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Freitag, 31 Mai 2019 11:37

Interview mit Dr. Anke Nestler zur Bewertung von immateriellen Vermögenswerten

Wir haben mit Dr. Anke Nestler ein Interview zum Thema „Bewertung von immateriellen Vermögenswerten: Werte im Jahresabschluss und tatsächliche Werte im Unternehmen“ geführt.

Dr. Anke Nestler ist Partner bei Valnes in Frankfurt und anerkannte Expertin mit langjähriger Erfahrung in komplexen Bewertungsfragen. Sie ist öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Unternehmensbewertung sowie für die Bewertung immaterieller Vermögenswerte und Certified Valuation Analyst (CVA). Als Certified Licensing Professional (CLP) dokumentiert sie ihre besondere Expertise in Lizenzierungsfragen von immateriellen Vermögenswerten.

 Matthias Kühne: Welche Rolle spielt der handelsrechtliche Jahresabschluss bei der Bewertung von Unternehmen und deren Vermögen?

 Dr. Anke Nestler: Der handelsrechtliche Jahresabschluss bringt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens in der Vergangenheit bis zum Bewertungsstichtag zum Ausdruck. Die Analyse der Finanzdaten gibt Aufschluss darüber, wie Unternehmen mit ihren Vermögenswerten durch ihr Geschäftsmodell Erträge erwirtschaften.

Matthias Kühne: Welche immateriellen Vermögenswerte spielen in der Praxis die wesentliche Rolle?

Dr. Anke Nestler: Das kommt ganz auf die Branche an. Immaterielle Vermögenswerte haben grundsätzlich aufgrund der Geschäftsmodelle und des Wettbewerbs eine große Bedeutung. Viele Unternehmen – vor allem im Konsumgüterbereich – differenzieren sich etwa durch ihre Marke von ihren Wettbewerbern. Technologieorientierte Unternehmen haben Patente, die ihnen zu einem Wettbewerbsvorsprung verhelfen und daher wertrelevant sind. Eine wesentliche Rolle für den Unternehmenserfolg spielen heute insbesondere Software und Know-how.

Matthias Kühne: Wie werden immaterielle Vermögenswerte konkret bewertet?

Dr. Anke Nestler: Die Bewertung immaterieller Vermögenswerte ist – gerade im Vergleich zur Unternehmensbewertung – sehr komplex und erfordert interdisziplinäres Denken. Das beginnt bereits bei der Abgrenzung des Bewertungsgegenstands und der Analyse von Einflussgrößen auf das Eigentum. Methodisch steht für den finanziellen Wert ganz generell die Frage im Vordergrund, ob bzw. wie der immaterielle Vermögenswert durch seine Verwendung in Zukunft finanzielle Vorteile erwirtschaftet.

Die besondere Schwierigkeit besteht darin, diese Vorteile dem immateriellen Vermögenswert direkt zuzuordnen, da die Erwirtschaftung von Cashflows in der Regel ein Zusammenspiel verschiedener Vermögenswerte erfordert.

Matthias Kühne: Was können Unternehmen tun, um immaterielles Vermögen zu schaffen?

Dr. Anke Nestler: Der Aufbau von immateriellem Vermögen erfordert Investitionen und darüber hinaus laufende Investitionen für den Erhalt, den Schutz und die Pflege des immateriellen Gegenstands. Nehmen wir mal das klassische Beispiel Marke: Um eine Marke bekannt zu machen – d.h. „aufzuladen“ – sind entsprechende Kommunikationsmaßnahmen wie z. B. durch Werbung zu treffen.

Die Marke muss wirksam eingetragen und einem potentiellen Missbrauch muss über eine Kollisionsüberwachung vorgebeugt werden. Wenn die Marke nicht regelmäßig benutzt wird, kann sie in Vergessenheit geraten und der Vorteil geht wieder verloren. Insofern ist die Schaffung von immateriellem Vermögen nicht einmalig, sondern ein andauernder Prozess.

Weiterführender Beitrag der KANZLEI NICKERT zum Thema

Autoreninfo

kuma-testMatthias Kühne

Rechtsanwalt, Betriebswirt (IWW), Fachanwalt für Insolvenzrecht, CVA (Certified Valuation Anlalyst EACVA)

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