Kanzlei Nickert //images.kanzleinickert.de/nickert-logo-fb.jpg KANZLEI NICKERT | Rechtsanwälte und Steuerberater, Offenburg, kompetent in Rechts-, Steuerberatung, Finanz-, Lohnbuchhaltung, spezialisiert auf Branchen Bau, Handel und Industrie. info@kanzlei-nickert.de
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Freitag, 01 Februar 2019 14:30

Betriebswirtschaftliche und finanzwirtschaftliche Informationen für die Unternehmenssteuerung

Als Grundlage für die eigene Unternehmenssteuerung ist es hilfreich und sinnvoll, nicht nur „aus dem Bauch heraus“ zu entscheiden – sondern belastbare Informationen, Zahlen und Hinweise zur Grundlage der eigenen Entscheidungen zu machen.

Für Fremdorgane ist dies umso wichtiger, als sie nur dann in den haftungsfreien sicheren Hafen kommen, wenn sie Entscheidungen auf Basis angemessener Informationen treffen. Stellt sich die Frage: Wo überall finden Sie solche qualifizierten Informationen?

Informationen aus dem eigenen Unternehmen

Zunächst bietet Ihr eigenes Unternehmen eine ganze Sammlung an nützlichen Informationen. Zahlenlieferant Nummer 1 ist dabei Ihr eigener Jahresabschluss bzw. die Jahresabschlüsse der Vergangenheit: Aus der Vergangenheit des Unternehmens lassen sich fast immer auch Rückschlüsse für die Zukunft ziehen. So können Sie z. B. aus den Veränderungen auf Trends schließen. Dabei ist aber stets zu hinterfragen, ob die Entwicklungen nachhaltig sind oder ob mit einer Trendwende zu rechnen ist.

Sie können aber auch aus dem historischen Vergleich Ihre typischen Schwankungen oder auch maximale Schwankungen ermitteln – quasi ein rückblickender Stresstest. Dies zeigt Ihnen auf, in welcher Höhe Sie z. B. Liquiditäts- oder Eigenkapitalvorsorge betreiben sollten.

Besonders interessant ist es, die Zahlen mit der Branche zu vergleichen: Habe ich mich in der Vergangenheit besser oder schlechter als die Branche entwickelt? Diese Analyse kann auf Schwachstellen ebenso hinweisen wie auf Stärken. Beim Branchenvergleich interessant ist auch der Rohgewinn bzw. das Verhältnis der Umsatzerlöse zum Wareneinsatz. Gute Unternehmen schaffen es, angemessene Preise durchzusetzen. Sie haben eine gute Pricing-Power. Paradebeispiel hierfür ist Apple. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Ebenfalls interessant ist es, die eigene Entwicklung mit repräsentativen Konjunkturindizes zu vergleichen: Gibt es eine Korrelation Ihrer Ergebnisse zu den Konjunkturdaten? Wenn ja, können Sie vielleicht mit den aktuellen Konjunkturdaten Ihre künftige Entwicklung besser abschätzen.

Aber auch aus der Befragung von wesentlichen Wissensträgern in Ihrem Unternehmen können Sie nützliche Informationen erhalten. Fragen Sie doch mal Ihren Leiter Vertrieb, oder den Einkaufsleiter – oder den Leiter der Produktion. Vom Vertrieb können Sie erfahren, wie es um Ihre Kunden steht. Wollen sie künftig mehr bei Ihnen einkaufen oder nicht?

Kümmern Sie sich dabei im Wesentlichen um die Top-Kunden und die kleineren Kunden mit großem Wachstumspotential. Vom Vertrieb können Sie auch erfahren, ob es zunehmend leichter (oder schwerer) wird, die eigenen Preise durchzusetzen, also wie es um Ihre Pricing-Power steht. Entsprechendes gilt beim Einkauf – nur in umgekehrter Richtung.

Von der Produktion und vom Qualitätsmanagement können Sie in Erfahrung bringen, ob Ihre Leistung die Kundenwünsche erfüllt oder sogar übertrifft. Vielleicht lässt die Präzision nach und Sie müssen investieren. Vielleicht wissen diese Mitarbeiter, dass bei Ihnen die Qualität besser ist als beim Wettbewerb. Wesentliche Informationen für Ihre Unternehmenssteuerung hat daher auch Ihr Qualitätsmanagement-Beauftragter.

Anbieter von Wirtschaftsinformationen

Außerhalb Ihres Unternehmens liefern insbesondere Anbieter von Wirtschaftsinformationen wertvolle Informationen. Zu denken ist hier an Verlage (z. B. der Deubner Verlag), Feri-Umfragen, die GfK in Nürnberg als größtes deutsches Marktforschungsinstitut oder auch die Wirtschaftsinformationen der DATEV eG, der Creditreform oder von Bloomberg.

Diese Anbieter halten Branchenberichte bereit – aber auch Informationen zu Trends, wie z. B.: Wie verändern sich Märkte, aber auch, wie entwickeln sich die Kunden? Diese Informationen sind kostenpflichtig.

Banken und Bundesbank

Brancheninformationen und Branchenberichte bekommen Sie aber auch bei diversen Banken. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Brancheninformationen für Existenzgründer häufig detaillierter sind als die allgemeinen Brancheninformationen.

Die Banken selbst beurteilen Ihr Unternehmen im Rahmen des Ratings. Nutzen Sie auch dieses Rating zur Selbstreflexion. Die Bank kann Ihnen dabei sagen, wo Sie gut dastehen und wo noch Verbesserungspotential besteht. Ersteres gilt es zu verteidigen und auszubauen, letzteres sind Ihre „Hausaufgaben“. Schon im eigenen Interesse sollte es Ihr Ziel sein, bei der Bank so dazustehen, dass andere Banken bei Ihnen Schlange stehen.

„Die beste Methode, um Informationen zu bekommen, ist die, selbst welche zu geben.“ – so ein Zitat von Niccoló Machiavelli. Branchenkennzahlen liefert verlässlich auch die Deutsche Bundesbank. Dabei gibt es die allgemein zugänglichen Informationen oder wesentlich detailliertere Informationen als „Tauschgeschäft“. Wenn Sie Ihren Jahresabschluss bei der Bundesbank zur Auswertung freigeben, erhalten Sie Branchenkennzahlen von Vergleichsunternehmen kostenlos als Gegenleistung. Soweit Sie das interessieren würde, sprechen Sie uns an, wir können Ihren Jahresabschluss bei der Bundesbank digital einreichen – sicher und vertraulich über die DATEV eG.

Eigene Recherche im Internet

Unabhängig von all diesen speziellen Anbietern von Branchenberichten und Wirtschaftsinformationen können Sie sich aber auch – sozusagen auf eigene Faust – im Internet auf die Suche begeben. Bei Google Trends können Sie sich über aktuelle Trends im Internet informieren: Dieser Service von Google gibt Auskunft über die neuesten Trends bei Suchanfragen. Welche Themen werden aktuell verstärkt nachgefragt? Und wo?

Eine weitere – ganz andere – Möglichkeit ist aber auch, dass Sie sich mal die Jahresabschlüsse von Wettbewerbern oder von Ihren Kunden anschauen. Problemlos möglich über das elektronische Handelsregister (www.unternehmensregister.de). Legen Sie hier besonderes Augenmerk auf den Lagebericht samt Prognosebericht. Wenn Ihre Kunden die Zukunftsaussichten dämpfen, sollten Sie nicht ohne weitere Prüfung mit einer Volumensausweitung bei diesen Kunden rechnen.

Interessant bei Ihrer eigenen Recherche könnten aber auch Börsendatenanbieter sowie Analystenschätzungen sein. Diese zeigen Ihnen z. B. auf, wie Analysten oder diese Unternehmen die Entwicklung der Branche sehen. Aufgrund des Verschmelzens der Geschäftsmodelle ist es ratsam, auch andere Branchen zu beobachten – insbesondere solche Branchen, von denen mittelbar der eigene Erfolg abhängt.

Um die Stimmung in Ihrer Belegschaft zu beurteilen, ist es sinnvoll, Arbeitgeberplattformen wie z. B. kununu auf Einträge zu Ihrer Firma zu untersuchen. Wenn Sie Personal rekrutieren möchten, kann es hilfreich sein, diese Recherche auf Ihre Wettbewerber auszudehnen. Vielleicht sind die Mitarbeiter dort ja wechselwillig.

Beauftragung eines Experten

Zuletzt besteht die Möglichkeit, einen Experten mit der Informationsfindung zu beauftragen. Zu denken ist hier insbesondere an auf solche Themen spezialisierte Recherchedienste – oder auch an Ihren Steuerberater.

Praxistipp der KANZLEI NICKERT

Konzentrieren Sie sich bei Ihren Recherchen auf Themen und/oder Gebiete, die wesentlich und künftig relevant sind. Man kann sich schnell verzetteln. Entscheidend sind aber nur die Informationen, die Ihnen helfen, Ihre Zukunft noch besser zu machen.

Autoreninfo

nian-testAnne Nickert

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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