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Mittwoch, 02 April 2014 08:17

Magazin: Offensives Forderungsmanagement

Nicht allein Ihre gute Leistung ist für Ihren wirtschaftlichen Erfolg maßgeblich – es muss Ihnen auch gelingen, Ihre Vergütung vollständig und pünktlich zu erlangen. Von Forderungsausfällen ganz zu schweigen, verschenken Sie sonst Liquidität, können Ihre Planung nicht einhalten und verschlechtern letztlich Ihr Rating. Sind Sie zudem Sollversteuerer (wie es in zunehmendem Maße jetzt auch Freiberufler sind), trifft Sie der Verzug Ihres Kunden noch härter.

Beugen Sie ausreichend vor

Sie können und sollten Zahlungsausfällen und -verzögerungen schon bei Beauftragung vorbeugen, z. B. durch Einholen von Auskünften (z. B. Creditreform-Auskunft) über die Bonität von Neukunden sowie durch die Auswertung Ihrer bisherigen Erfahrungen mit dem Zahlungsverhalten von „Altkunden".

Scheuen Sie sich nicht, die Konsequenzen aus den bekannten Informationen zu ziehen und klar zu formulieren, ob und zu welchen Bedingungen Sie den Auftrag annehmen. Denken Sie dabei insbesondere auch über Absicherungen nach, wie z. B. eine Warenkreditversicherung, die Vereinbarung von Vorauskasse oder sonstigen Sicherheiten oder von Teilzahlungen, bei deren unberechtigtem Ausbleiben Sie zumindest die weitere Leistung einstellen können. Behalten Sie während der Auftragsausführung die Leistungsfähigkeit des Kunden im Auge, um ggf. vorhandene Möglichkeiten, sich vom Vertrag zu lösen, rechtzeitig nutzen zu können.

Legen Sie ferner schon bei Beauftragung Zahlungsziele und Fälligkeit Ihrer Vergütung fest. Damit gewinnen Sie eine zuverlässigere Grundlage für Ihre Liquiditätsplanung, an deren Belastbarkeit Sie von Ihrer Bank gemessen werden.

Zeitnahe korrekte Rechnungserstellung

Die frühestmögliche Erstellung einer korrekten Rechnung muss selbstverständlich sein. Beachten Sie dabei die steuerrechtlichen Pflichtangaben für Rechnungen (s. dazu auf unserer Homepage unseren Blogbeitrag „Die richtige Rechnung II").

Legen Sie in der Rechnung ein Zahlungsziel fest, wenn es nicht bei der gesetzlichen Regel bleiben soll, nach der Rechnungen 30 Tage nach Zugang fällig werden – und vergessen Sie gegenüber Verbrauchern nicht den Hinweis auf diese Regelung. Ansonsten bedarf es einer Mahnung, damit Verzug eintritt.

Überwachung der Zahlungseingänge

Zahlungseingänge müssen laufend kontrolliert werden. Werden Zahlungsziele überschritten, ist in jedem Fall rasch eine „klare Ansage" gefragt:

Macht der Kunde Einwendungen geltend, müssen diese schnellstmöglich auf ihre Berechtigung überprüft werden – Verzögerungen erschweren hier nur die Aufklärung des Sachverhalts.

Mahnen Sie konsequent

Reagiert der Kunde schlicht nicht, müssen konsequent die schematisch festgelegten Stufen Ihres Mahnwesens durchlaufen werden. Bei Überschreiten der in einer Mahnung gesetzten Frist müssen die für diesen Fall angekündigten Folgen konsequent umgesetzt werden. Wer fünfmal eine „letzte Mahnung" verschickt oder ein halbes Jahr nach einer entsprechenden Ankündigung noch immer keinen Mahnbescheid beantragt hat, macht sich unglaubwürdig!

Parallel zu schriftlichen Mahnungen sollten Sie das Gespräch mit dem Schuldner suchen und eruieren, ob ein momentaner Liquiditätsengpass Verzugsursache ist. Über eine Ratenzahlungsvereinbarung erhalten Sie Ihr Geld oftmals schneller, als über eine gerichtliche Titulierung via Mahn- und Vollstreckungsbescheid – was allerdings gegenüber sturen Schuldnern unumgänglich sein wird.

Unabhängig von den Ursachen des Zahlungsverzugs ist eine rasche und konsequente Reaktion von Ihrer Seite gefragt – je länger Sie zuwarten, umso später werden Sie Ihr Geld bekommen.

"Unabhängig von den Ursachen des Zahlungsverzugs ist eine rasche und konsequente Reaktion von Ihrer Seite gefragt – je länger Sie zuwarten, umso später werden Sie Ihr Geld bekommen."

Autoreninfo

krbe-testBettina Kriegel

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, Fachanwältin für Insolvenzrecht

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

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