schritt 1) noch mal zu überdenken und es an die veränderten Umstände anzupassen.

TIPP der KANZLEI NICKERT:

Idealerweise erfolgt die Beratung in allen Phasen der Unternehmensnachfolge aus einer Hand. So vermeiden Sie Informations- und Kommunikationsprobleme – und sparen dadurch nicht zuletzt auch Geld.

Eine praktische Checkliste zur Vorgehensweise sowie die Beschreibung unserer Dienstleistung zur Unternehmensnachfolge finden Sie hier.

 

Autoreninfo

nian-testAnne Nickert

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht

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