Kanzlei Nickert //images.kanzleinickert.de/nickert-logo-fb.jpg KANZLEI NICKERT | Rechtsanwälte und Steuerberater, Offenburg, kompetent in Rechts-, Steuerberatung, Finanz-, Lohnbuchhaltung, spezialisiert auf Branchen Bau, Handel und Industrie. info@kanzlei-nickert.de
Rammersweierstraße 120 77654 Offenburg

kanzlei nickert logo

Mittwoch, 22 Januar 2020 12:32

Zusammenspiel von Shareholder Value und Nachhaltigkeit

In Davos beim WEF World Economic Forum steht der Shareholder Value in der Kritik. Ich meine, das erfolgt zu Unrecht.

Shareholder Value

Wenn man bedenkt, dass die Shareholder erst und nur dann am Unternehmenserfolg partizipieren, wenn andere Stakeholder befriedigt wurden, erhält man einen gänzlich anderen Blick auf den Ansatz: Kunden müssen nämlich befriedigt werden und Kunden können abwandern, wenn sie mit der Leistung des Unternehmens nicht einverstanden sind.

Selbiges gilt für Lieferanten, Personal und andere Kosten. Wenn diese Stakeholder zufrieden sind, müssen für erforderliche Finanzierungen Gelder eingeworben werden, die nur dann erlangt werden, wenn die Finanzpartner dem Unternehmen vertrauen. Der dann verbleibende Erfolg wird versteuert, womit das Unternehmen einen Beitrag zum Gemeinwohl tätigt. Erst und nur dann sind die Shareholder an der Reihe.

Was in der Vergangenheit fehlte

Die Kritik, die den Nachhaltigkeitsdiskussionen entstammte, weil die Industrie Ressourcen ausbeutete und die Umwelt schädigte, schwappt aktuell auf die gesamte Diskussion über eine moralische Integrität der Unternehmung über. Und eben diese Aspekte wurden in der Vergangenheit beim Shareholder Value nicht beachtet.

Wenn man bedenkt, dass es sich um eine ökonomische Größe handelt, muss die Rechnung auch nach ökonomischen Grundsätzen erfolgen. D.h., entgegen der Bilanzierungsvorschriften müssten Rückstellungen dafür gebildet werden, dass Kunden abwandern, Fremdleistungen und/oder Mitarbeiter, wenn überhaupt, nur noch zu erhöhten Kosten eingeworben werden können und die Ausgaben für Steuern steigen.

Interessant ist dabei, dass ganze Industriezweige in Sippenhaft genommen werden. D.h., die steigenden Kosten sind auch von moralisch integren Unternehmen dann einzukalkulieren, wenn diese selbst korrekt handeln.

Welche Konsequenzen eine solche Betrachtung hat, haben jüngst McKinsey und der CEO von Blackrock, Larry Fink, aufgezeigt.

Der Shareholder Value muss alle Aspekte der Unternehmenssteuerung berücksichtigen. Eine rein handelsbilanzielle Betrachtung führt zu Fehlinterpretationen. Erfolgt dies, werden nicht nachhaltige Unternehmen deutlich schlechter abschneiden und von den Märkten bestraft. Insoweit könnte gerade der Shareholder Value dazu beitragen, den Nachhaltigkeitsgedanken in der Ökonomie voranzutreiben.

 

Autoreninfo

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Insolvenzrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

Wir verwenden zum Teilen der Inhalte sogenannte "Shariff"-Schaltflächen. Mit Shariff können Sie Social Media nutzen, ohne Ihre Privatsphäre unnötig aufs Spiel zu setzen. Das c't-Projekt Shariff ersetzt die üblichen Share-Buttons der Social Networks und schützt Ihr Surf-Verhalten vor neugierigen Blicken. Weitere Informationen zu Shariff finden Sie unter https://www.heise.de/ct/artikel/Shariff-Social-Media-Buttons-mit-Datenschutz-2467514.html.

HINWEIS

Falls Sie über den Beitrag hinausgehende Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Allerdings weisen wir Sie darauf hin, dass wir diese individuelle Leistung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz auch abrechnen.

Alle Angaben sind sorgfältig geprüft. Durch Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verordnungen sowie Zeitablauf ergeben sich zwangsläufig Änderungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts keine Haftung übernehmen.

Diese Webseite verwendet Cookies. Indem Sie unsere Webseite nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren ...