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Dienstag, 12 Juli 2011 14:06

Magazin: Unternehmensbewertung

Stellen wir uns vor: Wir gehen auf den Markt, um Lebensmittel einzukaufen. Durch die wöchentlichen Besuche im Einkaufszentrum und den Marktbesuch kennen wir die einzelnen Verkaufspreise ziemlich genau. Genauso beim Neuwagenkauf: Durch Händlerbesuche und Internetrecherche können wir den Preisrahmen relativ eng bestimmen. Bei Immobilien wird es schon schwieriger und beim Unternehmenskauf/-verkauf wird es dann richtig spannend. Und die eindeutige Wertbestimmung rückt oftmals in weite Ferne.

 

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Der Wert eines Unternehmens richtet sich stark an dessen positiven Zukunftsaussichten aus. Die Frage nach der geregelten Weiterführung des Unternehmens nimmt dabei eine wesentliche Position ein.

Dass ein Unternehmen mit derzeit ordentlichen Ergebnissen auch zukünftig erfolgreich sein kann, hängt von vielen Faktoren ab. In den Fokus kommen Themen wie die strategische Ausrichtung, die Qualität des Personals, das Produktportfolio etc.

Die Analyse der Vergangenheit ist wichtig für die Beurteilung der Zukunft

Analysiert wird auch die Zusammensetzung der erzielten Ergebnisse in der Vergangenheit. Wurden die positiven Ergebnisse aus dem Kerngeschäft erwirtschaftet oder spielen einmalige Sondereffekte (Maschinen-, Gebäudeverkäufe etc.) eine Rolle?

Des Weiteren sind in kleinen und mittelständischen Unternehmen viele Abläufe, viel Insiderwissen, viele Entscheidungsfindungen vom bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter abhängig gewesen. Durch die Übergabe des Unternehmens auf einen externen Käufer kommt es bei einer nicht ordentlich durchgeführten Unternehmensübergabe oftmals nach dem Verkauf zu Problemen. So könnten z. B. bisherige Stammkunden aufgrund der fehlenden Bindung abspringen.

Langwieriger Trennungsprozess


Der optimale Trennungsprozess kann unter Umständen langwierig sein, sich jedoch wegen der Übergabe Ihres „wertvollen Gutes“ bei ordentlicher Durchführung positiv auswirken. Als bisheriger Unternehmer hängen Sie i.d.R. an Ihrem Lebenswerk. Durch die Übergabe des Unternehmens soll die langfristige Erhaltung des Unternehmens geregelt sein. Zusätzlich dient Ihr Unternehmen als Altersabsicherung. Je positiver Ihr Unternehmen dabei für die Zukunft gerüstet ist, desto größer fällt der erzielbare Verkaufspreis und damit Ihre Altersvorsorge aus.

Bewertungsverfahren

Wenn der Zeitpunkt der Unternehmensbewertung gekommen ist, stehen viele weitere Fragen auf der Agenda. Mit welchem Verfahren soll das Unternehmen bewertet werden: Ertragswertverfahren, Discounted-Cashflow-Verfahren, Liquidationswert? Mit welchem Zinssatz müssen die zukünftig prognostizierten Ergebnisse/Überschüsse abgezinst werden? Warum abzinsen, dadurch wird doch der Unternehmenswert geringer – oder? Betrachten wir die Notwendigkeit der Abzinsung auf den sog. „Barwert“ näher.

Barwert

Ein in Frage kommender Käufer zahlt Ihnen für die Erwirtschaftung von Geld in ein, 2, 3, 4…Jahren aufgrund von im Investitionszeitpunkt vorhandenen Alternativanlagen und der Unsicherheit, mit der Zukunftsprognosen behaftet sind, nicht den identischen Betrag, sondern einen geringeren Wert (Barwert). Er wird Ihnen für 100.000 €, die er mit Ihrem Unternehmen am Ende des ersten Jahres eventuell verdienen kann, zum Kaufzeitpunkt z. B. „nur“ 91.000 € bieten. Für den Betrag in 2, 3…Jahren wird er noch einen größeren Abschlag aufgrund des berechneten und festgelegten Zinssatzes vornehmen.

Die Summe der Barwerte über die einzelnen Perioden ergibt den Unternehmenswert

Am Ende werden die prognostizierten Überschüsse/Erträge (je nach Verfahren) der einzelnen Jahre nach Abzinsung in Summe (Jahr 1 + Jahr 2 + Jahr 3…) den Unternehmenswert ausmachen. Die Unsicherheit von Prognosen nimmt allerdings mit Zunahme des Planungshorizonts  zu. Deshalb wird im Rahmen der Unternehmensbewertung i.d.R. ein Zeitraum von 3 bis 5 Jahren relativ detailliert geplant. Aufbauend auf dem letzten geplanten Jahr wird anschließend eine ewige Rente berechnet. Diese ewige Rente macht wertmäßig einen erheblichen Anteil am gesamten Unternehmenswert aus. Deshalb ist die Darlegung einer plausiblen und nachhaltigen Erwirtschaftung von positiven Ergebnissen für den Unternehmenswert so elementar wichtig.

Der Liquidationswert kommt nur zum Zug, wenn es nicht sinnvoll ist, das Unternehmen fortzuführen und nur noch die Abwicklung (Verkauf der Grundstücke, Gebäude, Maschinen etc.) aufgrund schlechter Ergebnisse und Zukunftsaussichten in Frage kommt. Dieser Wert legt also die absolute Untergrenze für einen möglichen Verkauf fest.

Zu beachten bleibt des Weiteren, dass die Unternehmensbewertung nicht nur im Fall der Nachfolgeregelung und damit im Kontext des diesmaligen Magazinschwerpunkts in Betracht kommt, sondern auch bei geplanten Unternehmensverkäufen und -zukäufen während Ihrer Zeit als aktiver Unternehmer, im Rahmen der Bemessung von Schenkungen wegen der zu entrichtenden Schenkungssteuer und im schlimmsten Fall auch für die Bemessung der zu zahlenden Erbschaftssteuer für die Erbengeneration.

 

  • Die zeitige Befassung mit dem Thema „Unternehmensnachfolge“ und das Finden einer optimalen Lösung wirken sich, neben einer positiven Zukunftsaussicht, im Rahmen der Preisfindung wertsteigernd auf den Unternehmenswert (Verkaufspreis) aus.

 

 

„Für die Unternehmensvergangenheit zahlt der Käufer nichts – der Wert eines Unternehmens richtet sich wesentlich an den Zukunftsaussichten aus.“

 

[Katharina Zapf, Sebastian Broß]

„Für die Unternehmensvergangenheit zahlt der Käufer nichts – der Wert eines Unternehmens richtet sich wesentlich an den Zukunftsaussichten aus.“

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