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Montag, 30 September 2019 12:37

Die induktive Planung: schnell und einfach

Die Unternehmensplanung dient der Ausrichtung, Steuerung und Sicherstellung der Unternehmensexistenz durch die gedankliche Vorwegnahme des zukünftigen betrieblichen Geschehens.

Diese Art der Planung ist für Unternehmen wichtig und dient als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen. Auch deshalb ist sie ein Instrument der Unternehmensführung.
Doch ist die Planung in Fällen, in denen eine schnelle Entscheidung getroffen werden muss, oft mit einem zu hohen zeitlichen Aufwand verbunden.

Eine ausführliche Unternehmensplanung beginnt mit einer strategischen Planung (Grundsatzplanung) und endet in der operativen Planung mit einer Ertrags-, Bilanz-, und Liquiditätsplanung. Der Plan ist das Ergebnis. Er beinhaltet die entscheidenden Maßnahmen und sonstigen betrieblichen Geschehnisse.

Für schnelle Entscheidungen, die nicht über die Existenz / den Fortbestand eines Unternehmens entscheiden, ist es sinnvoll, zunächst eine induktive (überschlägige) Planung vorzunehmen:

Struktur

Grundsätzlich eignet sich für eine erste überschlägige Planung die sog. Standard-BWA, die vom Steuerberater übergeben wird, am besten. Die (Standard) BWA wird als übliches Auswertungselement in der Finanzbuchhaltung verwendet und zeigt die aktuelle, unterjährige Sicht auf die Erfolgslage des Unternehmens und erfasst alle relevanten Positionen.

Datengrundlage

Als Datengrundlage dienen die Ist-Zahlen der BWA. Heranzuziehen ist hierbei am besten eine Jahres- bzw. Entwicklungsübersicht, die einen längeren Zeitraum der Unternehmensentwicklung darstellt. Eliminieren Sie hier Einmal- oder Sondereffekte. Solche Sachverhalte verzerren letztendlich die Aussagekraft der überschlägigen Planung.

Prognose

Die Prognose dient als Grundlage für die Datenentwicklung. Die Prognose ist grundsätzlich in die quantitative und die qualitative Prognose zu unterteilen. Werden die Daten der Vergangenheit fortentwickelt, auf Grundlage von Durchschnitten oder anderen mathematischen Verfahren, spricht man von einer quantitativen Prognose. Die qualitative Prognose basiert hingegen auf subjektiven Kenntnissen.

Für eine schnelle und einfache Planung eignet sich deshalb am besten die quantitative Methode.

Für eine zukünftige Umsatzentwicklung kann z. B. der durchschnittliche Umsatz der letzten 12 Monate gebildet werden. Diesen können Sie dann auf die zukünftigen Monate vortragen. In der zeitlichen Darstellungsform können Sie wählen zwischen: monatlich, quartalsmäßig, halbjährlich oder jährlich planen.

Gegebenenfalls können Sie dann noch qualitative Prognosen miteinfließen lassen und den Umsatz mit Erwartungen, wie z. B. geplante Preis- oder Absatzsteigerungen, ergänzen.
Auf der Kostenseite arbeiten Sie am besten mit den Quoten der Vergangenheit. Bilden Sie verschiedene Quoten, wie z. B. Materialquoten, oder für die sonstigen Kosten eine Gesamtkostenquote. Berücksichtigen Sie auch hier Sachverhalte, die Ihnen bekannt sind, z. B. geplante Marketingmaßnahmen bei den Werbekosten oder die Erweiterung des Kfz- Fuhrparks, was sich dann wiederum auf die Benzinkosten auswirkt.

Auch zukünftige Investitionen können Sie ganz einfach über die Abschreibung berücksichtigen, indem Sie eine geschätzte Abschreibungsdauer für die Investition annehmen. Auch Zinsen für zukünftige oder bestehende Finanzierungen können Sie ganz einfach auf Grundlage der BWA und Ihrer eigenen Prognose planen.

Planen Sie so jede Position der BWA Stück für Stück durch und prüfen auch die Plausibilität mit Hilfe der Vergangenheit. Zum Schluss planen Sie noch mit einem pauschalen Steuersatz auf das Ergebnis vor Steuern und erhalten Ihren geplanten Gewinn.

Überleitung in Liquiditätsplanung

Haben Sie die BWA für alle Positionen in dieser Form geplant, können Sie diese in eine Liquiditätsplanung überleiten. Hierbei unterteilen Sie die Umsätze und Kosten in zahlungswirksam und zahlungsunwirksam. Beginnen Sie im ersten Monat mit Ihrem tatsächlichen Stand der Liquidität und tragen Sie diese durch die monatliche Ein- und Auszahlung fort. So ergibt sich letztendlich ein geplanter monatlicher Endbestand, der im Folgemonat dem Anfangsbestand entspricht.

Weiterführender Beitrag der KANZLEI NICKERT zum Thema

Unterschied zwischen Planung und Prognose

Soll-/Ist-Vergleich – Stringenz zwischen Unternehmensplanung und BWA

Unternehmens-Planung

Unternehmensplanung in Krise und Insolvenz

 

[Michael Mack]

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