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Mittwoch, 24 April 2013 00:00

Magazin: SEPA – SINGLE EURO PAYMENTS AREA

Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags zum Stand der SEPA-Umstellung in Unternehmen zeigt es: Die Unternehmen sind noch nicht auf diese Umstellung vorbereitet. So gaben nur 80 Prozent der Befragten an, dass ihnen die SEPA-Umstellung bekannt ist. Nur jeder zehnte Befragte fragt seine Geschäftspartner nach deren IBAN und BIC. Dabei ist eine Vorbereitung auf die Umstellung dringend notwendig: Wissen Sie als Unternehmer zum Beispiel, dass ab dem 1.2.2014 Lastschriften nur noch online eingereicht werden können?

 Was bedeutet SEPA?

Die Abkürzung SEPA steht für Single European Payments Area, den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum. Dieser einheitliche Zahlungsverkehrsraum wird nicht erst in Zukunft eingeführt, er existiert bereits: 2008 wurde die SEPA-Überweisung eingeführt und 2009 die SEPA-Lastschrift. Bislang konnten – zumindest im innerdeutschen Zahlungsverkehr – aber noch die nationalen Zahlungsverfahren, in Deutschland also die Überweisung und die Lastschrift, genutzt werden. Nun steht der letzte Schritt an und dies ist die Abschaffung dieser nationalen Zahlungsverfahren. Ziel der SEPA-Einführung ist es, dass bargeldlose Euro-Zahlungen innerhalb der teilnehmenden Staaten unkomplizierter und schneller abgewickelt werden können.

Die SEPA-Umstellung betrifft diejenigen, die bargeldlose Euro-Zahlungen vornehmen – und damit praktisch jeden. Für Verbraucher gibt es jedoch die Erleichterung, dass sie noch bis zum 31.12.2015 weiterhin ihre bisherige Bankleitzahl und Kontonummer statt IBAN und BIC nutzen können.

Wie wird die Umstellung konkret aussehen?

Das nationale Zahlungsverfahren wird wie folgt umgestellt:

Inlandsüberweisung = SEPA-Überweisung
Einzugsermächtigungsverfahren = SEPA-Basis-Lastschriftverfahren
Abbuchungsauftrag = SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren
Kontonummer und BLZ = IBAN, bis 31.1.2015 zusätzlich BIC
DTA-Format = SEPA XML-Format

Was ist für Unternehmer zu tun?

SEPA-Überweisung: Bei der neuen SEPA-Überweisung ist vor allen Dingen zu beachten, dass die IBAN des Zahlers und die IBAN und BIC des Zahlungsempfängers anzugeben sind. Die eigene IBAN und BIC findet sich in den Kontounterlagen und z. B. auch auf den Bankkarten. Die IBAN und BIC des Geschäftspartners oder Kunden ist bei diesen zu erfragen. Die BIC wird ab dem 1.2.2015 wieder abgeschafft, dann ist nur noch die IBAN maßgeblich.

Allgemeines zum SEPA-Lastschriftmandat: Der Zahlungsempfänger muss einen einheitlichen Autorisierungstext verwenden. Der Autorisierungstext muss sowohl die Ermächtigung des Zahlungsempfängers, Zahlungen vom Konto des Zahlungspflichtigen einzuziehen, enthalten, als auch die Weisung des Zahlungsverpflichteten an seine Bank, Lastschriften einzulösen. Es müssen die folgenden Angaben gemacht werden:

Zahlungspflichtiger:

  • Name und Adresse
  • IBAN und BIC
  • Datum und Unterschrift

Zahlungsempfänger:

  • Name und Adresse
  • Gläubiger-Identifikations-Nummer. Diese muss unter www.glaeubiger-id.bundesbank.de beantragt werden.
  • Mandatsreferenz. Diese wird vom Zahlungsempfänger vergeben und muss für jedes Lastschriftmandat verschieden sein. Bei der Vergabe sind bestimmte Vorgaben zu beachten.
  • Kennzeichnung, ob das SEPA-Lastschriftmandat für wiederkehrende Zahlungen oder eine einmalige Zahlung gegeben wird.

SEPA-Basis-Lastschriftverfahren: Bereits erteilte Einzugsermächtigen müssen nicht durch das SEPA-Basis-Lastschriftverfahren ersetzt werden. Der Zahlungspflichtige muss jedoch vor der Umstellung auf das SEPA-Basis-Lastschriftverfahren über den Verfahrenswechsel informiert werden und es müssen die folgenden Angaben gemacht werden:

  • Gläubiger-Identifikationsnummer
  • Mandatsreferenz
  • Beginn des Einzugs

Erleichterungen hierzu gibt es bei den sogenannten „Kombimandaten".

SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren: Bereits erteilte Abbuchungsaufträge müssen durch das SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren ersetzt werden. Ist der Zahlungspflichtige Verbraucher, kann kein SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren durchgeführt werden. Diese Abbuchungsaufträge müssen auf SEPA-Basis-Lastschriftverfahren umgestellt werden.

Achtung: Ab dem 1.2.2014 werden Lastschriften, die gebündelt eingereicht werden, und Überweisungen nur noch online im XML-Format entgegen genommen.

Insgesamt sind ist sehr vieles zu beachten bis die Umstellung geschafft ist und dieser Artikel kann nur auf die wichtigsten Neuerungen hinweisen. Es lohnt sich, frühzeitig mit der Umstellung zu beginnen!

Ziel der SEPA-Einführung ist es, dass bargeldlose Euro-Zahlungen innerhalb der teilnehmenden Staaten unkomplizierter und schneller abgewickelt werden können.

[Kerstin Wieland]

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