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Donnerstag, 01 April 2010 10:53

Die Kosten- und Leistungsrechnung

Wofür eine Kostenrechnung?

Zunehmender Preis- und Konkurrenzdruck am Markt sorgen dafür, dass eine „leichte Hand" bei der Preiskalkulation immer schwerer durchzusetzen ist. Es genügt heute nicht mehr, die Kosten abzuschätzen und eine Gewinnspanne einzurechnen. Kosten sollten in jedem Unternehmen sorgfältig untersucht werden, damit Sie auch beeinflusst werden können. Hier hilft Ihnen die Kostenrechnung weiter: Sie ist – unabhängig von Branche und Größe des Betriebes – ein wichtiges Hilfsmittel zur erfolgreichen Unternehmensplanung.

Die Vollkostenrechnung:

Ein Unternehmen sollte ständig über die laufenden Kosten im Bilde sein. Die gesetzlich vorgeschriebenen Instrumente wie die Gewinn- und Verlustrechnung oder die Einnahmen-Überschussrechnung liefern hier nur bedingt verwendbare Daten, da sie meist nur jährlich und auch im Nachhinein erstellt werden. Hier greift nun die Kosten- und Leistungsrechnung. Sie soll die tatsächliche Situation eines Unternehmens abbilden und die Grundlagen für Entscheidungen der Geschäftsleitung zur Verfügung stellen.

Hierfür wird die Kosten- und Leistungsrechnung in 3 Teilgebiete unterteilt, analog zu folgender Fragestellung:

  • Welche Kosten fallen im Unternehmen an (Kostenartenrechnung)?
  • Wo fallen diese Kosten an (Kostenstellenrechnung)?
  • Wie lassen sich diese Kosten auf Dienstleistungen und Produkte verrechnen (Kostenträgerrechnung)?

Der vollständige Nutzen der Kosten und Leistungsrechnung entfaltet sich nur, wenn alle 3 Bereiche in einem Unternehmen vorhanden sind, und diese auch aktiv genutzt werden.

Die Kostenartenrechnung:
Die Kostenartenrechnung ist die Basis der nachfolgenden Stufe der Kostenrechung, und zwar unabhängig vom Kostensystem. Hier werden die gesamten Kosten erfasst, und danach unterschieden, ob sie direkt einem Produkt zugeordnet werden können (Einzelkosten) oder gleichzeitig für mehrere Produkte anfallen (Gemeinkosten).

Die Kostenstellenrechnung:
Bei der Kostenstellenrechnung werden die Gemeinkosten auf die Leistungen verteilt. Für den Verteilungsschlüssel wird angenommen, dass die Leistungen die Gemeinkosten unterschiedlich stark verursachen.

Die Kostenträgerrechnung:
Dies ist die 3. Stufe der Kostenrechnung. Hier fließen Einzelkosten direkt aus der Kostenartenrechnung ein und die Gemeinkosten aus der Kostenstellenrechnung ein. Beide Kostenarten werden hier dem jeweiligen Kostenträger (Leistung, welche die Kostenverursacht hat) zugerechnet.

Die genannten Teilbereiche werden unter dem Begriff Vollkostenrechnung zusammengefasst. Diese Art der Kostenrechnung ist als Entscheidungskriterium in der Vergangenheit in die Kritik geraten, da gerade bei der Verteilung der Gemeinkosten hier in aller Regel ein „über den Daumen gepeilter" Verteilungsschlüssel angewendet wird. Dies hat zur Folge, dass aufgrund der willkürlichen Verteilung der Gemeinkostenverzerrte Nettoerfolgsgrößen entstehen können.

Die Teilkostenrechnung:

Hier kommt die Teilkostenrechnung zum Tragen. Die Kosten werden bei dieser Art der Kostenrechnung in variable (durch den eigentlichen Prozess verursachte) und fixe (fallen unabhängig von Prozessen an) Kosten unterteilt.

Die Deckungsbeitragsrechnung ist Teil der Teilkostenrechnung. Hierbei wird untersucht,
inwieweit ein Prozess zur Deckung der fixen Kosten beiträgt. Der Deckungsbeitrag (DB) errechnet sich aus Preis abzgl. variabler Kosten. Der Deckungsbeitrag stellt auch die kurzfristige Preisuntergrenze eines Produktes dar und liefert somit wichtige Grundlagen, um kurzfristig am Markt agieren zu können.

Kommt man bei der Vollkostenrechnung zu dem Ergebnis, dass ein Produkt keinen Gewinn erwirtschaftet, würde man es aufgrund dieser Angaben aus dem Programm nehmen. Stellt sich nun bei der Deckungsbeitragsrechnung heraus,dass das gleiche Produkt einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaftet und so hilft, die fixen Kosten zu decken, hat die ersatzlose Streichung dieses Produktes zur Folge, dass das Betriebsergebnis sinkt.

Der Deckungsbeitrag ist somit eine wichtigeGröße, wenn Entscheidungen über das Produktportfolio getroffen werden müssen. Ebenso kann man anhand des Deckungsbeitrags auch ersehen, welches Produkt oder - wie in der Grafik dargestellt - welche Filiale wie viel zum Betriebsergebnisbeiträgt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Kosten- und Leistungsrechnung eine Art der Planungsrechnung ist, da sie Informationen zu Prognosen und Entscheidungen bereitstellt und die Funktion einer Kontrollrechnung zur Ausführungskontrolle hat. Sie stellt somit eine wichtige Grundlage für unternehmerische Entscheidungen dar und sollte injedem Unternehmen vorhanden sein.

„Die Kostenrechnung liefert das Rüstzeug für eine erfolgreiche Unternehmensführung."

Artikel verfasst im März 2010

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

 

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