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Freitag, 07 Mai 2021 09:22

Controlling Basics

In Unternehmen hat das Controlling in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Ein gutes Controlling schützt vor folgenschweren Fehlentscheidungen und überlässt die Zukunft des Unternehmens nicht dem Zufall.

Ein Controlling-System ermöglicht das ergebnisorientierte Wirtschaften und ist zugleich die beste Prophylaxe gegen Insolvenz und der Kompass für den Erfolg.

Pflichtenkatalog der Geschäftsführer zum Vorhalten eines Controllings

Geschäftsführer leben mit dem Risiko, bei Pflichtverletzungen persönlich zu haften. Sie tragen u.a. Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, den Gesellschaftern, den Vertragspartnern der Gesellschaft und dem Fiskus. Gerade in Krisenzeiten wie der derzeit vorherrschenden stellt sich daher die Frage, welchem Pflichtenkatalog der Geschäftsleiter im Rahmen der Unternehmenssteuerung/-führung unterliegt.

Ordnungsgemäße Unternehmensleitung

§ 43 Abs. 1 GmbHG bestimmt in diesem Zusammenhang, dass die Geschäftsleiter die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden haben. Die von der Betriebswirtschaftslehre entwickelten Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensführung können zur Konkretisierung dieser in § 43 Abs. 1 GmbHG allgemein gehaltenen Pflicht herangezogen werden.

Um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden muss der Geschäftsleiter eine Organisationsstruktur schaffen, mit der er seine Organisationsverantwortung wahrnehmen kann. Des Weiteren gehört die Finanzverantwortung zu den Sorgfaltspflichten des Geschäftsleiters. Um die erforderliche Führungsverantwortung zu übernehmen, ist das Controlling als Teilbereich des unternehmerischen Führungssystems unerlässlich.

Hauptaufgabe des Controllings ist dabei die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Unternehmensbereiche. Im Controlling laufen die Daten des Rechnungswesens und anderer Quellen zusammen.

Controlling-Instrumente werden je nach Fristigkeit unterteilt in solche des operativen Controllings (kurzfristig) und des strategischen Controllings (langfristig).

Was sicher jeder Unternehmer als operatives Controlling-Instrument kennt, ist die monatliche betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA). Diese zeigt in verschiedenen Varianten das bis zu einem gewissen Zeitpunkt erreichte Ergebnis. Wichtig für eine aussagekräftige BWA ist allerdings, dass die Aufwände und Erträge zeitanteilig abgegrenzt werden. Nicht zu vergessen hierbei ist, dass die BWA immer zeigt, was sich bereits manifestiert hat. Dieses Ergebnis ist nicht mehr änderbar.

Daher ist es unerlässlich, ebenfalls eine Planung vorzuhalten, um auf Basis der dort getroffenen Annahmen sehen zu können, wo das Unternehmen hinsteuert. Diese ist auch die Grundlage der Abweichungsanalyse (Soll-Ist-Vergleich). Dort werden die Daten der Planung und der BWA zusammengeführt. Hieraus lässt sich der Forecast entwickeln, der im Voraus zeigt, wie das Jahresergebnis aussieht.

Ergänzen lassen sich diese beiden Instrumente unter anderem um ein Frühwarnsystem, das auf Basis einer Balanced-Scorecard frühzeitig Hinweise gibt, wenn etwas aus dem Ruder läuft, so dass man gegensteuern kann.

Das Controlling ist zusammen mit dem Risikomanagement ein wichtiger Baustein zur Entscheidungsvorbereitung und damit Wegbereiter zur Anwendung der Business Judgement Rule. Diese wiederum bildet den sicheren Hafen und schützt die Geschäftsleitungsorgane aller Rechtsformen vor einer Haftungsinanspruchnahme.

Mit dem Vorhalten eines funktionierenden Controllings lässt sich somit insbesondere auch in schwierigen Zeiten die Haftungsgefahr für Geschäftsleiter vermeiden.

Fazit

Der Pflichtenkatalog, den der Gesetzgeber und die Rechtsprechung an die Geschäftsleiter aufgestellt haben, ist umfassend und wächst beständig. Zur Steuerung und Haftungsvermeidung des Unternehmens ist ein Controlling daher unerlässlich.

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Autoreninfo

huka testKatharina Zapf

Steuerberaterin, Fachberaterin für Restrukturierung und Unternehmensplanung (DStV e.V.), Dipl.-Betriebswirtin (BA)

lifr-testFrank Lienhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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