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Dienstag, 29 Januar 2013 08:07

„Young Professionell“: Indiz für Diskriminierung

Die allseits beliebte Bezeichnung “Young Professionells” kann dem Arbeitgeber zum Verhängnis werden, wenn sich jemand hierdurch diskriminiert fühlt und Schadenersatzansprüche geltend macht.

So ging es auch einer Krankenhausträgerin, die ein Zeitungsinserat aufgeben hatte, in dem es hieß:

„Die C. hat in den kommenden Jahren einen relevanten Bedarf an Nachwuchsführungskräften. Um diesen abzudecken, gibt es ein spezielles Programm für Hochschulabsolventen/Young Professionells: Traineeprogramm an der C. Dabei sollen jährlich zunächst zwei Hochschulabsolventen rekrutiert und dem Programm „C“ zugeführt werden. Da es sich per definitionem um Berufsanfänger handelt, stehen neben den erworbenen Fähigkeiten vor allem die persönlichen Eigenschaften im Mittelpunkt“.

Auf diese Stellenanzeige bewarb sich ein 36-jähriger Volljurist mit mehrjähriger Berufserfahrung und erhielt eine Absage.

Der abgelehnte Bewerber klagte, so dass sich nun das Bundesarbeitsgerichts mit dem Fall beschäftigte und am 24.1.2011 (Aktenzeichen 8 AZR 429/11, Pressemitteilung 5/13) den Fall zwecks weiterer Aufklärung an das Landesarbeitsgericht zurückverwies.

Der Bewerber hatte im Verfahren behauptet, dass er wegen seines Alters diskriminiert worden sei.

Die Arbeitgeberin hingegen hatte bestritten, dass sie den Bewerber wegen seines Alters nicht genommen habe. Vielmehr habe sie sich an den Examensnoten orientiert und nur Bewerber mit den Noten gut oder sehr gut berücksichtigt.

Nach dem Bundesarbeitsgericht ist die Bezeichnung „Hochschulabsolventen/Young Professionells“ ein Indiz für eine  Benachteiligung des Bewerbers wegen des Alters. Der Arbeitgeber muss dieses Indiz widerlegen. Ob ihr das gelingt, wird sich im Verfahren vor dem Landesarbeitsgericht erweisen, da zur weiteren Sachaufklärung der Fall dorthin zurückverwiesen wurde.

TIPP der KANZLEI NICKERT:

Bei der Formulierung von Stellenanzeigen sollte auf den genauen Wortlaut geachtet werden.
Ist das nicht möglich aufgrund der Besonderheiten einer Stelle, ist im Bewerbungsverfahren darauf zu achten, dass der Arbeitgeber in einem späteren Gerichtsverfahren beweisen kann, dass der Bewerber z. B. nicht aufgrund seines Alters abgelehnt wurde.


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Autoreninfo

jana-testNadine Jablonski

Rechtsanwältin und Teamleiterin Personalberatung

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