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Freitag, 22 November 2013 10:33

Magazin: Die GmbH

Die bestehende Rechtsordnung stellt den Unternehmern eine Vielzahl von Rechtsformen zur Verfügung. Neben den Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) stehen hierbei die Per-sonengesellschaften (GbR, OHG, KG, stille Gesellschaft, etc.) und die Einzelunterneh-men/natürliche Personen. Bei der Wahl der Rechtsform müssen die Unternehmer dann un-ter steuerlichen, betriebswirtschaftlichen oder haftungsrechtlichen Gesichtspunkten unter-scheiden, welche Rechtsform die Bedürfnisse am ehesten abdeckt.  

Wahl der Rechtsform

Die Rechtsformwahl gehört zu den grundlegenden Entscheidungen des Unternehmers. Nach einer Datenerhebung durch das Statistische Bundesamt aus 2011 firmieren 70 % aller Betriebe als Einzelunternehmen, 13 % sind Personengesellschaften und 16 % sind Kapital-gesellschaften (davon nur knapp 2 % AGs).

Dennoch gibt es nicht die „ideale" Rechtsform. Vielmehr lässt sich die Frage der optimalen Rechtsform nur anhand der individuellen Verhältnisse beantworten. Dabei müssen insbe-sondere die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, seine Marktstellung sowie die Situation seiner Unternehmer untersucht werden.

Die daraus resultierenden, an den Unternehmer gestellten Anforderungen, dienen bei der Rechtsformwahl als Entscheidungskriterien. Um eine Entscheidung treffen zu können, müssen die Rechtsformalternativen anhand dieser Kriterien auf ihren Beitrag zur Erfüllung der festgelegten Ziele unter den gegebenen internen und externen Rahmenbedingungen über-prüft werden. Vor diesem Hintergrund sind wichtige Entscheidungskriterien:

  • Rechtsgestaltung und Haftung (Mindestkapital)
  • Leitung und Überwachung (Selbst- oder Fremdorganschaft)
  • Finanzierung (Zugang zum Kapitalmarkt, Bonität)
  • Besteuerung
  • Rechnungslegung, Prüfung und Publizität
  • Gründungs- und Organisationsaufwand
  • Gestaltungsfreiheit für die Organisation und Umwandlungsmöglichkeiten
  • Beendigung des unternehmerischen Engagements

Haftung

Die GmbH hat als Kapitalgesellschaft eine eigene Rechtspersönlichkeit. Sie haftet für ihre Verbindlichkeiten mit ihrem gesamten Vermögen. Die Gesellschafter haften grundsätzlich nicht persönlich, sondern nur mit ihrer Einlage auf das in Geschäftsanteilen zerlegte Stammkapital. Geschäfts- und Privatvermögen werden rechtlich voneinander getrennt.
Ohne Haftungsbeschränkung würden sich z. B. Abfindungsansprüche von Arbeitnehmern ins Privatvermögen auswirken. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag "Was ist wenn die GmbH nicht (mehr) schützt".

Geschäftsführung

Die Stellung des Geschäftsführers ist nicht an die Gesellschafterposition gebunden. Es besteht die Möglichkeit, gesellschaftsfremde Geschäftsführer zu bestellen.

Kapitalbeschaffung – Gesellschafterwechsel

Zusätzliches Kapital kann durch eine Beteiligung neuer Gesellschafter beschafft werden. Gesellschafterwechsel berühren den Bestand der Gesellschaft nicht. So kann sich der bis-herige Inhaber aus der aktiven Geschäftsführung zurückziehen, ohne dass seine Rechte als Eigentümer am Unternehmen beschnitten werden. Darüber hinaus kann er sich die Kontrolle über die Geschäftsführung verschaffen, indem er einen Aufsichtsrat einsetzt, dem er selbst angehört.

Besteuerung

Wenn man beurteilen will, ob die Rechtsform der GmbH steuerlich besonders günstig ist, muss ein umfassender Steuerbelastungsvergleich angestellt werden. Ein Beispiel steht Ihnen in unserem Download-Bereich zur Verfügung


Gründungs- und Organisationsaufwand

Die formellen Erfordernisse, die Kosten für die Gründung und Betreuung der GmbH sind umfangreicher und die steuerliche Abwicklung ist komplizierter als bei Personengesellschaften. So muss der GmbH-Vertrag notariell beurkundet werden. Zudem muss bei der Gründung mindestens die Hälfte des Mindest-Stammkapitals eingezahlt werden, d.h. 12.500 €. Über die kaufmännische Buchführungspflicht hinaus verursacht die Publizitätspflicht weitere Kosten.

Einer der großen Vorteile der GmbH ist darin zu sehen, dass sich die Rechtsform gleichermaßen für Betriebe in der Produktion, im Handel und im Bereich Dienstleistungen eignet. Wie eingangs erläutert, kommt es letztlich aber auf den Einzelfall an.

 

Autoreninfo

lifr-testFrank Lienhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

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