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Donnerstag, 27 August 2020 07:00

Was kommt nach Corona?

Corona bzw. die COVID-19-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft hart getroffen. Allerdings hat uns die Natur aufgezeigt, wie fragil die Wirtschaft ist und wie gefährlich ansteckende Krankheiten im Zeitalter der Globalisierung sind. Mittlerweile, so sieht es aktuell jedenfalls aus, nähern wir uns dem Ende der Pandemie, jedenfalls in Deutschland. Einzelne Herde konnten bislang schnell lokalisiert und eingedämmt werden. Daher stellt sich die Frage: Wie geht es weiter?

Während Corona – Cash is King

Während der Krise wurde der Normalbetrieb auf „Survival Mode“ umgestellt. Das heißt, Unternehmen taten alles, was der Liquidität zugutekam. Verbindlichkeiten wurden, soweit möglich, gestundet oder die Zahlung wurde ausgesetzt. Öffentliche Fördermittel wurden eingeworben. Alles getreu dem Motto: „Liquidität vor Rentabilität und Rentabilität vor Umsatz“.

Im Ergebnis führt dies dazu, dass weite Teile der Wirtschaft in eine Art Winterschlaf versetzt wurden.

Nach Corona

Aktuell aber zeigen sich die ersten leichten Sonnenstrahlen am Himmel der volkswirtschaftlichen Institute. Es geht wieder bergauf, wenn auch nur langsam. Als Unternehmer sollten wir den Übergang zurück in den Normalmodus planen. Hierzu sollten wir uns Fragen stellen, zum Beispiel:

Was hat sich verändert?

Während der Pandemie fanden viel weniger Präsenztermine statt. Nicht nur international, sondern auch national. In manchen Unternehmen wurden Termine gänzlich abgesagt und Terminsperren verhängt, in anderen wurden Termine auf das Wesentliche beschränkt. Anstelle der Termine fanden mehr Webmeetings statt. Entsprechendes gilt für Seminare.

Manchmal freiwillig, manchmal aus äußerem Zwang wurden die Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, soweit die IT dies zuließ. Im geschäftlichen wie im privaten Bereich wurden mehr Online-Käufe getätigt. Kurzum: Etliches wurde in die digitale Wert verlegt.

Die meines Erachtens größte Veränderung war aber die entstandene Akzeptanz, dass nicht wirklich alles sofort laufen muss. Kunden und Lieferanten akzeptierten, dass nur das Wesentliche sofort erledigt werden muss. Alles wurde ein wenig entspannter. Dies zeigt sich auch im „Dress-Code“, der nun weniger formell ist.

Was wird sich vermutlich verändern?

Einige dieser Veränderungen werden Nachwirkung haben und dauerhaft bleiben. Ich denke hier an Webmeetings und an eine zumindest zeitweise Nutzung des Homeoffice. In der Konsequenz werden Software- und IT-Firmen noch erfolgreicher. Dabei denke ich nicht nur an Firmen, die Software programmieren, sondern vor allem auch an Beratungsunternehmen, die es schaffen, für ihre Kunden den optimalen Hard- und Softwareeinsatz auszuwählen und einzurichten. Um von überall auf die IT der Firma zugreifen zu können, müssen die Voraussetzungen geschaffen werden. In diesem Zuge wird Cloud-Computing noch mehr an Bedeutung gewinnen.

Diese Entwicklung eröffnet neue Beschäftigungsmodelle und könnte gleichzeitig zu einem besseren Zugang zu Fachkräften führen. Wenn wir im Homeoffice genauso gut arbeiten können wie in der Firma, können wir die Mitarbeiter nicht nur in unserer Region, sondern deutschlandweit, vielleicht auch weltweit suchen und engagieren. Das betrifft aber nicht nur Mitarbeiter, sondern erstreckt sich auch auf freie Mitarbeiter und/oder Kunden bzw. Lieferanten, die projektbezogen dazu geholt werden. Insgesamt wird die Kollaboration bei Arbeiten erheblich an Bedeutung gewinnen.

Was kann sich verändern?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich die Automobilwirtschaft verändern. Die Entwicklung wurde schon durch Dieselgate und Fridays for Future eingeleitet und wird sicherlich durch die Corona-Pandemie weiter bestärkt. In der Folge werden sich andere Industrien, die an Automotive anschließen, ebenfalls spürbar verändern, z. B. der Maschinenbau.

Diesen scheinbar negativen Entwicklungen stehen aber auch Potenziale gegenüber. So wird derzeit zumindest teilweise über ein Insourcing und eine Reglobalisierung nachgedacht. Es zeigt sich gerade in der Krise, dass es riskant ist, große Teile der Wertschöpfung auszulagern. Dies gilt umso mehr, als bei hohem Automatisierungsgrad der Fertigung die Standortkostenunterschiede geringer werden.

Die Volkswirte sind sich immer noch nicht einig, ob die Krise in ein V, U, L oder √ mündet. Aktuell scheint es, als würde sich die Wirtschaft zügig erholen, aber nicht ganz auf das Niveau vor 2020 und die letzten Meter dann doch noch etwas länger brauchen. Wir brauchen also noch ein wenig Geduld, vor allem aber Eigenkapital und Liquiditätspuffer. Dies gilt auch, weil wir nicht ausschließen können, dass wir durch lokale 2. Wellen getroffen werden können. Dabei spielt es keine Rolle, wo diese Welle stattfindet, denn ist diese beim Lieferanten oder beim Kunden, so werden die Unternehmen dennoch davon betroffen werden.

Eigene Planung: Wie wirken sich diese Trends auf das eigene Unternehmen aus?

Die Lage ist komplex und zugleich kompliziert. Jeder Unternehmer muss für sein Unternehmen entscheiden, wie er von den Trends und Veränderungen betroffen wird und wie er darauf reagieren kann. Daher sollte er sich zunächst die Frage stellen, welche Investitionen nötig werden. Es geht also zunächst um unvermeidbare Investitionen. Diese können in Technik, aber z. B. aufgrund gestörter Lieferketten in Warnbeständen erforderlich sein.

Darüber hinaus ist zu hinterfragen, welche weiteren Investitionen sinnvoll sind. Gerade vor dem Trend der Kollaboration kann Cloud Computing sehr sinnvoll sein und ein Umstieg zum Beispiel auf Microsoft 365® kann angedacht werden. Im Rahmen der Analyse ist zu bedenken, dass mit zunehmender Digitalisierung die Anfälligkeit für Cyber Crime steigt. Gerade dies ist ein weiteres Argument für den Einsatz eines Rechenzentrums.

Erst wenn die Maßnahmen beschlossen sind, stellt sich eine Frage, die früher nicht das Gewicht wie heute hatte: Wie sicher ist die Planung und wie robust soll das Unternehmen sein? Corona zeigt uns auf, dass wir uns durch eine einwertige Planung nicht mehr vorgaukeln können, wir hätten die Zukunft im Griff. Wir müssen lernen zu akzeptieren, dass die Zukunft ungewiss ist: Je größer die Unsicherheit und je größer der persönliche Sicherheitsbedarf ist, desto größer muss auch das Polster an Eigenkapital und Liquidität sein – dies gilt es sicherzustellen.

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Autoreninfo

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Insolvenzrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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