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Freitag, 04 Januar 2019 10:26

Innovationen in Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung – Interview mit Prof. Dr. Alexander Brem

Prof. Dr. Alexander Brem ist Inhaber des Lehrstuhls für Technologiemanagement an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Des Weiteren ist er Honorarprofessor an der Syddansk Universität (Dänemark). Wir freuen uns, dass er uns für ein Interview zum Thema „Innovationen in Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung“ zur Verfügung stand.


Cornelius Nickert: Als Unternehmer stellt man sich heutzutage die Frage, ob und wie die Digitalisierung die Art und Weise verändert, wie Innovationen entstehen. Gibt es hierzu Patentrezepte?

Prof. Dr. Alexander Brem: Wie immer bei solchen Fragen ist eine Antwort mit Patentrezepten schwierig. Aber natürlich bringt die Digitalisierung viele Veränderungen mit sich, die sich auch auf das Innovationsmanagement auswirken. In den letzten 20 Jahren gab es sehr viele neue Technologien, die unser Leben verändert haben. Auf jeden Fall ist vieles schneller geworden, insbesondere was das Thema Informationsbeschaffung und Absatzwege betrifft.

Anne Nickert: Inwiefern schneller?

Prof. Dr. Alexander Brem: Wollte man früher ein neues Produkt auf einen neuen Markt bringen, war es typischerweise sehr zeitaufwendig und teuer, die Vertriebskanäle hierfür zu erschließen. Das hat sich heute radikal geändert: Mit wenigen Mausklicks kann man sein Produkt über Anbieter wie Amazon, Ebay oder Kickstarter weltweit verfügbar machen. Das ist schon revolutionär – bringt aber auch Probleme mit sich.

Anne Nickert: Welche Probleme können hier auftauchen? Das hört sich doch sehr gut an.

Prof. Dr. Alexander Brem: Natürlich machen das diese Anbieter nicht kostenlos. Typischerweise ist das Anbieten der Produkte noch kostenfrei, danach müssen meist jedoch sehr hohe Provisionen bezahlt werden, teilweise über 50%. Daraus ergeben sich natürlich längerfristig auch Abhängigkeiten, insbesondere bei Start-ups. Inzwischen bietet Amazon mit dem sog. LaunchPad sogar eine eigene Plattform nur für Produkte von Start-ups an.

Cornelius Nickert: Wo bekommen Unternehmer Informationen rund um ihre Innovationsideen und Anstrengungen her? Z. B. Statistiken? Aus dem Internet?

Prof. Dr. Alexander Brem: Auch das hat sich radikal geändert. Früher ging man typischerweise zu dem Branchenprimus GfK, um sich fundierte Marktinformationen zu kaufen. Heutzutage kann man das Marktpotential entweder selber abschätzen, indem man z. B. das neue Produkt auf einer der Crowdsourcing-Plattformen wie Kickstarter einstellt und schaut, was passiert. Und das sogar kostenlos. Auch gibt es über Google mit den Tools Google Trends oder Google Analytics Möglichkeiten, selbst zu verstehen, wie Kunden ticken.

Cornelius Nickert: Das heißt, man braucht dann gar keine professionelle Unterstützung mehr in diesem Bereich?

Prof. Dr. Alexander Brem: Das kommt natürlich auf die Fragestellung und die Tiefe der Informationen an, nach denen man sucht. Um einen schnellen Überblick zu bekommen, reichen die genannten Tools sicherlich aus. Für eine fundierte Analyse, zu der typischerweise auch Preisbereitschaften gehören, sollte man sich lieber Unterstützung holen. Das gilt natürlich auch für die genannten Vertriebsmöglichkeiten, damit kann man schließlich auch ungewollt die eigene Marke oder Zielgruppe verstören oder im schlechtesten Fall vertreiben.

Anne Nickert: Hand aufs Herz: Was sind deiner Meinung nach die wesentlichen Erfolgsfaktoren im Unternehmen für erfolgreiche Innovationen?

Prof. Dr. Alexander Brem: Auch hier ist natürlich eine kurze Antwort schwierig. Vor dem Hintergrund des Themas dieses Interviews zu Digitalisierung finde ich es jedoch wichtig zu erwähnen, dass man nicht blind jedem Trend hinterherlaufen sollte. In vielen Unternehmen werden wie wild Open Offices, Design Thinking Kurse, agiles Scrum etc. eingeführt, obwohl das in vielen Fällen wenig Sinn macht. Deshalb erst einmal analysieren, kritisch reflektieren und dann entscheiden. Immer auf dem Laufenden zu bleiben ist generell wichtig, aber eben nicht unreflektiert.

 

Autoreninfo

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

nian-testAnne Nickert

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht

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