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Montag, 13 August 2018 09:55

Soll-/Ist-Vergleich – Stringenz zwischen Unternehmensplanung und BWA

Wer sein Unternehmen sicher und erfolgreich führen möchte, braucht dazu die passenden Instrumente. Hierzu gehören in jedem Fall die regelmäßigen unterjährigen betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA), die Auskunft geben über die vergangenen Wochen bzw. Monate.

Ebenfalls zur erfolgreichen Unternehmensführung gehört die – auf die Zukunft gerichtete – Unternehmensplanung. Greifen diese beiden Werkzeuge aufeinander zu bzw. hängen sie voneinander ab? Und wenn ja, wie?

Am Anfang steht die Planung

Ausgangspunkt für das unternehmerische Wirken ist die Planung. Die Planung determiniert das Ziel, das man zu erreichen anstrebt. Das bedeutet: Die Planung ist so aufzubauen, wie die betriebswirtschaftliche Wertschöpfung künftig erfolgen soll, z. B. die Kontenunterteilung nach Produkten. Nicht entscheidend ist also, wie der Betrieb heute aufgebaut ist und agiert, sondern: wie er in der Zukunft zu agieren gedenkt.

Betriebliches Rechnungswesen sollte sich an der Planung orientieren

Das Rechnungswesen dient der Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (VFE-Lage). Dementsprechend sollte die VFE-Lage in Bezug auf die unternehmerischen Ziele, die in der Planung aufgezeigt werden, analysiert werden.

Um die Analyse möglichst einfach und überschaubar zu halten, muss das Rechnungswesen demnach aufgebaut sein wie die Planung – und nicht umgekehrt. Wenn Sie Ihr Unternehmen mit einer Standardsoftware planen, können Sie so dann quasi auf Knopfdruck einen Soll-/Ist-Vergleich erstellen.

Die Planziele geben vor, was analysiert wird

Die Planziele geben vor, welche Kriterien Sie sich beim Soll-/Ist-Vergleich genauer ansehen (sollten). Wenn z. B. ein Planziel die Verbesserung der Rentabilität ist, dann sollte auch die Rentabilität analysiert werden. Und wenn Ihre Bankverträge Financial Covenants beinhalten (z. B. die EK-Quote), dann sollten Sie sich die Bilanzentwicklung im Soll-/Ist-Vergleich regelmäßig genauer ansehen.

Liquiditäts-Entwicklung immer im Blick behalten

In jedem Fall, und damit unabhängig von den Planzielen, sollten Sie die Liquiditätsentwicklung – sowohl absolut als auch im Soll-/Ist-Vergleich überwachen.

Positive Abweichungen

Was tun, wenn Sie nun bei Ihrer Überwachung Planabweichungen feststellen? Sind Abweichungen vom Plan positiv, so zeigt das in der Regel unterschätzte Chancen auf. Sie sollten überlegen, ob Sie künftig mehr Gewicht auf diese Bereiche legen.

Negative Abweichungen

Sind die Abweichungen dagegen negativ, so ist zu prüfen: Liegen materielle Planabweichungen vor oder resultieren die Abweichungen (lediglich) aus zeitlichen Verschiebungen? So z. B., wenn Sie Bauunternehmer sind und eines Ihrer Bauvorhaben erst 2 Monate später als geplant fertiggestellt wird.

Bei „echten“ materiellen Planabweichungen stellt sich dann die Frage, wann sind die Abweichungen so groß, dass die Planung neu aufgesetzt werden muss? Das ist in jedem Fall dann so, wenn die Abweichungen so groß sind, dass das Ziel nicht mehr erreicht werden kann. In diesem Fall müssen Sie neu planen – und bei dieser Gelegenheit am besten auch die Ausrichtung Ihres Unternehmens generell überdenken.

Abweichungen 4 Monate oder länger: Plan anpassen

Daneben empfiehlt sich, quasi als Daumenregel, die Planung dann zu überarbeiten, wenn Sie 4 Monate hintereinander in der gleichen Kategorie wesentliche negative Abweichungen feststellen.

Umgekehrt gilt das selbstverständlich auch bei positiven Abweichungen über 4 Monate hinweg in der gleichen Kategorie: Auch in diesem Fall sollten Sie Ihre Planung anpassen und neu aufsetzen.

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Autoreninfo

nian-testAnne Nickert

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht

nico testCornelius Nickert

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Insolvenz- und Steuerrecht, CVA (Certified Valuation Analyst EACVA)

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