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Dienstag, 15 April 2014 09:05

Minijobs - Übersteigung der Grenzen

Minijobs (oder anders: 450-Euro-Job) sind sozialversicherungsfrei, d.h. es fallen nur pauschale Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie eine pauschale Steuer für den Arbeitgeber sowie evtl. RV-Beiträge für den Arbeitnehmer an.

Ein toller Anreiz für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wenn die Grenze von 450 € überstiegen wird, tritt Sozialversicherungspflicht ein. Aber nicht immer!

Ungeplante Mehrarbeit

Bei einer ungeplanten Mehrarbeit ist eine geringfügige Übersteigung in Ordnung. Ungeplante Mehrarbeit liegt klassisch bei einer Krankheitsvertretung vor. Auch wenn sich kurzfristig Mehrarbeit im Unternehmen ergibt, kann der Minijober hier aushelfen. Kurzfristig heißt hier ungeplant, z.B. bei einer überraschenden Mehrlieferung von Kühlartikeln, die sofort eingeräumt werden müssen.

Arbeitsverträge

Mit vielen Minijobbern wurde in der Praxis kein Arbeitsvertrag geschlossen. Doch wie soll ohne Festlegung, was die übliche Arbeit darstellt, definiert werden, was ungeplante Mehrarbeit heißt? Hier liegt oft das Problem der Beweislast bei SV-Prüfungen. Zudem ist das Nachweisgesetz zu beachten, d.h. spätestens nach einem Monat nach dem vereinbarten Beginn der Beschäftigung sind die wesentliche Vertragsbedingungen niederzulegen und an den Arbeitnehmer auszugeben.

Durchschnittsberechnung

Bei Minijobs kann man eine jährliche Durchschnittsberechnung ex ante (vorausschauend) machen. D.h. wenn Sie am Anfang der Beschäftigung sicher wissen, dass der Minijobber die jährliche Geringfügigkeitsgrenze in Höhe von 5.400 € (450 € * 12 Monate) bzw. die anteilig berechnete Grenze bei unterjährlichen Eintritten nicht übersteigen wird, können Sie ihn in manchen Monaten auch über 450 € beschäftigen.

Sobald festgestellt wird, dass er im Jahr über 5.400 € kommt, müssen Sie ihn aber versicherungspflichtig anmelden. Bei Prüfungen kann in der Regel dann wenig passieren, denn bei Minijobs gilt: ex ante. Somit konnten Sie am Anfang noch nicht wissen, dass die Jahresgrenze überstiegen wird. Immerhin sind Sie am Anfang der Beschäftigung von einer Nichtübersteigung ausgegangen.

Ausreichende Dokumentation

Ohne ausreichende Dokumentation (Stundenaufzeichnungen, Personalfragebogen, Arbeitsvertrag, etc...) kann man dies aber nicht nachweisen. Deshalb ist die Dokumentation bei Minijobs sehr wichtig.

Tipps der KANZLEI NICKERT:

  • Arbeitsverträge mit Minijobber machen, am besten zeitlich befristen.
  • Genaue Definition im Arbeitsvertrag von Arbeitszeit, Arbeitstage, Arbeitsort.
  • Personalfragebogen vollständig ausfüllen lassen.
  • Ordentliche Stundenaufzeichnungen führen und bei SV-Prüfungen parat haben.
  • Bei Zweifel den Steuerberater fragen.

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

 

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