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Donnerstag, 09 Mai 2019 07:00

INQA-Unternehmenscheck Strategie

Die INQA – Initiative Neue Qualität der Arbeit – ist eine Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Ziel ist es, die Qualität der Arbeit zu verbessern, um gleichzeitig den Unternehmen und den Beschäftigten zu nutzen.

Die INQA hat einen Unternehmenscheck entwickelt, mit dem sich Unternehmen selbst beurteilen und Handlungsoptionen zur Verbesserung erarbeiten können. Der erste Baustein hierzu ist die Analyse der Unternehmensstrategie.

Der INQA-Unternehmenscheck baut auf einer einfachen Ampel-Logik auf. Als Bewertungskriterien gibt es also nur die Zeichen grün (kein Handlungsbedarf), gelb (moderater Handlungsbedarf) und rot (akuter Handlungsbedarf).

Der Unternehmenscheck ist in Bezug auf die Strategie auf 500 Punkte heruntergebrochen. Es steht jedem Unternehmen aber frei, weitere zusätzliche Unterpunkte zu bilden.

Vorbemerkung

Machen Sie sich vorab klar, was bzw. wer Sie sind und was Sie sein wollen. Das bedeutet konkret zu definieren, wer Ihre (künftigen) Zielkunden sind und welche Wert- bzw. Nutzenangebote Sie Ihren Zielkunden (künftig) anbieten. Halten Sie diese beiden Grundentscheidungen schriftlich fest und fassen Sie dies kurz schriftlich zusammen.

Lassen Sie Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter und Freunde offen und ehrlich beurteilen, ob die Formulierung griffig und leicht verständlich ist. Bitten Sie hier auch um konstruktive Kritik. Denken Sie daran: Das ist keine lästige Pflicht, sondern die Grundvoraussetzung für Ihren Erfolg. Schriftlichkeit schafft Klarheit: Nur wer schreibt, der bleibt.

Wettbewerbsfähigkeit – Strategien nach außen

Ziel der Strategie nach außen ist es, sich eindeutige und realistische Ziele für das Unternehmen zu setzen, die das Unternehmen in der Zukunft wettbewerbsfähig machen. Damit das Unternehmen künftig wettbewerbsfähig ist, ist es nicht nur sinnvoll, sondern unseres Erachtens sogar geboten, den künftigen Bedarf und die Erwartungen der (potenziellen bzw. künftigen) Kunden zu ermitteln. Ein akuter Bedarf kann sich künftig durch Trends und gesellschaftliche Entwicklungen verändern. Dies gilt es vorwegzunehmen.

Das Unternehmen ist aber nur dann wettbewerbsfähig, wenn es sich gegenüber der Konkurrenz durchsetzen kann. Daher ist es erforderlich, eine Wettbewerbsanalyse vorzunehmen und die eigenen Stärken, aber auch die Schwächen, gegenüber den aktuellen und vermutlich künftigen Wettbewerbern herauszuarbeiten. Letztlich soll dies alles in einer Dokumentation der aktuellen, vor allem aber der künftigen, Kernkompetenzen münden.

Die Ziele sind schriftlich festzulegen. Schriftlichkeit zwingt zur gedanklichen Klarheit. Wenn die eigene Positionierung nach außen in den Markt getragen werden soll, müssen Sie die eigenen Unternehmensleitsätze, die Unternehmenspolitik und die Potenziale klar und prägnant umschreiben.

Interne Unternehmensziele – Strategie nach innen

Genauso wichtig wie die Kommunikation nach außen ist die Kommunikation der Strategie nach innen. Schließlich sollen die Mitarbeiter die eingeschlagene Strategie erfolgreich umsetzen. Daher ist es erforderlich darzulegen, mit welchen Zielen und Prozessen im Unternehmen gearbeitet wird, wie miteinander umgegangen und die Zusammenarbeit organisiert wird und nicht zuletzt, wie sich die Mitarbeiter nach außen, also gegenüber den Kunden, Lieferanten und der sonstigen Öffentlichkeit, verhalten sollen.

Hier werden insbesondere die Arbeitsweise, wie z. B. Kundenorientierung, permanente Verbesserung und Optimierung, Qualitätssicherung, Kostenbewusstsein, Termingerechtigkeit etc. dargelegt. Hierzu gehören ebenfalls Fragen der Nachhaltigkeit und vor allem der Informations- und Kommunikationsregelung. Wesentlich dürfte gerade heute sein, die Frage des Umgangs mit der Digitalisierung hinreichend deutlich und klar zu regeln und zu dokumentieren.

Information über die Unternehmensziele

Die Strategie nach innen muss über konkrete Ziele operabel gemacht werden. Insbesondere die Ziele SMART zu verfassen (spezifisch, messbar, ambitioniert, realistisch und terminiert), schafft Klarheit und Verbindlichkeit.

Tatsächlich erfolgt dies über Mitarbeitergespräche, Zielvorgaben oder Zielvereinbarungen, Betriebsversammlungen, Betriebsvereinbarungen und sonstige interne Kommunikation wie das schwarze Brett, Mitarbeiter-, Firmeninformationen und oder -zeitschriften.

Personalplanung

Ziele lassen sich nur mit und durch Mitarbeiter erreichen. Daher müssen Sie beurteilen, wie Sie den heutigen und künftigen Bedarf der Kunden decken möchten. Je genauer Sie dies beschreiben können, desto eher gelingt die Personalentwicklung. Hierzu gehört insbesondere auch die Entscheidung über die Wertschöpfungstiefe, also was selbst gemacht werden soll und was ausgelagert wird.

Bei der Analyse des (künftigen) Bedarfs sollten Sie neben der Altersstruktur im Unternehmen die Qualifikation des Personals beurteilen und ggf. hieraus Mitarbeiter fördern und binden (Weiter- und Fortbildung). Neben jungen Auszubildenden ist auch auf die Vielfalt der Beschäftigten zu achten (Alter, Geschlecht, kultureller Hintergrund).

Auch die Frage nach flexiblen Arbeitsformen sowie Home-Office gehört nicht erst seit der politischen Diskussion zu diesen Fragestellungen.

Neben den Tools der INQA hat sich unseres Erachtens hier das Tool Wissensbilanz bewährt.

Region

Zur Frage der Strategie gehört auch der regionale Bezug. Eine regionale Verwurzelung hilft nicht nur bei der Kunden-, sondern auch bei der Personalakquise. Daher kann es sinnvoll sein, sich im Zuge einer Corporate Social Responsibility zu engagieren. Hierzu gehören nicht nur Spenden, sondern auch die Bereitschaft, den Mitarbeitern ehrenamtliches Engagement zu ermöglichen und damit direkt oder indirekt gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.

Dies kann als Sponsor für Veranstaltungen und/oder Vereine, über Spenden, Umweltschutzmaßnahmen, Kommunalpolitik, Engagement in Kammern, Innungen und Verbänden, Engagement in Schulen, Kindergärten, Sozialeinrichtungen, Kirchengemeinden, Feuerwehren, Flüchtlingsunterkünften usw. ebenso sein, wie z. B. die Ausbildungsförderung durch Praktika, Nachhilfe für Schüler.

Praxis-Tipp der KANZLEI NICKERT

Schauen Sie sich die 10 Gebote in der Bibel an. Diese sind verständlich und klar aufgesetzt. Genauso treffend und einprägsam sollte Ihre Unternehmensstrategie sein.

Und denken Sie daran, dass sich Ihre Strategie möglicherweise ändern muss, wenn sich Ihr Unternehmensumfeld ändert. Daher ist es Ihre Aufgabe als Unternehmer, die Ohren permanent auf dem Gleis zu haben. Es geht darum, auf künftige Änderungen vorbereitet zu sein. Auch das prägt eine gute Strategie: die Zukunftsorientierung.

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Autoreninfo

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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