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Mittwoch, 20 Juli 2016 10:20

Absicherung von Forderungsausfällen

In vielen Unternehmen ist es üblich, seinen Kunden ein Zahlungsziel einzuräumen. Damit wird dem Kunden ein Kredit gewährt – jedoch häufig ohne zu prüfen, ob der Kunde kreditfähig ist. Für KMU kann ein Forderungsausfall schwerwiegende Auswirkungen haben.

Dem Unternehmen fehlen dadurch Einzahlungen, wodurch die Liquidität geschwächt und im schlimmsten Fall die Existenz bedroht wird. Aufgrund dessen ist die Forderungsabsicherung ein unabdingbarer Unternehmensakt.

Zur Forderungsabsicherung bestehen diverse Ansätze. Oftmals ist eine frühzeitige Umsetzung entscheidend, idealerweise bevor die Forderung entsteht. Dadurch kann das Unternehmen verhindern, riskanten Kunden Zahlungsziele zu gewähren und somit ausfallgefährdende Forderungen aufzubauen.

Vorvertragliche Maßnahmen

Zu diesen Maßnahmen gehören z. B.:

  • Ausgestaltung der AGB:
    Anpassen der AGB, damit nötige Maßnahmen angewandt werden können.
  • Bonitätsprüfung:
    Im Vorfeld sollte durch verfügbare unternehmensinterne und -externe Informationen die Zahlungsfähigkeit und -willigkeit des Kunden beurteilt werden.
  • Überprüfung des Kunden:
    Hierbei ist zu prüfen, um welchen Kunden es sich handelt, z. B. ob er Gesellschafter ist.
  • Vertragsgestaltung:
    Im Vertrag sollten die zu erbringenden Leistungen, deren Spezifikation (z. B. Eigentumsvorbehalt) und Zahlungsmodalitäten (z. B. Zahlungsziel, Abschlagszahlungen) definiert werden. Letzteres ist abhängig vom Kunden und dessen Bonität.

Nach der Leistungserbringung

Neben den vorvertraglichen Maßnahmen sollte das Unternehmen bis zum Zahlungseingang aktiv sein, u.a. mit folgenden Punkten:

  • Schnelle Rechnungsstellung:
    Sobald die Leistung erbracht ist, sollte zeitnah die Rechnung „richtig“ erstellt werden. Bei einer fehlerhaften Rechnung kann der Kunde bis zum Eingang der fehlerfreien Rechnung deren Ausgleich verzögern.
  • Überwachung der Zahlungseingänge:
    Durch eine regelmäßige Überwachung der Zahlungseingänge kann das Unternehmen frühzeitig einen Zahlungsverzug feststellen und nötige Maßnahmen einleiten.
  • Installation eines Mahnwesens:
    Falls ein Zahlungsverzug vorliegt, sollte das Unternehmen ein konsequentes Mahnwesen durchführen. Dabei ist eine angemessene Formulierung in den einzelnen Mahnstufen wichtig.

Unterstützung durch externe Partner

Kann das Unternehmen infolge des Mahnverfahrens keine Erfolge erzielen, sollten weitere Schritte eingeleitet werden:

  • Unterstützung durch externe Partner:
    Durch die Mithilfe externer Partner, wie z. B. Rechtsanwälte oder Inkassobüros, lässt sich nochmals ein größeres Durchsetzungsvermögen erreichen.
  • Zwangsvollstreckung:
    Zahlt der Schuldner trotz der eingeleiteten Maßnahmen nicht, kann eine Zwangsvollstreckung als letztes Mittel eingesetzt werden.

Überdies bestehen weitere harte Absicherungsmaßnahmen, z. B. indem das Unternehmen die Forderungen samt Risiken gegen eine Gebühr an ein Factoring-Unternehmen abtritt oder eine Versicherung abschließt, die für den Ausfall aufkommt.

Fazit

Letztlich bedeutet ein Forderungsmanagement die Minimierung von Forderungsausfällen und infolgedessen eine bessere Liquiditätssituation, was wiederum auf die Sicherung der Existenz abzielt. Allerdings sollte der Aufwand wirtschaftlich bleiben. Deshalb sind Maßnahmen dem potenziellen Forderungsausfall, d.h. der Forderungshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit, anzupassen.

Tipp der KANZLEI NICKERT:

  • Überprüfen Sie regelmäßig Forderungen nach Auffälligkeiten.
  • Legen Sie schon im Vorfeld klare Verhältnisse fest, damit keine ausfallgefährdenden Forderungen entstehen.
  • Beim Zahlungsverzug trägt ein persönlicher Anruf oft zu einer schnellen Lösung bei.

Weiterer Blog-Beitrag der KANZLEI NICKERT zum Thema

[Benjamin Schilling]

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