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Donnerstag, 31 Juli 2014 11:02

Hanglungsempfehlungen für Geschäftsführer

Geschäftsführer (oder Vorstand) zu sein, bedeutet nicht nur, Rechte zu haben. Aus der sog. Organstellung folgen auch Pflichten. Was sind nun diese Pflichten und welche Handlungsempfehlungen ergeben sich daraus?

Zunächst einmal ist ein Geschäftsführer fremdnützig tätig. Er ist Organ einer Gesellschaft und dieser gegenüber verpflichtet. Primat jeglichen Handelns ist daher die Förderung des Gesellschaftszwecks bzw. der Gesellschaft selbst. Dies gilt auch dann, wenn der Geschäftsführer zugleich Alleingesellschafter des Unternehmens ist.
Der Aufgabenkreis dieses fremdnützigen Verhaltens wird in der Regel durch die Satzung und den darin verankerten Geschäftszweck beschrieben. Regelmäßig ergeben sich Konkretisierungen in Form von dem Erfordernis von Gesellschafterbeschlüssen bei qualifizierten Handlungen oder Maßnahmen. Darüber hinaus enthalten die gesetzlichen Vorschriften bzw. die Satzung in der Regel keine weiteren Ausführungen.

Daraus können aber im Einzelfall Fragestellungen für den Geschäftsführer auftreten, ob er z. B. als Organ einer Bau GmbH, die bislang nur Einfamilienhäuser gebaut hat, einen Auftrag zum Bau einer Gewerbeimmobilie annehmen darf. Würde man zu dem Ergebnis kommen, dass er einen solchen Auftrag nicht annehmen darf, dies gleichwohl aber tut, könnten daraus für den Geschäftsführer Verantwortlichkeiten entstehen.

Aus diesem Grund empfehlen wir allen Organen, regelmäßig eine strategische Unternehmensplanung aufzustellen. In dieser strategischen Unternehmensplanung wird üblicherweise die aktuelle Situation des Unternehmens beschrieben. Hierzu gehört eine Marktanalyse und die Analyse der Stärken und Schwächen, insbesondere im Vergleich mit den Wettbewerbern.

Aufbauend auf dieser Standardanalyse wird das Ziel bestimmt, wo das Unternehmen in einem mittel- bis langfristigen Zeitraum stehen soll und darauf hinzielend Maßnahmen geplant, die das Unternehmen ergreifen muss, um das mittel- bis langfristige Ziel zu erreichen.

Der Schwerpunkt einer solchen strategischen Planung sollte weniger unternehmenszentriert, als kundenfokussiert sein. Denn die Aufgabe eines Unternehmens ist es, seinen Kunden und der Gesellschaft einen Nutzen zu bieten. Nur wenn das Unternehmen dieser Aufgabe gerecht wird, wird es quasi automatisch Gewinne erzielen, die erforderlich sind, um den Fortbestand der Unternehmung zu sichern und für die Kunden sicherstellen, dass es auch in der Zukunft in der Lage sein wird, einen weiteren Kundennutzen zu stiften.

Eine solche strategische Planung mit Maßnahmenplanung sollte der Geschäftsführer mit den Gesellschaftern bzw. dem Aufsichtsrat diskutieren und einer förmlichen Beschlussführung zuführen. Damit kann z. B. eine Investitionsplanung verbunden werden, wenn derartige Investitionen als Maßnahmen der strategischen Planung vorgesehen sind.

Aus dieser groben mittel- bis langfristige Planung können dann kurz- bis mittelfristige operative Unternehmensplanungsrechnungen erstellt werden. Diese sind dann eher nach innen zentriert, zeigen sie doch, welche Einnahmen das Unternehmen tätigt und welche Kosten es dafür tragen muss und wie sich dies auf die Ertrags-, Bilanz- und Finanzlage auswirkt.

In die strategische Planung einfließen sollte in jedem Fall auch das Risiko- und Chancenmanagement. Aus jeder bestehenden Ausgangslage und jeder definierten Zielstruktur und der hierzu geplanten Maßnahmen folgen Chancen und Risiken. Werden diese im Rahmen der strategischen Planung ermittelt, offen gelegt und beschlossen, so wird sich das Organ künftig nicht vorwerfen, es habe untragbare Risiken eingegangen. Damit wird zugleich die strategische Planung, das Risikomanagement und die Erstellung der Unternehmensplanung zum persönlichen Risikomanagement des Geschäftsführers.

Weiterer Blogbeitrag der KANZLEI NICKERT zum Thema:

Das Ermessen des Geschäftsführers bei strategischen Planungen

Autoreninfo

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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